Wichtige Unterstützung für Russland in Sachen Stadionsicherheit

Im Hinblick auf die FIFA-Weltmeisterschaft in diesem Sommer steht die UEFA dem Russischen Fußballverband (RFS) bezüglich Terrorschutzmaßnahmen und der Schulung von Ordnern mit Rat und Tat zur Seite.

Das Stadion von Nischni Nowgorod
Das Stadion von Nischni Nowgorod ©Getty Images

Im Hinblick auf die in diesem Sommer in Russland stattfindende FIFA-Weltmeisterschaft steht die UEFA dem Russischen Fußballverband (RFS) auf dem Gebiet der Stadionsicherheit mit Rat und Tat zur Seite.

So absolvierten russische Sicherheitsbeauftragte einen UEFA-Kurs zum Thema Terrorschutz, und auch die für die Schulung der Ordner für Fußballspiele zuständigen Personen wurden in speziellen Kursen eingewiesen.

Die terroristische Bedrohung ist insbesondere seit dem Anschlag auf das Stade de France bei einem Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Deutschland im November 2015 nicht mehr von der Hand zu weisen. Die UEFA befasst sich mit dieser Problematik schon seit der Endrunde der U21-Europameisterschaft 2013 in Israel, als sie gemeinsam mit israelischen Experten Sicherheitsmaßnahmen für das Turnier erarbeitete, und verfügt so über eine gewisse Expertise auf diesem Gebiet.

Vor diesem Hintergrund hat der europäische Fußballdachverband einen zweitägigen Kurs in Sachen Terrorschutz entwickelt, der in einer Pilotveranstaltung in den Niederlanden erfolgreich getestet wurde. Hinsichtlich des Ortes der ersten offiziellen Ausgabe erschien Russland angesichts der bevorstehenden WM und eingedenk der hervorragenden Sicherheitsvorkehrungen beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2017 als logische Wahl.     

An der Schulung nahmen Sicherheitsbeauftragte der russischen Premjer-Liga und Stadion-Sicherheitsbeauftragte sowie UEFA-Vertreter und Experten teil. Behandelt wurden neben der Geschichte von Terroranschlägen insbesondere bei Sportveranstaltungen und den daraus abgeleiteten Erkenntnissen auch die damalige Anschlagsplanung, die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und bewährte Beispiele proaktiver Sicherheitsvorkehrungen. In Fallstudien wurden die jüngsten Anschläge in Tel Aviv und Manchester beleuchtet.

Die Teilnehmer aus Russland begrüßten die Initiative der UEFA, welche sie in der Überzeugung bestärkte, mit ihren Vorbereitungen hinsichtlich der Stadionsicherheit auf dem richtigen Weg zu sein, und ihnen Gelegenheit gab, weitere empfehlenswerte Vorgehensweisen kennenzulernen sowie Know-how und Erfahrungen auszutauschen.

Die UEFA möchte auch in Zukunft Vorreiterin darin bleiben, Fußballspiele zu einem sicheren, einladenden und angenehmen Erlebnis zu machen, und plant daher, auch in anderen europäischen Nationalverbänden Kurse dieser Art durchzuführen.

Schulung von Stewards
Parallel dazu unterstützt die UEFA die Sicherheitsmaßnahmen für die Weltmeisterschaft durch die Schulung von Stadionordnern, denen bei dem Turnier eine bedeutende Rolle zukommt. Die Ordner werden im Rahmen eines speziellen, gemeinschaftlichen Programms der UEFA und des RFS ausgebildet.

Die ordnungsgemäße Schulung von Stewards ist eine wesentliche Komponente der Strategie der UEFA in Sachen Stadionsicherheit. Die Ordner müssen auf ihre Aufgabe, die Zuschauermenge unter Kontrolle zu halten, angemessen vorbereitet werden. Die UEFA möchte dieses Ziel durch ihr bewährtes Konzept der „Ausbildung der Ausbilder“ erreichen, welches impliziert, dass sie diejenigen Personen schult, die dann die Ordner vor Ort unterweisen.    

Die Idee besteht darin, dass die UEFA die für die Ausbildung von Ordnern in ihren 55 Mitgliedsverbänden verantwortlichen Personen instruiert, deren Vorstellungen von Ordnerwesen und Sicherheitsmanagement verbessert, ihnen ein Schulungsprogramm für ihre eigenen Stewards an die Hand gibt und so den Grundstein für fähige Ordnungskräfte in den Verbänden legt.

Die Schulungsprogramm für Ordner beruht auf bewährten Vorgehensweisen, die in den großen europäischen Fußballwettbewerben wie den letzten EM-Endrunden, der Champions League und der Europa League erfolgreich getestet wurden. Die Ordner werden über eine Vielzahl von Facetten ihrer Tätigkeit unterrichtet, darunter die Notwendigkeit, ihren Stadionbereich in- und auswendig zu kennen, zu wissen, was im Falle eines bestimmten Problems zu tun ist, sowie genauestens über Notfallpläne und Evakuierungsszenarien auf dem Laufenden zu sein.

Die Ausbilderschulungen werden bereits seit Herbst 2015 in Moskau abgehalten, wobei ein Kurs den Ordnungsmaßnahmen in den vier beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2017 verwendeten Stadien in St. Petersburg, Moskau (Spartak-Stadion), Kasan und Sotschi gewidmet war. Im jüngsten Kurs ging es dann auch um die acht anderen Stadien, in denen in diesem Sommer WM-Partien stattfinden werden, nämlich Moskau (Luschniki-Stadion), Nischni Nowgorod, Kaliningrad, Wolgograd, Rostow am Don, Jekaterinburg, Samara und Saransk.

Seit 2015 wurden bereits fast 100 Ausbilder auf ihre Aufgabe vorbereitet. „Die Schulung der Stewards ist von zentraler Bedeutung, denn im Stadion sind Wissen und Vertrauen unabdingbare Faktoren“, so UEFA-Sicherheitsberater Marc Timmer.

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