Mehr Sicherheit in und um die Stadien

Bei der UEFA- und EU-Konferenz für Stadion und Sicherheit in Bukarest standen Themen wie Gewalt und Pyrotechnik in den Stadien sowie die Gefahren von Terror-Angriffen im Fokus.

Mehr als 300 Delegierte nahmen an der Konferenz teil
Mehr als 300 Delegierte nahmen an der Konferenz teil ©Mircea Maieru

Bei der UEFA- und EU-Konferenz für Stadion und Sicherheit in Bukarest standen diese Woche Themen wie Gewalt und Pyrotechnik in den Stadien sowie die Gefahren von Terror-Angriffen im Fokus.

Vertreter der UEFA, der EU, der Nationalverbände, Klubs, Polizei und anderer beteiligter Organisationen hatten auf ihrer Heimreise aus Rumänien viele neue Vorschläge, Ideen und Visionen mit im Gepäck. Die UEFA hatte in Bukarest dazu aufgerufen, verstärkt an einem Strang zu ziehen, um zu garantieren, dass der Stadionbesuch auch künftig in einer sicheren und erfreulichen Atmosphäre ablaufen kann.

In einer Grußbotschaft an die Konferenzteilnehmer hatte Frans Timmermans, erster Vizepräsident der Europäischen Kommission, eine effektivere internationale Polizei-Kooperation sowie härtere Strafen für Gewalttaten rund um Fußballspiele gefordert.

"Jede Saison reisen Millionen von Fußballfans aus ganz Europa durch den ganzen Kontinent, um ihre Teams zu unterstützen", sagte er. "Die überwältigende Mehrheit dieser Fans möchte einfach nur den Fußball genießen. Leider gibt es einige Leute, die Fußballspiele als Möglichkeit betrachten, Verbrechen, Unruhen und Krawalle zu initieren (…) Gewalttätige Verbrecher, die sich hinter den Farben ihrer Teams verstecken.“

"Auch wenn dies nur eine kleine Minderheit ist, sind sie doch für viele Zwischenfälle verantwortlich, die fast die Hälfte aller UEFA-Spiele betreffen. Lassen Sie mich es ganz klar ausdrücken – für Gewalt und Chaos rund um den Fußball gibt es keinerlei Entschuldigung. Das bedeutet, dass Regierungen und Sicherheitskräfte noch mehr Wert auf Prävention legen müssen. Haltet diese Leute vom Fußball fern."

Die Delegierten diskutierten auch über die Gefahren der Pyrotechnik in den Stadien – letzte Saison war dies die Ursache für die meisten Zwischenfälle in UEFA-Spielen.

František Laurinec, Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees und Vorsitzender der UEFA-Kommission für Stadien und Sicherheit, betonte, dass dieses pan-europäische Phänomen durchaus zu schultern sei.

"Die UEFA hat nie Aktivitäten akzeptiert, die Leben und Gesundheit von Fans gefährdet haben, denn sie sind das Lebenselixier unseres Sports. So etwas werden wir niemals tolerieren”, erklärte Laurinec.

"Wir haben die Verantwortung, alle Möglichkeiten zu erforschen, die uns dabei helfen, die Risiken zu verringern. Dieses Phänomen darf niemals von der Agenda rutschen. "

Ein ganz wichtiger Aspekt der Sicherheitsdiskussion war auch die Bedrohung durch terroristische Attacken, vor allem nach den tragischen Ereignissen von Paris, Brüssel und Nizza.

Die Konferenz-Teilnehmer waren sich einig, dass man die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Behörden, Polizei- und Sicherheitskräften. Organisatoren und Vertretern der Öffentlichkeit forcieren müsse, um der drohenden Gefahr zu begegnen.

Fußballspiele mit vielen Zuschauern sind nun einmal ein potenzielles Ziel für Terroristen, umso wichtiger sind effiziente Sicherheitskontrollen außerhalb der Stadien, wozu auch die Einrichtung von Sicherheitsringen um die Spielstätten gehören, die mögliche Angreifer frühzeitig stoppen sollen.

Gut ausgebildete und bestens vorbereitete Sicherheitskräfte sind natürlich ebenfalls unerlässlich, wie sich beim Terrorangriff beim Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland im letzten November im Stade de France gezeigt hat.

Eine modern technische Ausrüstung, aufmerksame Mitarbeiter und wachsame Sicherheitskräfte sind dringend erforderlich, um Leben zu retten. Wichtig ist es aber auch, klare und eindeutige Informationen an die Zuschauer zu übermitteln, wenn zum Beispiel ein verdächtiges Objekt im Stadion entdeckt wurde. Nur so kann man Panik verhindern und eine schnelle Evakuierung in die Wege leiten.

Die Sicherheitsstrategie der UEFA beinhaltet auch eine kontinuierliche Beratung ihrer 55 Mitgliedsverbände, um die Effizienz der Sicherheitsmaßnahmen auf dem ganzen Kontinent zu verbessern. Dazu wurden in Bukarest einige Beispiele vorgestellt – wie zum Beispiel 'den Trainier trainieren' – ein Kurs für die Verantwortlichen der Steward-Ausbildung.

Durch informative und finanzielle Unterstützung hilft die UEFA den Verbänden, ihre Sicherheits-Infrastrukturen zu verbessern und dann selbst auf das jeweilige Land zugeschnittene Sicherheitsprogramme zu entwickeln.