Strategietreffen zum Thema Stadionsicherheit - Die Lehren aus der Vergangenheit

Die UEFA und ihre Mitgliedsverbände haben ihr gemeinsames Engagement bekräftigt, ein sicheres, einladendes Umfeld für Fußballspiele zu schaffen, in dem jedermann Spaß haben kann.

Stade de Lyon
Stade de Lyon ©Getty Images
Fußballvergnügen in sicherer Umgebung.
Fußballvergnügen in sicherer Umgebung.©Getty Images
Der Vorsitzende der UEFA-Kommission für Stadien und Sicherheit, Michael van Praag.
Der Vorsitzende der UEFA-Kommission für Stadien und Sicherheit, Michael van Praag.©Sportsfile
Sicherheitstreffen in Nyon.
Sicherheitstreffen in Nyon.©UEFA
Ordner bei einem Spiel der UEFA EURO 2016.
Ordner bei einem Spiel der UEFA EURO 2016.©UEFA

„Wer nicht aus der Geschichte lernt, riskiert, dass sie sich wiederholt“

An dieser klaren Aussage gibt es nichts zu deuteln. Sie belegt die Entschlossenheit der UEFA, kontinuierlich an der Frage der Sicherheit bei Fußballspielen zu arbeiten, und bildete das Motto von fünf UEFA-Strategietreffen zum Thema Stadionsicherheit in den zurückliegenden Monaten.

Bei den Treffen in Nyon und München kamen Vertreter der UEFA-Mitgliedsverbände in Kleingruppen mit der UEFA, Sicherheitsexperten sowie Vertretern von Polizei und Regierung zusammen, um auf die Vergangenheit zurückzublicken und sich Gedanken über die Zukunft zu machen, damit Fußball stets in einem sicheren, einladenden Umfeld stattfinden kann.

So wurden den Teilnehmern die Lektionen in Erinnerung gerufen, welche die Vergangenheit gelehrt hat, es wurden aktuelle Vorfälle besprochen und Trends identifiziert. Zudem wurden Risiken und Verantwortlichkeiten in diesem zentralen Bereich des Fußballs beleuchtet.

Leider musste der Fußball in seiner Geschichte schon einige tragische Ereignisse erleben, ausgelöst durch überfüllte Stadien, Feuer, Pyrotechnik, Gewalt und in der jüngsten Zeit terroristische Bedrohungen, die Todesopfer gefordert und Leben zerstört haben.

Die Verbände wurden eindringlich an diese Vorgeschichte erinnert und waren sich einig, dass der Austausch von Informationen und Erfahrungen von nun an ein unverzichtbares Element sein müsse.  

„Die Sicherheitstreffen sind eine Voraussetzung, um Fortschritte zu erzielen“, betonte der Vorsitzende der Kommission für Stadien und Sicherheit, Michael van Praag. „Kooperation ist kein neues Konzept, doch indem Nationalverbände, Polizei und Behörden ihre Kräfte bündeln, entsteht ein klareres Bild der Aufgaben, Herausforderungen, Lösungen, Führungsrollen und Zuständigkeiten.“

Die Treffen, die im vergangenen Jahr begonnen wurden und bis 2021 fortgeführt werden sollen, haben der Strategie der UEFA im Bereich Stadien und Sicherheit neuen Schwung verliehen. Ziel der Strategie, für welche die UEFA beträchtliche Mittel ausgibt, ist es, der großen Mehrheit der Fans ein ausgewogenes Gesamtkonzept in Sachen Sicherheit zu bieten.

Die entscheidende Herausforderung, so erfuhren die Teilnehmer der Sicherheitstreffen, bestehe darin, den kleinen Kern an Unruhestiftern ausfindig zu machen, die nur darauf aus seien, die Plattform Fußball zu nutzen, um Chaos zu stiften und Gewalt anzuzetteln, und sie zu neutralisieren.

Die UEFA betont die Notwendigkeit eines europäischen Ansatzes in Sicherheitsfragen, der auch Regierungen, lokale Behörden, die Polizei, Sicherheitskräfte, Fußballorganisationen, Fans und lokale Gemeinden umfassen sollte.

Ein Fazit der Treffen bestand darin, dass zwischen lokalen Behörden, örtlicher Polizei und betreffendem Verein bzw. Verband abgestimmte Sicherheitsmaßnahmen entscheidend sind, wenn ein sicheres Umfeld geschaffen werden soll.

Im Rahmen ihrer vierjährigen Strategie arbeitet die UEFA Hand in Hand mit ihren 55 Mitgliedsverbänden, um gemeinsam effektive Sicherheitskonzepte und  maßnahmen für die einzelnen Länder zu erarbeiten. Ferner kooperiert sie eng mit der EU und dem Europarat, der eine Konvention mit Empfehlungen erarbeitet hat, wie dieser kleine Kern an Unruhestiftern mit verhältnismäßigen und gezielten Maßnahmen ausgeschlossen werden kann.  

Zu den unverzichtbaren Maßnahmen gehören die strukturierte Anwendung von bewährten Praktiken und Strategien im Bereich der Sicherheit, der reibungslose Austausch von Informationen zwischen sämtlichen Akteuren einschließlich Fans, erkenntnisgestützte Polizeiarbeit sowie mehr Interaktion zwischen Polizei und Stadionbesuchern sowie gut geschulte Ordner. Die UEFA empfiehlt ferner, dass für die nationalen Konzepte staatliche Stellen federführend sind, d.h. dass die Entscheidungsgewalt auf politischer Ebene liegt.

„Entscheidend ist nicht die Anzahl Polizisten, sondern ihr Auftreten“, erklärte David Bohannan, Vorsitzender der EU-Expertengruppe für Sicherheit bei Fußballspielen. Am effektivsten ist die Polizei dann, wenn sie mit der Menge interagiert – wenn sie auf der Straße auf die Menschen zugeht.“

Für die Zuschauerbereiche sind Ordner verantwortlich, die daher entsprechend geschult sein müssen. Sie sollten ihren Bereich des Stadions in- und auswendig kennen, wissen, wie sie ein Problem möglichst schnell ihren Vorgesetzten melden, und die Kriseninterventions- und Evakuierungspläne kennen. „Die Schulung der Stewards ist von zentraler Bedeutung, denn im Stadion sind Wissen und Vertrauen unabdingbare Faktoren“, so der UEFA-Sicherheitsberater Marc Timmer.

Die UEFA nutzt die Sicherheitstreffen dazu, alle Interessenträger ihres unermüdlichen Einsatzes für ein noch besseres und sicheres Fanerlebnis zu versichern und all ihre Partner im Bereich der Stadionsicherheit aufzufordern, bei diesem Thema nicht nachzulassen oder sich in Selbstzufriedenheit zu ergehen.   
 

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