Wie ich Trainerin wurde

Die ehemalige mazedonische Nationalspielerin Milena Stevanovska konnte sich dank der Unterstützung durch das UEFA-Trainer-Entwicklungsprogramm für Frauen ihren Traum von einer Trainerkarriere erfüllen.

Milena Stevanovska ist jetzt Trainerin
Milena Stevanovska ist jetzt Trainerin ©FFM

Die ehemalige mazedonische Nationalspielerin Milena Stevanovska hatte schon lange von einer Karriere als Trainerin geträumt, dies aber aufgrund anderer beruflicher Verflichtungen und aus finanziellen Gründen kaum für möglich gehalten.

Mit einem Stipendium des UEFA-Trainer-Entwicklungsprogramms für Frauen konnte sie sich jetzt ihren Traum erfüllen. "Seit ich vor einigen Jahren mit dem Fußball aufgehört habe, habe ich mir gewünscht, eine Trainerkarriere zu beginnen. Doch ohne das Stipendium wäre ich jetzt kein UEFA-B-Trainer", sagte sie.

Trotz des großen Booms des Frauenfußballs gibt es nach wie vor sehr wenige von der UEFA lizenzierte Trainerinnen. Das Trainer-Entwicklungsprogramm für Frauen der UEFA, das letztes Jahr gestartet wurde, möchte dies ändern. Ziel ist es, für mehr qualifizierte Trainerinnen zu sorgen, die dann auch große Klubs und Nationalmannschaften betreuen sollen.

Die Finanzierung des Stipendiums für Traineranwärterinnen für die UEFA A- und Pro-Diplom-Kurse variieren, weil die Kosten des Diploms in jedem Land unterschiedlich sind. Die UEFA unterstützt auch die B- und C-Diplom-Kurse für weibliche Trainer, indem ein Technischer Instrukteur der UEFA Teile des Kurses leitet oder einige der Kosten übernommen werden.

"Andere Frauen zu treffen, die dasselbe Ziel haben, Erfahrungen auszutauschen und Tipps von den Männern zu bekommen, war unglaublich hilfreich", erinnert sich Stevanovska, die an einem gemischten Kurs teilgenommen hat.

Für das UEFA-B-Diplom benötigt man 120 Stunden Studium. Themen sind unter anderem die Analyse von Spielen, das 'Lesen' von Spielen, Phasen der Spieler-Entwicklung, Prinzipien des Fitnesstrainings und die Grundlagen des Spieler-Scoutings.

"Ich habe schnell gemerkt, dass das Leben als Trainerin sich grundsätzlich vom Leben einer Spielerin unterscheidet", sagte Stevanovska. "Um Trainer zu werden, muss man sehr viel wissen – sowohl in praktischer wie in theoretischer Hinsicht – und eine große Leidenschaft mitbringen. Ich habe jetzt einen viel größeren Respekt vor Trainern und bin mir sicher, dass ich mit Blick auf meine berufliche Zukunft die richtige Wahl getroffen habe."

Die finanzielle Unterstützung der UEFA für weibliche Trainer zahlt sich in der EJR Mazedonien schon aus. Unmittelbar, nachdem dieses Programm aus der Taufe gehoben wurde, hat sich die Zahl der Anwärterinnen auf das B-Diplom vervierfacht. 

Die Trainer-Ausbildungsprogramme – A-, B-, C- und Pro-Diplome – stehen allen interessierten Trainer-Anwärterinnen in allen 55 Mitgliedsverbänden der UEFA offen.