Bühne frei für Russland

Russland ist vom 14. Juni bis 15. Juli Gastgeber der FIFA-WM 2018, die einen Meilenstein für den internationalen Fußball bedeutet: das erste Mal in ihrer Geschichte wird die WM-Endrunde in Osteuropa ausgetragen.

Fisht Olympic Stadium (Sotschi)
Fisht Olympic Stadium (Sotschi) ©Getty Images

Seit Dezember 2010, als Russland als Ausrichter bestätigt wurde, hat das Land unermüdlich an der Vorbereitung dieses Turniers gearbeitet. So wurden Stadien und Trainingseinrichtungen im ganzen Land renoviert sowie umfangreiche Infrastrukturarbeiten in allen Austragungsstädten unternommen, um die FIFA-Standards zu erfüllen. Jetzt darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass Russland für die WM bereit ist.

Insgesamt 32 Nationalmannschaften, davon 14 aus Europa, werden an der Endrunde teilnehmen. Die Auslosung der Gruppenphase fand im Dezember 2017 im Kremlpalast in Moskau in Anwesenheit zahlreicher Fußballlegenden wie Pelé, Diego Maradona, Ronaldo, Cafu, Gordon Banks, Fabio Cannavaro, Carles Puyol, Diego Forlán, Laurent Blanc und Gary Lineker statt. Russlands Präsident Wladimir Putin und FIFA-Präsident Gianni Infantino eröffneten die Zeremonie offiziell. Während der Veranstaltung enthüllte Miroslav Klose, Weltmeister 2014 mit Deutschland und WM-Rekordtorschütze, die begehrte Trophäe, um welche die 32 Mannschaften in diesem Sommer kämpfen werden.

In den letzten acht Monaten hatten Hunderttausende Fußballfans auf der ganzen Welt die Gelegenheit, während der WM-Trophy-Tour den Pokal ganz aus der Nähe zu betrachten. Die Tour führte quer durch ganz Russland sowie durch 51 weitere Länder auf sechs Kontinenten und machte sie zum größten Event seiner Art in der WM-Geschichte.

Am 14. September 2017 begann der Eintrittskartenverkauf für die Endrunde. Alle Fans, die Spiele besuchen, erhalten beim Kauf ihrer Tickets einen Fanpass (Fan-ID). Fans, die keine Tickets erhalten haben, können die Spiele auf den Großleinwänden der elf Fanfestivals in den Austragungsstädten genießen.

Im vergangenen Herbst hat adidas den offiziellen Spielball „Telstar 18“ für die WM 2018 enthüllt. Replikabälle des offiziellen, in schwarzweiß gehaltenen Leders gehören zu den zahlreichen lizenzierten Merchandising-Artikeln, die in den offiziellen WM-Shops in den Austragungsstädten zum Kauf angeboten werden. Auch das offizielle WM-Maskottchen, ein Wolf namens Zabivaka, wird sicher ein Verkaufsschlager.

Für den Erfolg des Turniers sind außerdem 15 000 Volunteers zuständig, nachdem sich rekordverdächtige 177 000 Personen aus 190 Ländern beworben hatten. Viele der rekrutierten Helfer waren bereits beim Konföderationen-Pokal im vergangenen Jahr im Einsatz.

Fünf Austragungszentren
Die Spiele werden in zwölf Stadien in elf Städten ausgetragen. Aufgrund der geografischen Größe des Landes mit seinen insgesamt elf Zeitzonen wurden fünf Austragungszentren festgelegt: Mitte (Moskau), Nord (St. Petersburg und Kaliningrad), Süd (Sotschi und Rostow am Don), Wolga (Nischni Nowgorod, Samara, Kasan, Saransk und Wolgograd) und Ural (Jekaterinburg).

Zwei der Spielorte befinden sich in der Hauptstadt, in der das Eröffnungsspiel und das Finale ausgetragen werden. Schauplatz des Endspiels wird das Luschniki-Stadion, die größte Fußballarena des Landes, in der auch schon die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie der Olympischen Sommerspiele 1980, das UEFA-Pokal-Finale 1999 und das Endspiel der UEFA Champions League 2008 stattgefunden haben.

2013 wurde das Stadion für umfassende Renovierungsarbeiten im Hinblick auf die Weltmeisterschaft geschlossen. Diese Arbeiten wurden im letzten Jahr beendet und die Tore der Arena für ein prestigeträchtiges Freundschaftsspiel zwischen Russland und Argentinien vor 78 750 Zuschauern erstmals wieder geöffnet. „Das Luschniki-Stadion hat sich wirklich verändert“, sagte der russische Nationaltrainer Stanislaw Tschertschesow nach dem Spiel. „Alle neuen Stadien in Russland sind fantastisch, auch die Luschniki-Arena.“

Zusätzlich zum Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien und dem Finale werden in der Arena drei weitere Gruppenspiele, ein Achtelfinale und ein Halbfinale ausgetragen.

Die zweite Arena der Hauptstadt ist das Spartak-Stadion, die Heimstätte des gleichnamigen Vereins. Die neu erbaute Arena mit einer Kapazität von 45 000 Zuschauern wurde 2014 eröffnet und gehört zu den vier Stadien, in denen 2017 der Konföderationen-Pokal ausgetragen wurde. Diesen Sommer werden hier vier Gruppenspiele und ein Achtelfinale stattfinden.

Eine weitere Spielstätte, die schon beim Konföderationen-Pokal eine wichtige Rolle gespielt hat, ist das Stadion in St. Petersburg. Das Eröffnungsspiel und das Finale fanden in der 67 000 Zuschauer fassenden Heimarena von Zenit St. Petersburg auf der Krestowski-Insel statt. Das zweitgrößte Stadion der WM wird Gastgeber von sieben Partien, darunter dem Spiel um den 3. Platz, sein. Ferner wurden beim Konföderationen-Pokal zwei weitere WM-Stadien getestet: Die Kasan-Arena in der gleichnamigen Stadt und Heimspielort von Rubin Kasan sowie das Olympiastadion Sotschi, dem Austragungsort der Winterspiele 2014.

Beim russischen Pokalfinale am 9. Mai stand mit der Wolgograd-Arena ein weiteres WM-Stadion im Rampenlicht, während in den übrigen sechs WM-Arenen in Kaliningrad, Samara, Jekaterinburg, Nischni Nowgorod, Saransk und Rostow am Don regelmäßig Spiele der russischen Liga stattfinden. Und natürlich können es die Austragungsstädte und ihre Einwohner kaum erwarten, im Sommer Gäste aus Nah und Fern zum diesjährigen Höhepunkt des Nationalmannschaftsfußballs zu begrüßen.

Dieser Artikel stammt ursprünglich aus UEFA Direct Nr. 178

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