UCL-Einsatz große Ehre für Mažić

„Ich bin stolz, mit von der Partie sein zu dürfen“, so der serbische Schiedsrichter Milorad Mažić, der am Samstag das UEFA-Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und Liverpool leiten wird.

Milorad Mažić wird das diesjährige Finale der UEFA Champions League leiten.
Milorad Mažić wird das diesjährige Finale der UEFA Champions League leiten. ©Getty Images

Er fühle sich stolz und geehrt, ließ Milorad Mažić nach seiner Ernennung zum Spielleiter für das UEFA-Champions-League-Endspiel am Samstag in Kiew wissen.

„Ich glaube, Sie können jeden beliebigen europäischen Schiedsrichter am Anfang seiner Karriere nach seinem Traum fragen – die Antwort wird immer sein, einmal ein Champions-League-Finale zu pfeifen“, erklärte der 45-jährige Serbe. „Es ist die wichtigste Partie im europäischen Klubfußball – ein volles Stadion, eine fantastische Atmosphäre, zwei große Vereine – es ist etwas ganz Besonderes und ich bin stolz, zusammen mit meinem Team mit von der Partie sein zu dürfen“, freute er sich weiter.

Mažićs Team, das sind seine Landsleute Milovan Ristić und Dalibor Djurdjević als Assistenten sowie Nenad Djokić und Danilo Grujić als zusätzliche Schiedsrichterassistenten. Als vierter Offizieller wird in Kiew der Franzose Clément Turpin fungieren, während der Ersatz-Schiedsrichterassistent Nemanja Petrović ebenfalls aus Serbien kommt.

„Unser Team arbeitet sehr gewissenhaft“, betonte Mažić, der aus der 25 000-Einwohner-Stadt Vrbas rund 130 Kilometer nördlich von Belgrad stammt. „Wir besprechen ständig unsere Arbeit, bereiten uns minutiös auf jedes Spiel vor und sind ständig bestrebt, uns zu verbessern, denn für die Qualität der Schiedsrichterleistung in einem Spiel ist ausschlaggebend, dass wir als Team Bestleistungen erbringen.“

Milorad Mažić steht seit 2009 auf der Liste internationaler Schiedsrichter; bereits zweimal leitete er hochrangige Begegnungen: zum einen das Endspiel des FIFA-Konföderationen-Pokals im vergangenen Jahr zwischen Chile und Deutschland, zum anderen den UEFA-Superpokal 2016 zwischen Real Madrid und dem FC Sevilla.

Im „zivilen“ Leben Leiter eines fleischverarbeitenden Betriebs, begann der verheiratete Vater zweier Söhne mit Anfang 20 seine Schiedsrichterkarriere. „Ich hatte beim Fußballspielen eine schwere Verletzung erlitten. Der Fußball war mein Leben und ich wollte unbedingt dabei bleiben, sodass verschiedene Leute mir vorschlugen, es doch als Schiedsrichter zu versuchen. Nach meiner ersten Partie sagte ich mir: ,Das ist was für mich!‘“   

Er ist der Überzeugung, dass jeder Schiedsrichter seinen eigenen Stil und seine eigene Persönlichkeit entwickeln sollte. „Ich habe alle großen Referees beobachtet und von jedem etwas übernommen, aber ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist zu versuchen, jemanden komplett zu kopieren“, verriet er.

Auf das Champions-League-Finale wird sich Mažić mit seinem Team wie auf jedes andere Spiel vorbereiten. „Wir werden uns darauf konzentrieren, auf den Punkt voll fokussiert zu sein. Gut in eine Partie zu starten, ist ganz wichtig – es gibt einem Selbstvertrauen für den Rest des Spiels. Ein Teil unserer Vorbereitung besteht darin, uns mit der Taktik der Mannschaften und den Eigenschaften der Spieler zu beschäftigen. Darauf legt die UEFA extrem viel Wert, und es stimmt, dass dies für die Schiedsrichter von unschätzbarer Bedeutung ist.“

Über die Jahre hat sich der Spitzenfußball in taktischer wie technischer Hinsicht stark weiterentwickelt, und auch die Unparteiischen mussten dem Rechnung tragen. „Der Fußball von heute unterscheidet sich stark von dem, was vor ein paar Jahrzehnten gespielt wurde“, so Mažić. „Er ist schneller geworden und die Spieler athletischer. Das hat sich auch auf das Schiedsrichterwesen ausgewirkt – nicht nur, was die Unparteiischen betrifft, sondern auch im Hinblick auf die Spielregeln. Ein Spiel zu leiten, hat auch mit Menschenführung zu tun. Man kann alles andere beherrschen, die nötige fachliche Kompetenz haben, aber wenn man nicht weiß, wie man mit den Spielern umgehen muss, dann fehlt einem etwas.“

Seine Pläne für die Zukunft? Milorad Mažić will auch weiterhin hohe Ansprüche an sich selbst stellen. „Man muss sich die Begeisterung erhalten und sich selbst Ziele setzen“, unterstrich er. „Wenn man das nicht tut, sollte man lieber etwas anderes machen.“

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