Schub für die Elitejuniorenförderung

Das Hauptanliegen der UEFA ist das Wachstum des Fußballs in allen vier Ecken des Kontinents. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt sie ihre Mitgliedsverbände bei der Ausbildung vielversprechender Juniorinnen und Junioren anhand eines eigenen Elitejunioren-Förderprogramms.

©UEFA

Die Förderung junger Elitefußballer in ganz Europa hat bei der UEFA seit langem einen hohen Stellenwert. Unter der Leitung des ehemaligen französischen Nationalspielers Jean-François Domergue, der seit 2014 als Leiter Fußballentwicklung bei der UEFA tätig ist, wurde die Arbeit an einem eigenen Elitejunioren-Förderprogramm rasch aufgenommen.

„Das Ziel bestand darin, ein Programm zu entwickeln, in dessen Rahmen kleinere und mittlere Verbände bei der Ausbildung von Elitespielern unterstützt werden“, so Domergue. „Es wurde entschieden, ein Pilotprojekt zu starten, und nach entsprechenden Inspektionsbesuchen haben wir vier Verbände – Armenien, Belarus, Georgien und die EJR Mazedonien – für die Pilotphase ausgewählt.“

Im Zentrum des Pilotprogramms stehen U14- und U15-Spieler, für die in den vier teilnehmenden Verbänden ein technisches und schulisches Ausbildungsprogramm eingerichtet wurde, da eine ordentliche Fußballausbildung, ein Schulabschluss wie auch die persönliche Unterstützung wichtige Faktoren in der Entwicklung jugendlicher Spieler sind.

Von 2014/15 bis 2018/19 erhält jeder teilnehmende Verband Fördermittel der UEFA, um die laufenden Kosten einer Fußballakademie für die U14- und U15-Stufen zu decken sowie ein technisches Programm und Trainingsstandards zur Nachwuchsförderung zu entwickeln. Fünfmal pro Jahr besucht die UEFA jeden Verband, um die Fortschritte zu überwachen, Unterstützung zu bieten und technisches, pädagogisches und unternehmerisches Wissen zu teilen.

Die vier Verbände werden dabei unterstützt, leistungsfähige nationale Akademien einzurichten, die eine enge Verbindung zwischen dem Verband, den Schulen und Klubs gewährleisten und somit ein erstklassiges Umfeld für talentierte Nachwuchsspieler sowie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Fußball und schulischer Ausbildung schaffen.

Zusätzlich zu einem hochwertigen technischen, taktischen und Fitness-Training – Letzteres beinhaltet auch Ernährungs- und Gesundheitstipps – werden die Talente auch in Lebenskompetenzen wie persönlichem Verhalten, innerer Einstellung und Verantwortungsbewusstsein geschult.

Während die Pilotverbände die Umsetzung ihrer Förderstrukturen fortsetzen, hat die UEFA ein umfassendes Elitejunioren-Förderprogramm für alle 55 Mitgliedsverbände eingerichtet, um die Förderung junger Spieler (U13 bis U16) in ganz Europa weiter zu unterstützen.

Bis 2019/20 erhalten alle 55 Mitgliedsverbände Fördermittel aus dem HatTrick-Programm, mit denen Projekte in den folgenden Bereichen umgesetzt werden sollen: Elitejuniorenförderung mit oder ohne Akademien, Entwicklung des Mädchenfußballs, Leistungsoptimierung durch die umfassende Nutzung von IT-Tools und Trainerausbildung. Ein eigens dafür eingesetztes Team der UEFA steht in regelmäßigem Kontakt mit allen 55 Verbänden, um die Fortschritte bei den ausgewählten Projekten zu überwachen und zu besprechen.

Im Rahmen dieses Entwicklungsprozesses betont die UEFA außerdem die Bedeutung ihrer Eliteförderturniere für Jungen und Mädchen auf U16-Stufe. Seit 2013 haben zahlreiche Verbände entsprechende Turniere ausgerichtet, bei denen die Nachwuchsspieler schon früh in ihrer Karriere wichtige internationale Erfahrung sammeln können, und viele dieser Talente konnten bei UEFA- oder FIFA-Wettbewerben bereits für ihre jeweilige A-Mannschaft antreten.

Die UEFA-Elitejuniorenentwicklungsstrategie beginnt eindeutig, sich bezahlt zu machen. „Die Informationen, die wir bei unseren Besuchen erhalten, zeigen, dass immer mehr Verbände starke Programme und klare Strategien für die Nachwuchsförderung haben“, so Domergue. „Bei allen anderen Verbänden ist der Wille spürbar, dass sie diesem Beispiel folgen wollen. Wir möchten unseren Verbänden helfen, bessere Spieler hervorzubringen. So investieren wir in die Zukunft des europäischen Fußballs als Ganzes.“

Dieser Artikel stammt ursprünglich aus UEFA Direct Nr. 174 

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