Eine grundlegende Frage

In der offiziellen UEFA-Publikation UEFA•direct unterstreicht UEFA-Präsident Michel Platini das Engagement der UEFA "gegen alles, was unserem Sport schaden könnte".

UEFA-Präsident Michel Platini
UEFA-Präsident Michel Platini ©AFP

Was soll die Ethik eines Fußballers anderes sein als das zielgerichtete Streben nach dem Sieg unter Einhaltung der Spielregeln, mit Respekt gegenüber den Schiedsrichtern, Gegnern, Mitspielern und Fans?

Dieses Ziel schließt Manipulationen, Kompromisse oder Betrug kategorisch aus. Ein Fußballer muss seine Stollenschuhe anziehen, um zu gewinnen; Rechenspiele sind nichts weiter als ein Verstoß gegen die Ethik.

Betrügereien – gleich welcher Art – können nicht geduldet werden, da sie der Integrität des Wettbewerbs schaden, die verlangt, dass jeder im Streben nach dem Sieg ausschließlich seine eigenen Kräfte einsetzt. Diese Kräfte waren natürlich nie für alle gleich und werden es auch nie sein.

Es wird immer größere und kleinere Klubs geben, und die einen werden aufgrund der Kapazität ihres Stadions, ihres wirtschaftlichen Umfeldes oder aus anderen Gründen immer bedeutendere Mittel zur Verfügung haben als die anderen. Diese "natürliche" Ungleichheit kann durch eine ausgeprägte Entwicklung anderer Qualitäten wie Begeisterung, Zusammenhalt oder Komplementarität ausgeglichen werden, jedoch in keinem Fall durch Praktiken wie Verschuldung – auch dies eine Form von Betrug, die besonders gefährlich ist, da sie bis zum Untergang eines Klubs führen kann.

Aus diesem Grund haben wir die Grundsätze des finanziellen Fairplays in unsere Klubwettbewerbe eingeführt, um unseren Klubs zu helfen und nicht, um sie zu kontrollieren und zu bestrafen. Der Fußball hat noch nie so viel Geld generiert wie heute, war allerdings gleichzeitig auch noch nie so hoch verschuldet.

Diese unangenehm paradoxe Situation ist unhaltbar. Es ist nicht nur eine Frage der Ethik, sondern vor allem eine Überlebensfrage für den Profifußball. Und es ist Aufgabe der UEFA, die Interessen des Fußballs als Ganzes zu vertreten. Deshalb engagieren wir uns auch im neuen Jahr kompromisslos gegen alles, was unserem Sport schaden könnte.

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