Konferenz Respektiere Vielfalt in Rom gestartet

Über 200 Teilnehmer versammelten sich in Rom für den Beginn der Konferenz Respektiere Vielfalt - eine zweitägige Veranstaltung über die zukünftige Ausrichtung, wie man Diskriminierung im Fußball beseitigt.

Die frühere italienische Athletin Fiona May (links) und Cécile Kyenge in Rom
Die frühere italienische Athletin Fiona May (links) und Cécile Kyenge in Rom ©Getty Images

Über 200 Teilnehmer versammelten sich in Rom bei der UEFA-Konferenz Respektiere Vielfalt, wobei sie gute Beispiele in Sachen Anti-Diskriminierung zu hören bekamen, und stimmten dabei überein, die Dynamik der Aufklärung aufrechtzuerhalten und den Fußball als Vehikel für Veränderung zu nutzen.

Nachdem eine Grundsatzrede von UEFA-Präsident Michel Platini die zweitägige Veranstaltung eröffnet hatte, fand eine Podiumsdiskussion über Fußball und Gleichstellung mit mehreren Teilnehmern statt, darunter Cécile Kyenge und Emine Bozkurt – Mitglieder des Europäischen Parlaments – sowie die auf Jamaika geborene britische Anwältin und Geschäftsfrau Heather Rabbatts und UEFA-Exekutivkomitee-Mitglied Karen Espelund.

"Vielfalt ist die treibende Kraft bei der Entwicklung aller Organisationen", sagte Espelund. "Ob es ein Klub ist, eine Liga oder ein Verband, wir brauchen wirklich unterschiedliche Kulturen, um Fortschritte zu machen und sicherzustellen, dass jeder die Chance bekommt, daran teilzunehmen. Die jetzigen Herausforderungen liegen darin, die Aktionen zu starten, die diese Punkte vorantreiben. Wir müssen sicherstellen, dass noch mehr Mädchen mit dem Fußballspielen anfangen und dass der Junge, der herausfindet, dass er eine andere sexuelle Orientierung hat, wegen der Gefahr der Diskriminierung nicht mit dem Fußballspielen aufhört."

Die Anwesenden, die alle Bereiche der Fußballfamilie abdeckten, von politischen und staatlichen Organisationen, von Nicht-Regierungsorganisationen und Minderheitengruppen wurden dann von guten Beispielen für vorbildliche Lösungen in Kenntnis gesetzt. Johan van Geijn vom Königlich Niederländischen Fußballverband (KNVB) erzählte von "Fußball für Alle" – der Kampagne für die Akzeptanz von Homosexualität in den Niederlanden.

Im Anschluss präsentierte Juventus-Präsident Andrea Agnelli die umfassende Respekt-Kampagne seines Klubs. Der Fokus liegt dabei auf der Aufklärung und dem Programm "Spiel mit mir", das sicherstellt, dass Menschen aus allen Schichten am Fußball teilnehmen können. Raluca Negulescu (Geschäftsführerin des Policy Centres für Roma und Minderheiten) hielt dann eine leidenschaftliche Ansprache über die Notwendigkeit der Roma-Gemeinschaft, über die Teilnahme am Fußball Kraft zu schöpfen.

"Interessant bei dieser Konferenz war, dass einige sehr schwierige Themen mit der notwendigen Tiefgründigkeit angesprochen wurden", sagte Piara Powar vom FARE-Netzwerk, das zu den führenden Teilnehmern in Rom gehört. "Wir haben über die Angelegenheit Frauen im Fußball und ethnische Minderheiten in Führungspositionen debattiert und wir haben auf eine Art und Weise darüber gesprochen, auf die ich in der Fußballwelt in Sachen Niveau der Debatte und Niveau der Hingabe noch nie gestoßen bin. Der [UEFA]-Präsident hat das mit seiner Rede losgetreten und eine interessante Diskussion entfacht, die die Fußballlandschaft für den Rest von uns in den nächsten zwei Jahren verändern wird."

Die Teilnehmer konnten auch die italienische Athletin Fiona May begrüßen, die auf die Bühne kam, um über ihre Erfahrungen im Sport und ihre Verbindung mit dem Italienischen Fußballverband (FIGC) zur Förderung von Vielfalt zu referieren.

Die Konferenz wird am Donnerstag mit einer Diskussionsrunde von Spielern, die ihre Erfahrungen und Meinungen über die zukünftige Ausrichtung bei der Bekämpfung von Diskriminierung im Fußball kundtun werden, abgeschlossen. In Workshops wird über eine Reihe von Themen diskutiert, darunter Südeuropa, die Aktionspläne von Nationalverbänden, die Förderung von Vielfalt, der Kampf gegen Homophobie, ethnische Minderheiten im Fußball und die Balance zwischen Aufklärung und Sanktionen in der Sportwelt.