WADA-Verbotsliste 2018

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat eine neue Liste verbotener Substanzen und Methoden herausgegeben, die ab 1. Januar 2018 für sämtliche UEFA-Wettbewerbe gilt.

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Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat eine neue Liste verbotener Substanzen und Methoden herausgegeben, die ab 1. Januar 2018 für sämtliche UEFA-Wettbewerbe gilt.

In der Verbotsliste sind Substanzen und Methoden aufgeführt, die im Sport verboten sind. Die Liste ist für alle Organisationen verbindlich, die den Welt-Anti-Doping-Code anerkennen.

Die Verbotsliste 2018 enthält gegenüber dem Vorjahr einige Neuerungen, die im Dokument Zusammenfassung der Änderungen umfassend aufgeführt sind. Die wichtigsten Punkte sind dabei folgende:

Substanzen und Methoden, deren Anwendung immer verboten ist (in und außerhalb von Wettbewerben)
S2. Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika
• Aus Gründen der besseren Übersicht und Exaktheit wurde Abschnitt S2 neu gestaltet.
• Cobalt: Es wird erneut darauf hingewiesen, dass B12-Vitamine, die Cobalt enthalten, erlaubt sind.


S3: Beta-2-Agonisten
• Bezüglich der Dosierung von Salbutamol wurde klargestellt, dass bei geteilten Dosen ein Grenzwert von 800 Mikrogramm über einen beliebigen Zeitraum von 12 Stunden nicht überschritten werden darf.
• Tulobuterol wird neu als Beispielsubstanz aufgeführt.
• Die Erklärung zu den maximal zulässigen Werten im Urin wurde verbessert.

S5: Diuretika und Maskierungsmittel
• Aufgrund neuer Erkenntnisse aus seit 2012 veröffentlichten wissenschaftlichen Studien über die Fähigkeit von Glycerol, das Plasmavolumen von Athleten und die Parameter des Biologischen Sportlerpasses (ABP) zu beeinflussen, wird die entsprechende Wirkung von Glycerol als minimal eingestuft. Daher wurde Glycerol wieder von der Verbotsliste entfernt.

Verbotene Methoden
M2: Chemische und physikalische Manipulation

• M2.2: Das erlaubte Volumen von intravenösen Injektionen wurde von 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden auf 100 ml innerhalb eines Zeitraums von zwölf Stunden erhöht, um eine größere Flexibilität hinsichtlich der sicheren Anwendung erlaubter therapeutischer Substanzen wie zum Beispiel Eisen einzuräumen.
• Zudem wurde der Text dahingehend geändert, dass auch Anwendungen im Rahmen von Behandlungen im Krankenhaus, chirurgischen Eingriffen und klinischen diagnostischen Untersuchungen erlaubt sind.
• Spieler seien daran erinnert, dass intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 100 ml innerhalb von zwölf Stunden ab 2018 grundsätzlich verboten sind, mit Ausnahme solcher im Rahmen von Krankenhausaufenthalten, chirurgischen Eingriffen oder klinischen diagnostischen Untersuchungen. Dies betrifft auch Infusionen von ansonsten nicht verbotenen Substanzen wie Kochsalzlösung oder sterilem Wasser.
• Wenn innerhalb von zwölf Stunden über 100 ml einer nicht verbotenen Substanz per Infusion oder Injektion verabreicht werden, ohne dass gleichzeitig ein Krankenhausaufenthalt, ein chirurgischer Eingriff oder eine klinische diagnostische Untersuchung stattfindet, muss für diese verbotene Methode eine MAG beantragt werden.
• Wird eine verbotene Substanz per IV-Infusion oder Injektion verabreicht, muss unabhängig von der verabreichten Menge oder der äußeren Umstände eine MAG für diese verbotene Substanz beantragt werden.

Innerhalb von Wettbewerben verbotene Substanzen und Methoden
S6: Stimulanzien

• 1,3-Dimethylbutylamin ist als neues Beispiel eines verbotenen Stimulans aufgeführt. Die Substanz ist auch bekannt als 1,3-DMBA oder einfach DMBA und ist in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Im Hinblick auf Nahrungsergänzungsmittel sollen Spieler stets besondere Vorsicht walten lassen.

S8: Cannabinoide
• Die Kategorie Cannabimimetika, z.B. „Spice, JWH-018, JWH-073, HU210“, wurde in „synthetische Cannabinoide, d.h. Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) und andere Cannabimimetika“ umbenannt. Synthetische Cannabinoide sind eine der Hauptklassen neuartiger psychoaktiver Substanzen, aus denen ständig neue Rauschmittel von unterschiedlicher Verfügbarkeit hervorgehen. Die in der vorherigen Liste aufgeführten Beispiele bleiben verboten, kommen derzeit aber weniger häufig vor. Sie wurden durch die Bezeichnung „andere Cannabimimetika“ ersetzt.
• Cannabidiol ist nicht mehr verboten. Synthetisches Cannabidiol ist kein Cannabimimetikum; allerdings kann aus Hanfplanzen gewonnenes Cannabidiol unterschiedliche Konzentrationen von THC enthalten, das eine verbotene Substanz bleibt.

S9: Glukokortikoide
• Es werden nunmehr einige gängige Glukokortikoide aufgeführt, um mehr Klarheit zu schaffen.

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