Türkei: Amateur-Fußball blüht auf

Die Türkei hat die diesjährige Ausgabe des UEFA-Regionen-Pokals für Amateurfußballer organisiert und arbeitet unermüdlich, um den Breitenfußball zu stärken.

Die Mannschaft aus Istanbul im Einsatz beim UEFA-Regionen-Pokal
Die Mannschaft aus Istanbul im Einsatz beim UEFA-Regionen-Pokal ©Sportsfile

Istanbul hat als Gastgeber des UEFA-Regionen-Pokals die besten Amateurteams Europas zu Gast gehabt. Hinter den Kulissen setzt sich der Türkische Fußballverband (TFF) mit Nachdruck für die Stärkung des Breitenfußballs ein. 

Der TFF setzt dabei auf flexible und dynamische Strukturen. Seit 2013 trägt der Verband zur Finanzierung der regionalen Amateurligen bei. Besonders die Gelder für Transport- und Übernachtungskosten stellen sich als hilfreich heraus.

Die Türkei ist ein fußballverrücktes Land und es wird ebenso leidenschaftlich geschaut wie gespielt. Aktuell gibt es fast 300.000 registrierte Amateurfußballer im Land. Also ist es enorm wichtig für den TFF, für jedes Niveau und Alter den richtigen Wettbewerb auf die Beine zu stellen.

2010 schuf der TFF die Regionale Amteurliga. "Die Regionale Amateurliga ist für uns ein wichtiges Werkzeug, um den Fußball voranzubringen", meint TFF-Exekutivkomitee-Mitglied Ali Düşmez. "Dank des Wettbewerbs hat sich der Fußball in Städten, in denen es keine Profiklubs gibt, gut weiterentwickelt. Wir setzen unsere entschlossene Arbeit fort, damit die Liga auch eine Spielerquelle für höherklassige Ligen wird."

Der Regionen-Pokal bietet den Spielern eine weitere Chance, auf sich aufmerksam zu machen. "Das hauptsächliche Ziel für die Spieler der Istanbuler Mannschaft im Regionen-Pokal ist es, sich für höhere Ligen zu empfehlen", erklärt Istanbuls Trainer Kamil Doygun. "Es ist nicht unbedingt das Ziel, Profi zu werden, aber vielleicht später zu einem regionalen Amateurklub zu wechseln."

Einige der bekanntesten türkischen Fußballer haben eine Vergangenheit im Amateurbereich. Aykut Kocaman, aktueller Cheftrainer von Fenerbahçe SK, begann seine Karriere beim Amateurteam Kabataş Altınmızrak. Der 69-malige Nationalspieler Nihat Kahveci wurde von Scouts entdeckt, als er beim niederklassigen Verein Esenler spielte.

Mittlerweile hat der TFF ein umfangreiches Breitenfußball-Programm auf die Beine gestellt und gibt sich große Mühe, besonders talentierte Spieler rechtzeitig zu fördern. Außerdem hat man mit Blick auf die Zukunft Aspekte identifiziert, auf die man sich konzentrieren will, um das Spiel weiter zu entwickeln und Inklusion in der Türkei zu fördern.

"Wir haben 14 Bücher veröffentlicht, in denen steht, wie man junge Spieler zwischen 6 und 14 trainiert", so Fatih Terim, Cheftrainer und Direktor Fußball der Türkei. "Diese Bücher wurden kostenlos im ganzen Land an Vereine, Jugendabteilungen und Trainer verteilt.

Der TFF sucht weiter nach Wegen, um die Integration von Flüchtlingen zu verbessern und hat dafür einige Fußballevents organisiert. "letzten April haben wir zwei Fußballfelder für Kinder von syrischen Flüchtlingen in Hatay eröffnet", so TFF-Präsident Yıldırım Demirören. "Wir haben 115.000 Sportartikel in den Camps verteilt."

Die Türkei hat verstanden, wie wichtig es ist, die Entwicklung im Breitenfußball voranzutreiben. Die unermüdliche Arbeit deutet darauf hin, dass man in Zukunft stark davon profitieren wird.