Brych bereit für finalen Showdown

Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych, der am Samstag das Endspiel der UEFA Champions League in Cardiff leiten wird, wurde schon in jungen Jahren vom Schiedsrichter-Virus infiziert.

Felix Brych leitet das Finale der UEFA Champions League
Felix Brych leitet das Finale der UEFA Champions League ©Getty Images

Am Samstag steht für Felix Brych das größte Spiel seiner bisherigen Karriere an, wenn er in Cardiff das Endspiel der UEFA Champions League zwischen Juventus und Real Madrid pfeifen wird.

Der 41-jährige Deutsche freut sich ungemein auf sein zweites großes europäisches Vereinsendspiel, nachdem er 2014 in Turin das Finale der UEFA Europa League zwischen Sevilla und Benfica geleitet hatte.

"Du musst nicht nur fit und gut vorbereitet sein, um auf diesem Level zu pfeifen, du musst auch mit Menschen umgehen können, denn das ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Spielleitung", sagt der Jurist aus München.

"Du arbeitest mit 22 Spielern und anderen Menschen zusammen, von denen alle unterschiedliche Charaktere sind, und du musst in der Lage sein, mit diesen unterschiedlichen Charakteren eine Verbindung herzustellen."

Brych stehen im National Stadium of Wales mehrere Landsleute zur Seite – die Schiedsrichterassistenten Mark Borsch und Stefan Lupp, die zusätzlichen Schiedsrichterassistenten Bastian Dankert und Marco Fritz sowie Ersatzschiedsrichterassistent Rafael Foltyn. Das Team wird vom Vierten Offiziellen Milorad Mažić aus Serbien komplettiert.

"Teamwork ist entscheidend für Schiedsrichter, und es ist ein enormer Vorteil, dass wir seit Jahren zusammenarbeiten", führt Brych aus. "Das bedeutet, dass wir wissen, wie jeder Einzelne reagiert – wir helfen uns nicht nur gegenseitig, die richtige Entscheidung zu treffen, sondern wir ermuntern uns auch gegenseitig."

Brych, der im Alter von 18 Jahren sein Schiedsrichterdasein startete, leitet seit 2004 Spiele in der Bundesliga und ist seit 2007 FIFA-Referee. "Ich habe selbst gespielt, aber seit einer schweren Verletzung fungiere ich als Schiedsrichter", erinnert er sich. "Aber ich hatte schon in der Schule Spiele geleitet, deshalb denke ich, dass ich schon in jungen Jahren ein Gespür dafür entwickelt habe."

"Ich hatte eigentlich keine Vorbilder als Schiedsrichter, obwohl ich immer darauf geachtet habe, wie die Top-Schiedsrichter in ihren Spielen aufgetreten sind, wenn ich sie in jungen Jahren vor dem Fernseher verfolgt habe. Ich habe nie etwas nachgemacht – es war mir wichtig, meine eigene Persönlichkeit zu entwickeln."

Brych hebt hervor, dass das Schiedsrichterdasein von entscheidender Bedeutung bei seiner eigenen persönlichen Entwicklung war. "Ich würde sagen, dass es einen großen Einfluss auf mein Leben hatte, Schiedsrichter zu werden", sagt er. "Dies hat mir dabei geholfen, als Person zu wachsen, denn man eignet sich Führungsqualitäten an, lernt, nach sich selbst zu schauen, und man bleibt fit."

Ihm ist auch die Rolle des Schiedsrichters als Fußball-Imagehüter vollauf bewusst. "Ich denke, dass jeder, der im Fußballsport involviert ist, die Verantwortung hat, für ein positives Image des Spiels zu sorgen", betont Brych. In Cardiff gilt es jetzt, totale Konzentration aufzubauen, wenn er mit den Mannschaften auf den Platz kommt.

"Wenn wir alle zusammen auf dem Platz sind und die Hymne der Champions League ertönt, fokussiere ich mich total auf das anstehende Spiel, zusammen mit meinem Team", erklärt er. "Wir werden entschlossen sein, gut in die Partie hineinzufinden – denn wie bei einem Spieler gibt es einem Selbstvertrauen, wenn es in den Anfangsminuten gut läuft."

"Es ist eine Ehre, das wichtigste Spiel im europäischen Vereinsfußball leiten zu dürfen, und ich freue mich sehr darauf…"