Adámkovás Chance des Lebens in Kiew

Die Tschechin Jana Adámková darf am Donnerstag das Endspiel der UEFA Women's Champions League leiten - ein Traum, auf den jede Schiedsrichterin hinarbeitet.

Jana Adámková und ihr Team
Jana Adámková und ihr Team ©Getty Images

„Ein Traum wird wahr“ – dies war Jana Adámkovás Reaktion auf ihre Ernennung zur Schiedsrichterin des Endspiels der UEFA Women’s Champions League am Donnerstag.

Die 40-Jährige aus Olmütz in der Tschechischen Republik freut sich auf ihren Einsatz bei dieser großen Partie im Waleri-Lobanowski-Stadion in Kiew zwischen dem VfL Wolfsburg und Olympique Lyon.

„Es ist fantastisch – die größte Begegnung, die ich je geleitet habe, und das ist etwas, auf das alle Schiedsrichter hinarbeiten“, so Adámková, die seit 2007 auf der Liste der internationalen Schiedsrichterinnen steht und vergangenen Sommer in den Niederlanden Mitglied des Schiedsrichterteams der UEFA Women’s EURO war.

Beim Endspiel assistieren ihr Sian Massey (England) und Sanja Rođak-Karšić (Kroatien). Katerina Monsul (Ukraine) fungiert als vierte Offizielle und eine weitere Ukrainerin, Marina Striletska, als Ersatzschiedsrichterin.

Sie weiß genau, wie sich die Spielerinnen am Donnerstag fühlen werden, denn sie war selbst als Mittelfeldspielerin unter anderem für die tschechische Nationalmannschaft aktiv, bevor sie 2002 Schiedsrichterin geworden ist. „Es hilft wirklich, selber gespielt zu haben, weil man eine Partie dann auch aus der Sicht der Spielerinnen versteht“, betont sie.

„Ich habe mich für diese Laufbahn entschieden, nachdem ich erfahren hatte, dass in Tschechien Schiedsrichterinnen gesucht wurden und die Möglichkeit in Betracht gezogen wurde, ehemalige Spielerinnen einzubeziehen. Ich habe es versucht und herausgefunden, dass es mir gefällt.“

Adámková, die in ihrer Freizeit verschiedene Sportarten wie Mountain Bike, Tennis und Badminton betreibt und von sich behauptet, dass sich alles in ihrem Leben um Sport dreht, tritt in die Fußstapfen einer anderen weltbekannten tschechischen Schiedsrichterin. Dagmar Damková, heute UEFA-Schiedsrichterverantwortliche und Mitglied der UEFA-Schiedsrichterkommission, leitete die Endspiele der UEFA Women’s EURO 2009, der UEFA Women’s Champions League 2011 und des Olympischen Fußballturniers 2008.

„Dagmar war ein sehr großes Vorbild für mich“, sagt Adámková. „Es war fantastisch, so eng mit einer Person zusammenzuarbeiten, die selber zu den besten Schiedsrichterinnen der Welt gehört hat, und sie hat mich auf meinem Weg stets mit Ratschlägen begleitet.“

Der riesige Fortschritt des Frauenfußballs auf höchster Ebene hatte auch große Auswirkungen auf das Schiedsrichterwesen. „Das Spiel ist schneller geworden und die Spielerinnen haben sich taktisch, mental und physisch weiterentwickelt“, gibt Adámková zu bedenken.

„Dies bedeutet natürlich, dass sich auch die Schiedsrichterinnen anpassen mussten. Wir sind heute fitter und auch die Vorbereitung hat sich gewandelt, da wir die Möglichkeit haben, die Teams und die Spielerinnen wie auch ihre Taktik vor einem Spiel zu analysieren.“

Adámková erachtet den Umgang mit den Spielerinnen als die wichtigste Aufgabe einer Schiedsrichterin. „Man muss Persönlichkeit mitbringen, um die Spielerinnen im Griff zu haben“, betont sie. „Die Spielerinnen müssen einen respektieren und wenn sie dies tun, wird die ,Partnerschaft‘ auf dem Spielfeld viel einfacher.“

Nach dem Endspiel am Donnerstag darf sich Adámková auf ihren Einsatz bei der FIFA-U20-Frauen-Weltmeisterschaft im August in Frankreich freuen.
Vorher aber gilt ihre ganze Konzentration dem großen Spiel in Kiew und sie ist fest entschlossen, dieses Erlebnis zu genießen.  

„Wenn wir uns alle vor dem Spiel mit den Teams aufreihen, wird nicht nur die Konzentration immens sein, sondern auch die Emotionen“, gesteht sie.
„Es ist ein einzigartiger Moment, den ich genießen möchte.“ 

 

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