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Berliner "Messi" in Valladolid

Veröffentlicht: Freitag, 7. Dezember 2012, 13.57MEZ
Bei der Hertha galt Patrick Ebert einst als hochtalentierter, aber undisziplinierter Kicker, der sein großes Potenzial nur sehr selten ausschöpfen konnte. Doch das hat sich seit seinem Wechsel nach Spanien geändert.
von Benjamin Recabarren
Berliner "Messi" in Valladolid
Patrick Ebert spielt vielleicht auch bald mit Valladolid international ©Getty Images
Veröffentlicht: Freitag, 7. Dezember 2012, 13.57MEZ

Berliner "Messi" in Valladolid

Bei der Hertha galt Patrick Ebert einst als hochtalentierter, aber undisziplinierter Kicker, der sein großes Potenzial nur sehr selten ausschöpfen konnte. Doch das hat sich seit seinem Wechsel nach Spanien geändert.

83. Minute im Stadion Reyno de Navarra in Pamplona. Beim Stand von 0:0 sprintet der Gästespieler mit der Nummer 20 alleine auf Osasuna CA-Keeper Andrés Fernández zu, gräbt plötzlich seinen Schuh unter den Ball und lupft ihn elegant über den Torwart zum Siegtreffer ins Netz. Mal ehrlich, klingt nach Lionel Messi, ist es aber nicht. Der Berliner Patrick Ebert unterstrich mit diesem sensationellen Tor für Real Valladolid CF sein großes Potenzial, das er einst bei Hertha BSC Berlin angedeutet hatte.

Erst seit Juli diesen Jahres schnürt der 25-Jährige seine Fußballschuhe in der wohl besten Liga Europas für den Aufsteiger Valladolid und sorgte dort bereits mehrfach für Furore. Nach einem enttäuschenden Jahr mit der "Alten Dame" aus Berlin und dem folgenden Abstieg sucht er nun in Nordspanien sein Glück.

14 Jahre lang spielte der Flügelspieler in Diensten des Hauptstadtklubs - sechs Jahre davon bei der Profimannschaft in einer Art Boygroup mit Kevin-Prince und Jérôme Boateng. Bei der Hertha avancierte er schnell zum Publikums-Liebling, obwohl ihm nicht gerade das Verhalten eines Musterprofis nachgesagt wurde. Vielmehr glänzte er dort durch nächtliche Eskapaden, denen so mancher Autospiegel zum Opfer gefallen sein soll.

Nach dem Abgang des Trainers Markus Babbel im Winter 2011 stand für den frustrierten Ebert fest: "Ich wollte nicht mehr bleiben". Zu seinem ablösefreien Wechsel zum frischgebackenen Aufsteiger aus Valladolid meinte er: "Ich sehe es als Chance, mich zu zeigen. Dort kann ich gegen die Besten der Welt spielen – jetzt geht es gegen Barcelona und Real Madrid. Für solche Spiele bin ich Profi geworden".

Und er packte diese Chance wirklich beim Schopf. Trotz zwischenzeitlicher Verletzung stand Patrick Ebert regelmäßig in der Startelf. Nach seinem späten Siegtreffer gegen Osasuna kürten ihn die spanischen Medien prompt zum “Man of the Match“, angeblich interessiert sich inzwischen Valencia CF für den Flügelspieler.

Bei den Fans erfreut Ebert sich – ähnlich wie in Berlin – dank seiner Kämpfernatur großer Beliebtheit und auch Trainer Miroslav Djukić hält große Stücke auf den Rechtsaußen. Letzte Woche gelang ihm beim Sieg gegen Sevilla FC sein dritter Saisontreffer, die Sportzeitung Marca wählte ihn anschließend zum "Spieler des Tages". Durch diesen Überraschungssieg kletterte Valladolid bereits auf den siebten Rang der Primera División

Für Ebert hat sich der Schritt von Berlin in die spanische Provinz längst ausgezahlt, er hat die Altlasten der Vergangenheit abgeschüttelt und sich charakterlich weiterentwickelt. Sein Ziel, "in keine Schublade mehr gesteckt" zu werden, hat er längst erreicht. Der Berliner Junge ist erwachsen geworden. Sollte er diesen Weg beibehalten, wird man sicher noch eine Menge vom einstigen U21-Nationalspieler hören und garantiert nicht nur im Trikot von Real Valladolid.

Letzte Aktualisierung: 07.12.12 15.08MEZ

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