UEFA-Präsident trifft EU-Kommissionspräsidenten

UEFA-Präsident Michel Platini hat sich in Brüssel mit Jean-Claude Juncker getroffen, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, und mit ihm über Herausforderungen für den europäischen Fußball gesprochen.

Das Treffen in Brüssel
Das Treffen in Brüssel ©European Commission

UEFA-Präsident Michel Platini ist heute in Brüssel mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, zusammengetroffen. Bei dem Gespräch am Sitz der EU-Kommission ging es um die größten Herausforderungen für den europäischen Fußball.

Mit dem Treffen, das auf die im Oktober 2014 zwischen der UEFA und der Europäischen Kommission geschlossene Vereinbarung über die Zusammenarbeit folgt, wurde einmal mehr die enge Beziehung zwischen dem Exekutivorgan der EU und dem europäischen Fußballdachverband unterstrichen.

Zu den behandelten Themen gehörte das Verbot von Dritteigentümerschaften an Spielern, das im Hinblick auf eine gesunde Entwicklung des Fußballs von wesentlicher Bedeutung ist. Michel Platini und Jean-Claude Juncker waren sich einig, dass Dritteigentümerschaften Fragen hinsichtlich der Integrität von Wettbewerben, Geldwäsche und anderer krimineller Machenschaften aufwerfen und auch allgemein in ethischer Hinsicht und bezüglich der Menschenrechte zu Bedenken Anlass geben.

Der UEFA-Präsident verwies daneben auf die positiven Auswirkungen des finanziellen Fairplays, dank dem die Verluste der europäischen Klubs von 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf knapp über 400 Millionen Euro im Jahr 2014 gefallen sind. Von 2011 bis 2015 gingen zudem die überfälligen Verbindlichkeiten von 57 Millionen Euro auf 6 Millionen Euro zurück. Jean-Claude Juncker stimmte zu, dass das finanzielle Fairplay als wichtiges Instrument zur Erreichung finanzieller Stabilität und Transparenz sowie zur Förderung einer besseren Governance im Sport zu betrachten sei.

Gesprochen wurde auch über die Ausbildung von Spielern auf lokaler Ebene. Der UEFA-Präsident erklärte, dass das Hervorbringen von Eigengewächsen zu den Kernaufgaben eines Fußballvereins gehöre und dass folglich eine Politik, welche zur lokalen Ausbildung von Spielern ermuntere, im allgemeinen Interesse des Fußballs in Europa liege.

Abschließend sprachen die beiden Präsidenten noch über die UEFA EURO 2020 und den Beitrag, den diese in Bezug auf einige der grundlegendsten sozialen, erzieherischen und kulturellen Werte, welche der ganzen Europäischen Union gemein sind, leisten kann.

UEFA-Präsident Michel Platini äußerte sich im Anschluss an das Treffen wie folgt: "Ich freue mich festzustellen, dass der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, und ich uns in so vielen Dingen einig sind. Er hat die besprochenen Themen ernstgenommen und wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit zur Stärkung des europäischen Fußballs auf und neben dem Platz."

Das Gespräch fand im Rahmen der ersten Ausgabe der europäischen Woche des Sports statt, einer Initiative, mit der die EU-Kommission körperliche Betätigung und Sport in Europa fördern möchte.