UEFA warnt vor Pyrotechnik

Es kann keine sichere Verwendung von Pyrotechnik in Fußballstadien geben - so lautete die klare Botschaft beim UEFA-Seminar zu diesem Thema in München.

Die UEFA wird alles unternehmen, um die durch Pyrotechnik verursachten Schäden zu begrenzen.
Die UEFA wird alles unternehmen, um die durch Pyrotechnik verursachten Schäden zu begrenzen. ©Getty Images for UEFA

Beim UEFA-Seminar zu Pyrotechnik in München unterstrich die UEFA erneut die Erkenntnisse einer unabhängigen Studie, die zum Schluss gekommen ist, dass es keine sichere Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen in Fußballstadien geben kann.

In seiner Eröffnungsansprache betonte Michael van Praag, UEFA-Exekutivkomiteemitglied und Vorsitzender der UEFA-Kommission für Stadien und Sicherheit, dass die UEFA sich dazu verpflichte, ein sicheres und einladendes Umfeld für Fans bereitzustellen: „Im Rahmen der neuen UEFA-Strategie für Stadionsicherheit möchten wir mit unseren europäischen Partnern und Mitgliedsverbänden zusammenarbeiten, um die Bedingungen im Fußball zu verbessern. Wir werden jene bestrafen, die unsere Zuschauer, Spiele und unseren Sport gefährden, und wir werden uns bemühen, Gefahren und Risiken stets einen Schritt voraus zu sein.“ Die wichtigste Botschaft des Berichts zu Pyrotechnik ist klar: Es kann keine sichere Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen in Zuschauerbereichen von Fußballstadien geben.

Michael van Praag ging zudem näher auf die neue UEFA-Strategie zur Stadionsicherheit ein: „Die UEFA wird den Nationalverbänden dabei helfen, alles zu unternehmen, um von Pyrotechnik verursachte Schäden zu verhindern. Dies bedeutet, zusammenzuarbeiten und deren Verwendung in Stadien vorzubeugen. Die UEFA und die Fußballbehörden anerkennen, dass sie dieses Ziel nicht alleine erreichen können. Deshalb wird die UEFA mit dem Europarat und der Europäischen Union zusammenarbeiten, um eine integrierte, alle Akteure umfassende Strategie zu entwickeln und umzusetzen, um der Verwendung pyrotechnischer Gegenstände in Fußballstadien auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene vorzubeugen. Die Konvention des Europarats zu einem integrierten Sicherheits- und Dienstleistungsansatz von 2016 wird die Grundlage für diesen Ansatz darstellen.“

Besucht wurde das Seminar von Sicherheitsverantwortlichen aus allen UEFA-Mitgliedsverbänden, UEFA-Sicherheitsbeauftragten sowie Mitgliedern der UEFA-Kommission für Stadien und Sicherheit und Vertretern des EU-Think-Tanks, des Europarats und des Netzwerks der nationalen Fußballinformationsstellen.

Dr. Tom Smith, Autor der von der UEFA und Football Supporters Europe (FSE) in Auftrag gegebenen unabhängigen Studie, erläuterte die einzelnen Ergebnisse und sagte: „Nicht nur die Fans sind Gefahren ausgesetzt – auch Spieler, Schiedsrichter und Mitarbeitende müssen geschützt werden. Die klare Botschaft lautet, dass pyrotechnische Gegenstände von niemandem angefasst werden dürfen, bevor sie abgebrannt sind. Und selbst dann darf nur entsprechend ausgebildetes und ausgerüstetes Personal sie anfassen. Werden pyrotechnische Gegenstände auf das Spielfeld geworfen, kann der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, bis sie abgebrannt sind.“

Auf der Tagesordnung des eintägigen Seminars standen auch Themen wie Motive der Verwendung von Pyrotechnik, die zivilrechtliche und strafrechtliche Haftung im Zusammenhang mit der Verwendung pyrotechnischer Gegenstände in Stadien und die Entwicklung einer integrierten, alle Akteure umfassenden Strategie gegen Pyrotechnik bei Fußballveranstaltungen.

Die UEFA wird mit ihren europäischen Partnern zusammenarbeiten, um diese Strategie zur Beseitigung pyrotechnischer Gegenstände in Fußballstadien umzusetzen sowie Ausbildungsprogramme und weiterführende Kurse für Nationalverbände anbieten, damit das Problem sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene angegangen werden kann.

 

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