Treffen der Arbeitsgruppe gegen Spielmanipulation

Die UEFA-Arbeitsgruppe Spielmanipulation hat auf ihrem jüngsten Treffen in Porto ihre Forderung unterstrichen, Sportbetrug als Strafbestand in eine pan-europäische Gesetzgebung zu integrieren.

Ein Bild vom Treffen der Arbeitsgruppe in Porto
Ein Bild vom Treffen der Arbeitsgruppe in Porto ©UEFA

Die UEFA-Arbeitsgruppe Spielmanipulation hat auf ihrem jüngsten Treffen in Porto ihre Forderung unterstrichen, Sportbetrug als Strafbestand in eine pan-europäische Gesetzgebung zu integrieren.

Integritäts-Beauftragte der UEFA trafen sich in Portugal mit staatlichen Strafverfolgungsbehörden, Vertretern der nationalen Fußballverbände, der Polizei, Experten auf dem Gebiet der Verbrechensverhütung sowie Fachleuten auf dem Gebiet der Sportwetten aus diversen europäischen Ländern. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, einen gemeinsamen Rahmen und eine gemeinsame Strategie für den Kampf gegen Spielmanipulationen zu entwickeln.

Die Anwesenden waren sich einig, dass es extrem wichtig ist, die Öffentlichkeit über die Ernsthaftigkeit der Bedrohung durch Spielmanipulationen sowie auf die Verwicklung des organisierten Verbrechens aufzuklären. Die europäische Strafverfolgungsbehörde Europol bestätigte Querverbindungen von Personen, die in Spielmanipulationen verwickelt sind, zum organisierten Verbrechen. Alle Teilnehmer der Arbeitsgruppe stimmten darin überein, dass noch viel zu tun sei, um vergleichbare Rahmenbedingungen für eine einheitliche Gesetzgebung in Europa zu schaffen, auch wenn es in einigen Ländern schon signifikante Fortschritte gebe.

Anschließend diskutierte man Integritäts-Aktivitäten für die UEFA EURO 2016 in Frankreich. Dazu gehören Ausbildungs-Programme für alle Beteiligten, die Einführung von Arbeitsgruppen für die Dauer des Turniers und die Überwachung der Spiele - inklusive der Testspiele im Vorfeld der Endrunde.

Positive Nachrichten gab es vom UEFA-Betrugsüberwachungssystem, das pro Jahr mehr als 30 000 Spiele in ganz Europa überwacht. Professor David Forrest von der University of Liverpool begrüßte die Effizienz des Systems, das - so führte er aus - seinen Wert durch die Aufdeckung einiger potenzieller Spielmanipulationen unter Beweis gestellt habe.

Bislang haben 19 Nationen die Konvention des Europarates gegen die Manipulation von Sportereignissen unterzeichnet, zwei weitere haben die Konvention inzwischen ratifiziert. Die Arbeitsgruppe unterstützte die Idee nationaler Plattformen als neuen und viel versprechenden Ansatz der Kooperation und des Informationsaustausches zwischen verschiedenen Ländern. Gleichzeitig war man sich einig, dass alle Untersuchungen bis zu ihrem Abschluss vertraulich bleiben sollen.