Italienischer Fußball trauert um Azeglio Vicini

Der ehemalige italienische Nationaltrainer Azeglio Vicini, der die Azzurri ins Halbfinale der EM-Endrunde 1988 und der FIFA-WM 1990 führte, ist im Alter von 84 Jahren verstorben.

Azeglio Vicini auf der italienischen Bank bei der FIFA-WM 1990.
Azeglio Vicini auf der italienischen Bank bei der FIFA-WM 1990. ©Getty Images

Der ehemalige italienische Nationaltrainer Azeglio Vicini ist im Alter von 84 Jahren in Brescia verstorben.

Die langjährige Verbundenheit von Azeglio Vicini mit dem Italienischen Fußballverband (FIGC) erreichte mit seiner fünfjährigen Amtszeit als Coach der Azzurri ihren Höhepunkt. Das Team erreichte unter seiner Führung 1988 das Halbfinale der Endrunde der UEFA-Fußball-Europameisterschaft und zwei Jahre später auch das Halbfinale der FIFA-Weltmeisterschaft.

Seine fußballerische Karriere begann Vicini als Mittelfeldspieler bei Lanerossi Vicenza und Sampdoria Genua, die damals beide in der Serie A spielten. 1966 beendete er seine aktive Laufbahn bei Brescia, dem Klub, bei dem er im darauffolgenden Jahr seine Trainerkarriere startete.

1968 begann er seine Arbeit bei der FIGC und wurde 1976 Trainer der italienischen U23-Auswahl. Bereits im Jahr darauf ernannte man ihn zum Coach des U21-Teams, das er während zehn Jahren leitete. Er war für eine der populärsten U21-Mannschaften Italiens verantwortlich, die 1986 im Endspiel der EM-Endrunde nach Elfmeterschießen Spanien unterlag.

Im selben Jahr übernahm Vicini die Leitung der A-Nationalmannschaft. Er holte mehrere U21-Spieler in den Kader und erreichte mit der verjüngten italienischen Auswahl das Halbfinale der EM-Endrunde 1988 in der BR Deutschland, in dem sich die Azzurri der UdSSR mit 0:2 geschlagen geben mussten. Bei der WM 1990 im eigenen Land war für die Italiener erneut im Halbfinale Schluss, als sie Argentinien im Elfmeterschießen unterlagen, nachdem sie im gesamten Turnier nur einen Gegentreffer hatten hinnehmen müssen. Im Spiel um Platz 3 konnte sich das Heimteam jedoch noch den Bronzeplatz sichern.

Nachdem Italien sich nicht für die Endrunde der EM 1992 qualifizieren konnte, wurde Vicini von Arrigo Sacchi abgelöst. Nach zwei kurzen Einsätzen als Trainer bei AC Cesena und Udinese kehrte er als Leiter des technischen Bereichs zur FIGC zurück. Dieses Amt hatte er bis 2010 inne.

Azeglio Vicini hinterlässt seine Frau Ines und drei Kinder.

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