Trainerkonvention trägt Früchte

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die UEFA-Trainerkonvention zu einer Verbesserung der Coaching-Standards beigetragen, die Glaubwürdigkeit des Trainerberufs gestärkt und den Weg für die Freizügigkeit qualifizierter Trainer innerhalb Europas geebnet.

Der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw bei einem Training der Nationalmannschaft.
Der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw bei einem Training der Nationalmannschaft. ©Getty Images

Spieler zeigen herausragende Leistungen und erzielen Tore, die Schlagzeilen machen und die Fans begeistern, doch solche Talente brauchen die Hilfe von Trainern, um so gut zu werden.

Diese Spitzentrainer müssen angemessen ausgebildet werden, um erfolgreich arbeiten zu können. Folglich ist die Rolle der Trainerausbilder, die sich in ganz Europa mit Herzblut engagieren, zentral.

Für die UEFA ist eine gute Ausbildung von Fußballtrainern von entscheidender Bedeutung, da für sie gut ausgebildete Trainer bessere Spieler und Mannschaften hervorbringen, was letztendlich zu einer allgemeinen Verbesserung der Qualität des europäischen Fußballs führt.

Ein zentrales Element dieser Bemühungen, Trainer auszubilden, ist die UEFA-Trainerkonvention.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die UEFA-Trainerkonvention – der zurzeit 53 europäische Nationalverbände angehören – zu einer Verbesserung der Coaching-Standards beigetragen, die Glaubwürdigkeit des Trainerberufs gestärkt und den Weg für die Freizügigkeit qualifizierter Trainer innerhalb Europas geebnet. Dank ihr besitzen rund 200 000 Trainer in ganz Europa eine UEFA-Trainerlizenz, die es ihnen ermöglicht, ihren Beruf auszuüben.

Der UEFA-Leiter Fußballausbildung, Frank Ludolph, erläuterte die Errungenschaften und Vorteile der Trainerkonvention, als sich Trainerausbilder aus den europäischen Nationalverbänden zu ihrer jüngsten Konferenz in Belfast trafen, wo sie sich über die Entwicklung der Trainerausbildung und des Trainerwesens Gedanken machten.

Der Trainer von Real Madrid, Zinédine Zidane, mit seinen Spielern beim Training.
Der Trainer von Real Madrid, Zinédine Zidane, mit seinen Spielern beim Training.©Getty Images

„Es ist unumstritten, dass die Konvention das Niveau der Trainerausbildung in allen unseren Mitgliedsverbänden in Europa verbessert hat“, so Ludolph weiter. „Die Anerkennung für den Trainerberuf und der Status des Trainers sind deutlich besser geworden.“ 

Der Wunsch, gut ausgebildete Trainer zu haben, zeugt vom entschiedenen Engagement der UEFA, die Qualität des Fußballs, die zu weiten Teilen in den Händen der Trainer liegt, auch in Zukunft zu sichern, da diese hinsichtlich der Entwicklung der Spieler und des Spiels eine entscheidende Rolle einnehmen.

Die Konvention trägt zudem zur europäischen Integration bei, indem sie die gegenseitige Anerkennung der Trainerqualifikationen sicherstellt.

„Dies bedeutet, dass die Trainer von einem Nationalverband in den anderen wechseln können“, erklärte Ludolph. „Es bedeutet auch Freizügigkeit, was mit der Rechtsprechung der Europäischen Union im Einklang steht.“

Die Trainerkonvention der UEFA gewährleistet zudem die Bereitstellung einheitlicher Mindeststandards für die Trainerausbildung, um die Qualität der Trainer auf dem Gebiet der UEFA zu gewährleisten.

„Wichtig ist zudem, dass die umfassenden Anforderungen für die Trainerlizenz, die in der Konvention festgehalten sind, auch die Fußballer vor unqualifizierten Trainern ohne angemessene Ausbildung schützen, was Auswirkungen auf ihre physische, psychische oder technische Entwicklung haben kann“, so Ludolph weiter.

Hinsichtlich der Trainerausbildung bezweckt die Konvention die Förderung und Stärkung der Fußballtrainerausbildung auf dem ganzen Gebiet der UEFA und für alle von der UEFA und ihren Mitgliedsverbänden organisierten Wettbewerbe und stellt sicher, dass die Trainerausbildung unter der alleinigen Kontrolle der UEFA und ihrer Mitgliedsverbände bleibt.

Diskussionsrunde beim UEFA-Workshop zur Trainerausbildung in Belfast.
Diskussionsrunde beim UEFA-Workshop zur Trainerausbildung in Belfast.©Sportsfile

Zurzeit führt die UEFA eine überarbeitete Version der Konvention ein, die modernen Anforderungen gerecht wird und die Entwicklungen im Trainerwesen und der Trainerausbildung auf dem Kontinent widerspiegelt. Ihre Einführung wird vom UEFA-Jira-Ausschuss, der sich aus erfahrenen, bekannten Trainern zusammensetzt, die selber auf höchster Ebene tätig waren, überwacht. 

„Der Fußball hat sich weiterentwickelt und moderne Trainerausbildung muss der Tatsache gerecht werden, dass die Anforderungen an Trainer höher sind als je zuvor“, so Ludolph.

Zudem wurden auch die jüngst eingeführten Programme für spezialisierte Ausbilder von Futsal- und Torwarttrainern, einschließlich der Trainerlizenzen in diesen beiden Bereichen, in die Konvention aufgenommen.

Eine Forschungsstudie der Leeds Beckett University im Vereinigten Königreich hat dazu beigetragen, den künftigen Kurs der Trainerkonvention festzulegen. Die Studie, die auch eine Umfrage bei den Nationalverbänden beinhaltet, befasste sich mit den Auswirkungen der Konvention seit ihrer Einführung 1998 und hält drei unmittelbare Prioritäten fest: realitätsnahes Lernen und somit die Vorbereitung der Trainer auf die tägliche Arbeit in ihrem Beruf; Entwicklung von Trainerausbildern und somit die Verbesserung ihrer Qualitäten in der Ausbildung von Spitzentrainern sowie Weiterbildung mit dem Ziel der Erhaltung und Weiterentwicklung der Kompetenzen von UEFA-Lizenzinhabern als Fußballtrainer.

In diesen drei wichtigen Bereichen werden nun Aktivitäten entwickelt, um die Konvention, die Trainerausbildung und das Trainerwesen in den kommenden Jahren weiterzubringen. 

Der Wert der UEFA-Trainerkonvention wird von Trainern auf höchster Ebene hervorgehoben.

„Trainerausbildung muss gut strukturiert und vielfältig sein und sich ständig den Entwicklungen im Fußball anpassen. Die UEFA hat das vor vielen Jahren verstanden und die Trainerkonvention eingeführt.“ – Joachim Löw, Deutscher Nationaltrainer

UEFA-Trainerbotschafter Sir Alex Ferguson
UEFA-Trainerbotschafter Sir Alex Ferguson©UEFA

„Es ist entscheidend, dass jeder, der Trainer werden möchte, eine entsprechende Ausbildung absolviert. Die UEFA hat sehr hart gearbeitet, um dieses Angebot in ganz Europa bereitzustellen.“ – Sir Alex Ferguson, UEFA-Trainerbotschafter 

„Ich beobachte massive Auswirkungen der Konvention auf die Entwicklung des Fußballs. Damit künftige Profitrainer von einer Qualitätsausbildung profitieren können, braucht es gute Ausbilder. Diesen muss das richtige Werkzeug in die Hand gegeben werden.“ – Ioan Lupescu, Technischer Direktor der UEFA

„Es ist ein Beruf, den man erlernen muss, und deshalb ist der Lernprozess von zentraler Bedeutung.“ – Didier Deschamps, Französischer Nationaltrainer