
Bradford City AFC hat im englischen Ligapokal für eine riesige Überraschung gesorgt. Der Viertligist setzte sich über Hin- und Rückspiel gegen Aston Villa FC mit 4:3 durch und bestreitet jetzt das Endspiel im Wembley-Stadion.
Bradford, das noch vor etwas mehr als einem Jahrzehnt zur Premier League gehörte, ist der erste Viertligist seit 51 Jahren, der das Endspiel erreicht hat. Und Villa ist nicht ihr erstes prominentes Opfer, zuvor hatte der Verein schon Wigan Athletic FC und Arsenal FC aus dem Wettbewerb geworfen.
"Dies ist ein ganz besonderer Abend für den Verein", so Trainer Phil Parkinson. "Uns war vor dem Spiel klar, dass wir Geschichte schreiben können. Dies haben wir geschafft. Alle, die mit dem Verein verbunden sind, werden diesen Abend nie vergessen. Mir wurde gesagt, dass in den letzten Wochen in China, Brasilien, Russland und Australien über uns berichtete wurde. Es ist fantastisch, dass der Name Bradford City bekannter wird
."
Auch in England sind die Zeitungen aus dem Häuschen: "Was für eine Geschichte", schreibt The Times. "Ein Märchen. Als sie gestern Abend in einem der bekanntesten Stadien des Landes fast auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden wären, haben sie Charakter, Entschlossenheit, Disziplin und Hartnäckigkeit gezeigt. Zudem waren sie fußballerisch so stark, dass sie jetzt im Wembley und vielleicht auch bald in Europa auftreten."
"Ich kann es noch gar nicht glauben", sagte James Hanson, der aufgrund eines Zehenbruchs vor dem Spiel zehn Tage lang nicht trainiert hatte. "Wir haben uns in der ersten Halbzeit hinten reingestellt und es drohte, ein schwieriger Abend zu werden. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir es meiner Meinung nach viel selbstbewusster gemacht
."
Auch Matt Duke, der in beiden Partien über sich hinaus wuchs, kam aus dem Strahlen nicht mehr heraus. "Ich bin sprachlos, die Jungs waren heute wieder fantastisch. Es ist wie im Traum. Als Kind spielt man Fußball und träumt vom Wembley. Jetzt fahren wir dort mit einer riesigen Anhängerschaft hin. Warum sollten wir den Pokal nicht holen? Träumen ist erlaubt. Aber ich weiß nicht, ob ich dies jemals fassen werde."
Zunächst muss man sich wieder auf das Geschehen in der League Two konzentrieren, wo am Samstag das Spiel gegen Wycombe Wanderers FC ansteht, allerdings wird man auch mit Spannung verfolgen, wer am 24. Februar im Wembley-Stadion der Gegner sein wird. Am Mittwochabend geht Swansea City FC mit einer 2:0-Führung in das Rückspiel gegen Chelsea FC.
"Es ist wirklich außergewöhnlich, was wir erreicht haben", meint Parkinson. "Mit Bradford City in ein großes Endspiel zu kommen, dafür gibt es keine Worte. Ende Februar fahren wir nach Wembley! Ich denke, wir könnten das Stadion wahrscheinlich komplett mit unseren eigenen Fans füllen."
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