
Manchester City FC ist endlich aus dem Schatten seines Stadtrivalen getreten und hat seine erste Meisterschaft seit 44 Jahren gefeiert. City entthronte Manchester United FC am letzten Spieltag aufgrund der besseren Tordifferenz und ist somit der fünfte Klub, der die Premier League seit ihrer Einführung 1992 gewinnen konnte.
Während beide Klubs aus Manchester bereits in der Gruppenphase der UEFA Champions League gescheitert waren, ging der wichtigste Pokal des europäischen Vereinsfußballs dennoch nach England. Roberto Di Matteo war der führende Kopf bei der Wiedergeburt des Chelsea FC, und nachdem Chelsea den FA Cup gewonnen hatte, stellte der Italiener sicher, dass der Klub als erster Londoner Verein die prestigeträchtige europäische Trophäe gewinnen konnte - nach Elfmeterschießen im Endspiel gegen den FC Bayern München. Liverpool FC gewann nach sechs Jahren ohne Titel den Ligapokal.
Meister: Manchester City FC
City startete glänzend in die Saison und setzte ein Riesenausrufezeichen, als der Klub mit 6:1 beim Stadtrivalen im Old Trafford gewinnen konnte. Obwohl der Tottenham Hotspur FC den beiden Klubs aus Manchester eine Zeit lang auf den Fersen war, ging der Truppe von Harry Redknapp irgendwann die Puste aus. Gegen Ende der Saison spielte sich dann jedoch United einen Vorsprung von acht Punkten heraus, ehe City noch mal aufkam und vor dem letzten Spieltag aufgrund der besseren Tordifferenz an der Spitze lag. Roberto Mancinis Mannen lagen im letzten Spiel gegen den Queens Park Rangers FC dann mit 1:2 in Rückstand, ehe sie in der Nachspielzeit noch mal aufdrehten, zwei Treffer erzielten und für ein atemberaubendes Finale sorgten.
Pokalsieger: Chelsea FC - Liverpool FC 2:1
Kenny Dalglishs Liverpool wusste in einer durchwachsenen Saison in der Liga wenigstens in den Pokalwettbewerben zu überzeugen. Im FA Cup setzte sich Liverpool im Halbfinale gegen den Everton FC durch und traf im Endspiel auf Chelsea, das Tottenham mit 5:1 vom Platz geschossen hatte. Ramires brachte Chelsea im Finale in Front, ehe Didier Drogba auf 2:0 erhöhen konnte. Obwohl Liverpool durch Andy Carroll der Anschlusstreffer gelang, langte es nicht mehr, den Blues den siebten Pokalsieg sowie den vierten Triumph in den letzten sechs Jahren streitig zu machen.
Internationale Startplätze
Manchester City FC – UEFA Champions League, Gruppenphase
Manchester United FC – UEFA Champions League, Gruppenphase
Arsenal FC – UEFA Champions League, Gruppenphase
Chelsea FC – UEFA Champions League, Gruppenphase
Tottenham Hotspur FC – UEFA Europa League, Play-offs
Newcastle United FC – UEFA Europa League, dritte Qualifikationsrunde
Liverpool FC – UEFA Europa League, Gruppenphase
Spieler des Jahres: Robin van Persie (Arsenal FC)
Nach seiner Ernennung zum Arsenal-Kapitän startete Robin van Persie richtig durch und schoss die Gunners mit seinen Toren in die UEFA Champions League. Mit seiner einwandfreien Technik und seinem fantastischen linken Fuß gelang dem Niederländer mit 30 Treffern in der Premier League das beste Ergebnis seiner Karriere. Allein elf Tore davon brachten Arsenal jeweils drei Punkte. Als Belohnung wurde er von seinen Kollegen innerhalb der Professional Footballers' Association (PFA) zum Spieler des Jahres gewählt.
Im Blickpunkt: Kyle Walker (Tottenham Hotspur FC)
Der Linksverteidiger schaffte in dieser Saison bei Tottenham den Durchbruch. Kompromisslos in der Defensive sowie abenteuerlustig in der Offensive, so etablierte sich Walker als Stammspieler und wurde zum besten PFA-Jungprofi des Jahres gewählt, nachdem er mit den Spurs auf dem vierten Platz gelandet war. Der 21-Jährige feierte letzten November im Londoner Testspiel gegen Spanien sein Länderspieldebüt, als er spät eingewechselt wurde, ehe er drei Tage später gegen Schweden erstmals in der Startformation stand.
Überraschungsmannschaft: Newcastle United FC
Die Mannschaft aus dem Nordosten Englands, die einst als "The Entertainers" bezeichnet wurde, kam unter Alan Pardew, der in der Ära der Premier League als erst zweiter Engländer zum Trainer des Jahres gewählt wurde, wieder richtig zur Geltung. Die gut organisierte und nur schwer zu schlagende Truppe hatte mit Demba Ba einen Goalgetter, der in der Liga 16 Treffer erzielen konnte. Dessen senegalesischer Landsmann Papiss Demba Cissé wechselte erst im Januar nach Newcastle und schoss sich mit seinen Toren in die Herzen der Fans und die Magpies auf den fünften Platz. Auch Swansea City AFC muss lobend erwähnt werden, der Aufsteiger schaffte mit geduldigem Fußball souverän den Klassenerhalt.
Torjägerkrone: Robin van Persie, Arsenal FC (30)
Absteiger: Bolton Wanderers FC, Blackburn Rovers FC, Wolverhampton Wanderers FC
Aufsteiger: Reading FC, Southampton FC, West Ham United FC
Zahl: 1 066
Die Anzahl der Tore, die in dieser Saison der Premier League erzielt wurden, womit die vorherige Rekordzahl von 1 063 Toren in der Spielzeit 2010/11 übertroffen wurde.
Zitat
"Wunder passieren halt in Manchester, aber dieses Mal beim anderen Klub. Dieses Spiel war verrückt, es gibt kein anderes Wort, um es zu beschreiben. Davon haben wir unser ganzes Leben lang geträumt, als Kinder waren und kein Geld hatten, wir hatten nichts. Jetzt sind wir Meister, und nur darum geht es. Man will sagen, dass ist der schönste Moment in meinem Leben, nach der Geburt meines Kindes und meiner Hochzeit, aber bitte nie wieder auf diese Art und Weise, bitte."
Kapitän Vincent Kompany von Manchester City über den dramatischen Sieg am letzten Spieltag
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