HatTrick fördert Wachstum des europäischen Fußballs

Weshalb das UEFA-HatTrick-Programm, das den UEFA-Mitgliedsverbänden wichtige Unterstützung in den Bereichen Sport und Infrastruktur bietet, ein entscheidender Faktor für das Wachstum des europäischen Fußballs ist.

HatTrick hilft bei der Finanzierung des wichtigen Breitenfußballsektors in ganz Europa.
HatTrick hilft bei der Finanzierung des wichtigen Breitenfußballsektors in ganz Europa. ©PZPN

Das UEFA-HatTrick-Programm zählt zu den umfangreichsten Solidaritäts- und Entwicklungsinitiativen, die je von einer Sportorganisation auf den Weg gebracht wurden. Seit seiner Schaffung 2004 hat dieses wertvolle Programm die UEFA-Mitgliedsverbände bei ihrer Entwicklung und bei der Verbesserung ihrer Fußballinfrastruktur unterstützt und ihnen geholfen, Spielfelder, Stadien, Trainingszentren und Verbandsräumlichkeiten auf dem ganzen Kontinent zu bauen.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin betonte die Entschlossenheit der UEFA, den europäischen Fußballverbänden möglichst große finanzielle und andere Unterstützung zukommen zu lassen – eine Mission, die ihm sehr am Herzen liegt. „Solidarität ist ein Wert, der in der DNA der UEFA verankert sein muss“, lauteten seine Worte an die Mitgliedsverbände beim letzten Kongress im April. „Die UEFA ist nicht dazu da, Reichtümer anzuhäufen, während Sie Schwierigkeiten haben, den Fußball auch im letzten Winkel Ihres Verbandsgebiets weiterzuentwickeln.“

Was ist HatTrick?

Der Campus des Niederländischen Fußballverbands (KNVB) in Zeist wurde mit Unterstützung des HatTrick-Programms gebaut.
Der Campus des Niederländischen Fußballverbands (KNVB) in Zeist wurde mit Unterstützung des HatTrick-Programms gebaut.©KNVB

Das HatTrick-Programm begann im Vorfeld der UEFA EURO 2004. Im Grunde ging es darum, Einnahmen aus der Europameisterschaft in das Wachstum und die Entwicklung des Fußballs zurückfließen zu lassen. Geld ist nicht alles und deshalb wurde das HatTrick-Programm auf drei Säulen gestellt, die bis heute gleich geblieben sind: finanzielle Unterstützung, Wissensaustausch und Ausbildung. 

Da die Finanzierung direkt aus der jeweiligen EM-Endrunde kommt, basiert das Programm auf Vierjahreszyklen und das UEFA-Exekutivkomitee hat den verfügbaren Betrag nach jeder Endrunde weiter angehoben. Die Zahlen aus der Vergangenheit:

• HatTrick I (2004-08): EUR 301,6 Mio.
• HatTrick II (2008-12): EUR 408,1 Mio.
• HatTrick III (2012-16): EUR 498,2 Mio.

Nach der UEFA EURO 2016 war der Betrag höher denn je – im Rahmen von HatTrick IV werden über die vier nächsten Jahre bis zu EUR 610,5 Mio. zur Verfügung stehen.

UEFA-Vizepräsident Karl-Erik Nilsson hat vergangenen Juli den Vorsitz der HatTrick-Kommission übernommen und ihm ist deutlich bewusst, wie viel dieses Programm für den Fußball bedeutet: „Das UEFA-HatTrick-Programm ist eine hervorragende Initiative, die für alle Mitgliedsverbände bei der Weiterentwickung ihrer Projekte eine große Unterstützung bedeutet.“

Im Rahmen des Programms werden Standards festgelegt und es wird zu einem inklusiven und umfassenden Wachstum angeregt. Im aktuellen Zyklus bis 2020 erhält zum Beispiel jeder Verband jährlich bis zu EUR 1,9 Mio. Anreizzahlungen. Diese Summe leistet einen Beitrag zu Folgendem:

HatTrick finanziert die Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs.
HatTrick finanziert die Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs.©Domenic Aquilina

• Umsetzung des UEFA-Klublizenzierungsverfahrens;
• Durchführung von Good-Governance- und Integritäts-Projekten;
• Einführung von Programmen im Bereich der sozialen Verantwortung;
• Entwicklung des Breiten-, Elitejunioren- und Frauenfußballs;
• Fortführung der technischen Weiterbildung für Trainer und Schiedsrichter.   

Dies sind alles Schlüsselfaktoren für eine moderne Entwicklung, die allerdings anderen, größeren Prioritäten zum Opfer fallen können, mit denen sich alle Fußballverbände konfrontiert sehen.

Weitere EUR 3,5 Mio. pro Verband sind für Entwicklungsprojekte vorgesehen. Diese Projekte werden jeweils von der UEFA-HatTrick-Kommission genehmigt und von dieser in Zusammenarbeit mit der UEFA-Administration über ihre gesamte Dauer hinweg beraten und überwacht. HatTrick garantiert den Verbänden auch jährliche Solidaritätszahlungen für die Teilnahme an den Junioren-, Frauen- und Amateurwettbewerben der UEFA, wodurch möglichst viele Spielerinnen und Spieler die Möglichkeit erhalten sollen, auf der internationalen Bühne aufzutreten.

Wissensaustausch

Man stelle sich vor, die langjährige Erfahrung, die sich in den 55 Mitgliedsverbänden angesammelt hat, wird unter der Schirmherrschaft des europäischen Dachverbands mit dem Wissen verschiedener Fußballexperten kombiniert. Genau dies geschieht unter der HatTrick-Säule Wissensaustausch. Im Verlaufe der Jahre wurden im Rahmen des Programms zahlreiche Workshops und Seminare zu verschiedenen Fußballthemen, darunter Marketing, Sponsoring, Kommunikation, Recht, Krisenmanagement und Event Operations durchgeführt. Die Idee dieses Austauschs besteht darin, Ressourcen zu bündeln. Ein großer Verband coacht einen kleineren und umgekehrt. Wie in einer Familie müssen wir einander aufmerksam zuhören und die besten Erfahrungen herauspicken, auf die sich andere später stützen können.

Ausbildung

Ehemalige Spieler beim UEFA-Master-Studienkurs für Nationalspieler (MIP).
Ehemalige Spieler beim UEFA-Master-Studienkurs für Nationalspieler (MIP).©UEFA

Ausbildung ist die dritte Säule des HatTrick-Programms, die sich auf die persönliche Weiterentwicklung stützt, denn die Fachkräfte von morgen zu rekrutieren und ihre Fähigkeiten zu verbessern ist ein wichtiger Teil der Zukunftsplanung für den Fußball. Verschiedene UEFA-Ausbildungsinitiativen bieten Mitarbeitenden von Nationalverbänden, Interessenträgern im Fußball, Rechtsexperten und seit kurzem auch ehemaligen Elitefußballern die Gelegenheit, eine maßgeschneiderte Ausbildung und Anleitung zu erhalten, um ihre Managementfähigkeiten zu verbessern.  

Zu den angebotenen Programmen gehören der Master-Studienkurs in europäischer Sport-Governance (MESGO), das UEFA-Zertifikat in Fußballmanagement (CFM), das UEFA-Fußballrecht-Programm (FLP), der UEFA-Master-Studienkurs für Nationalspieler (MIP) und das Programm für Frauen in Führungspositionen (WFLP).

Erfolgsgeschichte

HatTrick hat zweifellos viel bewirkt. Seit 2004 wurden über 600 Projekte verwirklicht und die Ergebnisse sind überall deutlich sichtbar. Hier nur einige Beispiele aus einer ständig länger werdenden Liste:

Portugals beeindruckendes neues Fußballzentrum.
Portugals beeindruckendes neues Fußballzentrum.©FPF

• Die Unterstützung aus dem HatTrick-Programm hat zum Bau und der Eröffnung neuer nationaler Zentren und Verbandssitze in Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Portugal und Slowenien beigetragen. 

• Dank Partnerschaften zwischen HatTrick, Nationalverbänden, Gemeinden und lokalen Behörden wurden in ganz Europa über 3 000 Minispielfelder errichtet, die zur Breiten- und Juniorenfußballentwicklung beitragen.

• Die Finanzierung einer Mädchenakademie in Österreich trägt beeindruckende Früchte und hat diesen Sommer zur ersten Qualifikation des Landes für eine Frauen-EM-Endrunde beigetragen, bei der das Team, das zahlreiche Absolventinnen der Akademie umfasste, auf Anhieb das Halbfinale erreichte.

• Kunstrasenfelder und Hallen in Finnland gewährleisten, dass das ganze Jahr über Fußball gespielt werden kann.

• In Belarus ermöglicht ein Internet-TV-Dienst, dass Fans die Spiele ihrer nationalen Liga live und kostenlos über die Website des Verbands verfolgen können. 

Kunstrasenfeld in Norwegen.
Kunstrasenfeld in Norwegen.©NFF

• San Marino wird bald über ein neues Stadion und eine Futsal-Arena verfügen und Kosovo freut sich auf sein renoviertes Nationalstadion.
„Die positiven Auswirkungen des Programms auf dem ganzen Kontinent sind bedeutend und stärken den Fußball als Ganzes“, so Karl-Erik Nilsson. 

 

 

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