England trauert um Weltmeister Ray Wilson

Die englische Fußballgemeinde verneigt sich vor ihrem früheren Linksverteidiger und Weltmeister Ray Wilson, der im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Ray Wilson 1962 beim Training mit der englischen Nationalelf.
Ray Wilson 1962 beim Training mit der englischen Nationalelf. ©Getty Images

Der englische Fußball trauert um Ray Wilson, den ehemaligen Linksverteidiger von Huddersfield Town und dem FC Everton, der bei der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 1966 auf heimischem Boden mit der englischen Nationalmannschaft den Titel gewann.

Wilson war mit 31 Jahren der älteste Spieler der Startelf des Teams von Sir Alf Ramsey, das im WM-Finale in Wembley die westdeutsche Auswahl mit 4:2 besiegte. Der Abwehrspieler aus Derbyshire stand in jenem Sommer bei allen WM-Partien über die volle Distanz auf dem Platz und krönte mit dem WM-Titel eine Saison, in der er zwei Monate zuvor mit Everton dank einem 3:2 über Sheffield Wednesday bereits den FA Cup gewonnen hatte.

Sein ehemaliger Nationalmannschaftskamerad Sir Bobby Charlton sagte: „Ray war ein großartiger Mensch, der vielen Leuten fehlen wird. Wir haben in unserer Karriere zusammen einige wunderbare Momente erlebt und ich hatte das Vergnügen, sein Zimmergenosse zu sein.“

Fünf Jahre verbrachte Ray Wilson beim FC Everton, doch begonnen hatte seine Fußballkarriere bei Huddersfield Town, für das er von 1952 bis 1964 spielte. Seine letzten aktiven Jahre verbrachte der 63-fache Nationalspieler, der bereits dem WM-Kader von 1962 angehört hatte, bei Oldham Athletic und Bradford City.

Nach seiner aktiven Zeit arbeitete Ray Wilson als Bestattungsunternehmer. Für seine Verdienste um den Fußball wurde er mit dem britischen Verdienstorden Order of the British Empire ausgezeichnet. Trotz einer Alzheimer-Diagnose besuchte Wilson weiterhin die Spiele seines Stammvereins Huddersfield.

Der ehemalige Everton-Spieler und -Trainer Joe Royle erklärte: „Er ist Weltmeister geworden und gehörte dem letzten englischen Nationalteam an, das vier, vielleicht sogar fünf Weltklasse-Spieler aufzuweisen hatte. Zu diesen zählte er selbst sicherlich dazu. Er war zur damaligen Zeit der Beste auf seiner Position. Und er war ein toller Kerl, der immer ein Lächeln oder ein nettes Wort für einen parat hatte.“

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