UEFA-Präsident blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

Zum ersten Jahrestag seiner UEFA-Präsidentschaft erläutert Aleksander Čeferin die wichtigsten Errungenschaften der letzten zwölf Monate und blickt voraus auf künftige Herausforderungen.

F: Wie würden Sie Ihr erstes Amtsjahr zusammenfassen?

A: Wissen Sie, ehrlich gesagt kann ich kaum glauben, dass schon wieder ein Jahr vorbei ist! Es war so intensiv, mit so viel Arbeit und so vielen Reisen … Es war aber auch ein sehr erfolgreiches Jahr und ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir in den letzten zwölf Monaten erreicht haben. Von den Governance-Reformen über strukturelle Veränderungen der UEFA bis hin zur Verbesserung des Verhältnisses mit wichtigen Interessensgruppen haben wir eine ganze Menge bewerkstelligt.

F: Was war Ihr persönliches Highlight?

A: Es ist schwierig, einen einzelnen Höhepunkt herauszuheben, aber besonders wichtig für mich war die kontinuierliche Unterstützung, die ich von Seiten unserer Mitgliedsverbände erhalten habe. Sie standen bei allen Veränderungen, die wir angestoßen haben, komplett hinter uns und haben mitgeholfen, sie durchzusetzen. Sie haben großes Vertrauen in mich und mein Programm gesetzt und dafür bin ich sehr dankbar.

F: Auf welche Erfolge sind Sie am meisten stolz?

A: Darauf, dass wir die Beziehungen zu den wichtigsten Interessensvertretern verbessert und die Fußballfamilie wieder vereint haben. Dies alles kommt vor allem dem Fußball zugute. Außerdem bin ich mit unseren Reformen der Good Governance, die wir angestoßen haben, sehr zufrieden. Sie stärken die UEFA und machen sie transparenter.

F: Was waren die größten Herausforderungen der letzten zwölf Monate?

A: Ich denke, das Finale der UEFA Europa League in Stockholm, das unmittelbar nach dem schrecklichen Terroranschlag in Manchester ausgetragen wurde. Es war für uns alle sehr schwer, an so einem Tag ein Fußballspiel zu organisieren und zu spielen. Unsere Gedanken und die der Spieler waren bei den Opfern und ihren Angehörigen, aber am Ende waren wir alle uns einig, dass es unsere Pflicht war, der Welt zu zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.

Q: Was hat Sie in Ihrer neuen Position bei der UEFA am meisten überrascht?

A: Die Leidenschaft und Motivation unserer Mitarbeiter. Sie arbeiten mit großer Hingabe zum Wohle des Fußballs. Sie haben es verdient, dass man das auch einmal würdigt.

F: In Ihrem Manifest sprachen Sie über die perfekte Balance. Ist sie leichter oder schwerer zu erreichen, als Sie sich das vorgestellt hatten?

A: Ich wusste von Anfang an, dass es nicht leicht werden würde. Aber das gilt ja für alle wichtigen Vorhaben. Ich glaube, dass diese perfekte Balance es wert ist, dafür zu kämpfen. Ich halte mir dieses Motto täglich vor Augen, wenn ich wichtige Entscheidungen zur Förderung, Entwicklung und zum Schutz des Fußballs in Europa treffe.

F: Wie sehr hat Ihre neue Position Ihr Leben verändert?

A: Ich glaube, dass ich schon immer sehr hart gearbeitet habe, aber momentan verbringe ich noch viel mehr Zeit in Meetings, Flugzeugen oder Hotels [lacht] als je zuvor. Nein, ganz im Ernst, es ist eine unglaubliche und einzigartige Erfahrung für mich und ich bin sehr froh darüber, dass ich eine noch größere Rolle bei der Entwicklung des Sports, den ich so liebe, spielen kann.

F: Was war das beste Spiel, das Sie in den letzten zwölf Monaten gesehen haben?

A: Entweder das Finale der UEFA Champions League in Cardiff oder das Endspiel der Women's EURO in den Niederlanden. Beide waren spektakulär, sehr offensiv und begeisternd und wurden in einer unglaublichen Atmosphäre ausgetragen. Diese zwei Spiele fallen mir sofort ein.

F: Apropos Women's Euro, wie sehen Sie rückblickend das Turnier in den Niederlanden?

A: Es war fantastisch. Die Stadien waren ausverkauft, die Spielerinnen zeigten großartigen Fußball und die Fußballleidenschaft war im ganzen Land zu spüren. Es wurden in ganz Europa neue TV-Rekorde aufgestellt, es war faszinierend. Ich bin sicher, dass der Frauen-Fußball eine großartige Zukunft hat.

F: Die UEFA hat jüngst eine neue Respekt-Kampagne gestartet. Welche Hoffnungen verknüpfen Sie mit #EqualGame?

A: Ich hoffe, dass diese Kampagne die Botschaft transportieren wird, dass der Fußball für alle da ist. Egal, wer du bist, wo du bist oder welche Fähigkeiten du hast – du hast das Recht, diesen großartigen Sport zu betreiben.

F: Haben Sie sich schon Gedanken über Ihr zweites Amtsjahr gemacht und wo werden da die Prioritäten liegen?

A: Es ist ja Teil meines Jobs, den Blick immer auch nach vorne zu richten. Für das kommende Jahr haben wir als Organisation viele Ziele. So wollen wir zum Beispiel den Kampf um das finanzielle Fairplay forcieren und Wege suchen, um die sportliche Ausgewogenheit zu stärken. Dies ist essentiell für die Nachhaltigkeit unseres Sports, der auch weiterhin allen offen stehen soll. Ein weiteres ganz wichtiges Ziel von uns ist es, noch mehr Jugendliche und Frauen zum Fußball zu bringen.