EU-Kommissarin Vassiliou in Nyon

UEFA-Präsident Michel Platini hat die EU-Kommissarin für Sport - Androulla Vassiliou - in Nyon getroffen, um mit ihr unter anderem über den Frauenfußball zu sprechen.

Die EU-Kommissarin für Sport, Androulla Vassiliou, war heute im Haus des europäischen Fußballs in Nyon zu Gast. Auf der Tagesordnung standen neben einem Treffen mit UEFA-Präsident Platini auch Diskussionen mit den im Rahmen einer Auftaktveranstaltung zum UEFA-Programm für Frauen in Führungspositionen anwesenden Personen.

In dem Gespräch zwischen Michel Platini und Androulla Vassiliou, mit dem der seit langem bestehende, konstruktive Dialog zwischen dem europäischen Fußballdachverband und den europäischen Institutionen fortgesetzt wurde, ging es vorrangig um das genannte, innovative UEFA-Programm.

Ferner hielt die EU-Kommissarin bei ihrem Besuch am Sitz der UEFA eine Rede zur Entwicklung des Frauenfußballs in Europa, in der sie Frauen darin bestärkte, nach Führungspositionen im europäischen Fußball zu streben. Im Anschluss daran beantwortete sie Fragen aus dem Publikum.

"Es war sehr inspirierend, im Rahmen des Programms für Frauen in Führungspositionen heute hier in Nyon gewesen zu sein", so Frau Vassiliou. "Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist ein wichtiger Punkt auf der Prioritätenliste der EU-Kommission."

Zweck des UEFA-Programms für Frauen in Führungspositionen ist es, Personen zu finden, die das Potenzial zur Führungskraft haben, und sie beim Erwerb der nötigen Qualifikationen zu unterstützen. Daneben sollen auch Frauen, die bereits eine leitende Position bekleiden, zusätzliche Unterstützung bei der Erfüllung ihrer Aufgabe erhalten.

"Das Programm für Frauen in Führungspositionen zielt darauf ab, mehr Frauen dazu zu ermutigen, verantwortungsvolle Positionen im Fußball zu übernehmen", sagte Herr Platini. "Natürlich handelt es sich dabei um einen Prozess, der eine gewisse Zeit dauern kann, aber wir hoffen, dass dieses Programm ein erster Schritt in die richtige Richtung ist."

"Ich bin überzeugt, dass wir versuchen müssen, die im Sport, in den Verbänden, in den europäischen Vereinen und auch bei der UEFA herrschende Mentalität zu ändern", so der UEFA-Präsident weiter. "Die Einstellung muss sich ändern und die Teilnehmerinnen dieses neuen Programms können uns dabei helfen."

"Es war mir eine große Freude, mit Frau Vassiliou sprechen zu können, und wir hatten Gelegenheit, unsere Strategien hinsichtlich verschiedener für den europäischen Fußball wichtiger Fragen abzustimmen."

"Mein Besuch hat mir auch eine Gelegenheit eröffnet, unsere Kooperation der vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen", so Frau Vassiliou. "Good Governance ist ein Thema, das von beiden Organisationen sehr wichtig genommen wird; die Themenpalette reicht hier von Gleichberechtigung bis hin zu finanzieller Nachhaltigkeit. Ich möchte diesbezüglich wiederholen, dass die Kommission die Ziele der von der UEFA eingeführten Bestimmungen zum finanziellen Fairplay unterstützt. Die vollständige Umsetzung dieser Vorschriften, die ein hervorragendes Beispiel für Selbstkontrolle darstellen, ist ein bedeutender Schritt für die Förderung einer besseren Verwaltungstätigkeit in Fußballklubs.

"Ein weiterer belangreicher Aspekt in Sachen Good Governance ist die Dritteigentümerschaft an Transferrechten von Spielern. Hierbei geht es um diverse Integritätsfragen und ethische Bedenken im weiteren Sinne. Die UEFA prüft diese Thematik derzeit eingehend und die Kommission ist jederzeit bereit, ihr Fachwissen auf diesem Gebiet zur Verfügung zu stellen. Wir haben auch über die Regel betreffend die lokale Ausbildung von Spielern gesprochen und stimmen darin überein, dass weitere Anreize erforderlich sind, um die lokale Ausbildung von Spielern im Interesse der langfristigen Entwicklung und der gesellschaftlichen Rolle des Sports zu fördern."