Bedeutung der Fußballmedizin beim Medizinischen Symposium in Athen hervorgehoben

Hochkarätige Gäste und Referenten beim Medizinischen Symposium in Athen.
Hochkarätige Gäste und Referenten beim Medizinischen Symposium in Athen. ©Intime

„Die Bedeutung der Medizin im Fußball“ lautete das Motto des 7. Medizinischen Symposiums der UEFA in Athen, ein dreitägiges Event für medizinische Experten aus den 55 UEFA-Mitgliedsverbänden und führenden europäischen Klubs.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin wies in seiner Begrüßungsansprache auf die Wichtigkeit „eines solch anregenden und informativen Symposiums“ für die Ärztegilde im europäischen Fußball hin und betonte, dass die UEFA der Gesundheit der Spieler hohe Bedeutung beimesse. Er wies zudem darauf hin, dass Medizin und wissenschaftliche Forschung äußerst wichtige Komponenten im Fußball seien, und lobte „die herausragende Arbeit der Ärzte und des medizinischen Personals in den Nationalverbänden und Vereinen“.

Der Präsident des Griechischen Fußballverbands, Evangelos Grammenos, erklärte in seiner Ansprache, dass es für den Verband eine besondere Ehre darstelle, diese wichtige Expertenkonferenz auszurichten. „Fußball ist mittlerweile mehr als ein Spiel. Er findet auf sehr hohem Niveau unter extrem anspruchsvollen Wettkampfbedingungen statt. Die Bereitstellung einer erstklassigen medizinischen Versorgung hat höchste Priorität. Die hohe Qualität der medizinischen Unterstützung durch erfahrene Fachleute ist für die Leistung und Erholung der Spieler ausschlaggebend“, so Grammenos.

Dr. Michel D’Hooghe, Vorsitzender der Medizinischen Kommission der UEFA, rief den Teilnehmern die Tatsache in Erinnerung, dass sich die Fußballmedizin in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt habe. „Sie ist komplexer geworden und hat sich gleichzeitig immer stärker in einem Gesamtsystem etabliert, dessen Ziel darin besteht, dass die Spieler ihre bestmögliche Leistung abrufen können.“ Mit Blick auf die Gesundheit der Spieler gelte es, eine Vielzahl an Faktoren zu berücksichtigen, wie etwa Ernährung und Physiotherapie. Auch Kommunikation und Führungsstil hätten „direkte Auswirkungen auf die Leistungen und den Erfolg der gesamten Mannschaft“, so Dr. D’Hooghe weiter.

Der Leiter der UEFA-Abteilung Medizinisches und Antidoping, Marc Vouillamoz, berichtete über die Arbeit seiner Abteilung in den letzten vier Jahren, während Mitarbeitende des europäischen Fußball-Dachverbands in den Bereichen Medizin und Dopingbekämpfung den Teilnehmern aktuelle Informationen zum UEFA-Fortbildungsprogramm für Fußballärzte und zum UEFA-Antidoping-Programm gaben.

Ferner umfasste das Symposium Präsentationen von Gästen und Referenten zu diversen Themen wie dem Umgang mit Gehirnerschütterungen, der Rehabilitation nach Verletzungen, Ernährung, Spielergesundheit und frauenspezifische Verletzungen. Professor Jan Ekstrand stellte die UEFA-Verletzungsstudie für Eliteklubs vor, die er seit deren Anfängen im Jahr 2001 leitet. Mit der Studie konnte eine Korrelation zwischen Verletzungen und der Mannschaftsleistung nachgewiesen werden – Teams mit niedrigeren Verletzungsraten schneiden sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene besser ab, was die Verletzungsprävention zu einer zentralen Komponente der Gesamtstrategie der Mannschaften macht. Darüber hinaus stellte Professor Ekstrand die Ergebnisse einer aktuellen Studie zu den Auswirkungen des Führungsstils von Trainern auf Verletzungen vor.

Abgeschlossen wurde das Symposium mit einem Podiumsgespräch über die Bedeutung der Medizin im Fußball. Zur illustren Runde gehörten Trainerlegende Louis van Gaal, der Generalsekretär des niederländischen Verbands Gijs de Jong, der niederländische Teamarzt Edwin Goedhart sowie die beiden sportlichen Leiter Dave Redding (englischer Verband) und Darcy Norman (AS Rom). Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Medizin nicht als separate Disziplin behandelt werden sollte, sondern fester Bestandteil des multidisziplinären Teams sein muss, das sich um die Optimierung der Mannschaftsleistung bemüht.

Eine der zentralen Erkenntnisse aus der Diskussion war die Bedeutung der Kommunikation zwischen Ärzten und Trainerstab hinsichtlich des angemessenen Umgangs mit Verletzungen sowie deren Prävention. „Wir müssen die Kommunikation zwischen dem Trainer und dem medizinischen Team fördern. Der Arzt hat eine wichtige Rolle und es ist von entscheidender Bedeutung, täglich vor und nach Trainingseinheiten und Spielen Informationen zu erhalten“, betonte van Gaal. „Die Abstimmung zwischen den sportlichen Leitern und dem medizinischen Team ist äußerst wichtig, wobei natürlich nicht vergessen werden darf, dass der Trainer für die allgemeine Philosophie und Vision verantwortlich ist.“

Louis van Gaal wies auch auf die Bedeutung der Erkenntnisse aus der UEFA-Verletzungsstudie hin: „Die Trainer müssen darüber Bescheid wissen. Und es sollte natürlich zur Ausbildung jüngerer Trainer gehören.“

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