Die offizielle Website des europäischen Fußballs

Die Geschichte der UEFA - die ersten Jahre und eine ständige Expansion

Die Geschichte der UEFA - die ersten Jahre und eine ständige Expansion
UEFA-Präsident Ebbe Schwartz überreicht Real Madrid 1960 den Pokal der europäischen Meistervereine ©UEFA.com

News

Kalender

Die Union des Associations Européennes de Football (UEFA) wurde am 15. Juni 1954 in Basel in der Schweiz gegründet. Seitdem ist der europäische Fußballdachverband – einer von sechs Kontinentalverbänden des Weltverbandes FIFA – zum Eckpfeiler des europäischen Fußballs geworden. Die UEFA handelt im Auftrag der nationalen Fußballverbände und arbeitet mit ihnen sowie mit anderen Interessengruppen des Sports eng zusammen. Ziel ist es, den Fußball zu fördern und seine Stellung als beliebteste Sportart der Welt weiter zu stärken.

Die Zeit vor der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, als die FIFA ihr 50-jähriges Bestehen feierte, war entscheidend für die Gründung des europäischen Dachverbandes. In den frühen 50er-Jahren hatten einige Visionäre, darunter Dr. Ottorino Barassi, der ehemalige Präsident und Sekretär des Italienischen Fußballverbandes, sowie seine französischen und belgischen Amtsgenossen Henri Delaunay und José Crahay, die Idee zur Gründung eines vereinten europäischen Fußballverbandes. 1953 beschloss die FIFA dann bei einem außerordentlichen Kongress, dass kontinentale Verbände gegründet werden können, was den Weg für die UEFA ebnete.

In den frühen 50er-Jahren zeichnete sich bereits ab, dass neben dem großen Weltverband auch kontinentale Organisationen nötig waren, um mit den wachsenden Anforderungen des Fußballs fertig zu werden. Bei einem Treffen am 15. Juni 1954 wurde in Basel dann die offizielle Gründung der UEFA vollzogen. Die ersten Statuten des Verbands wurden beim ersten UEFA-Kongress am 2. März 1955 in Wien verabschiedet. Von da an spielte die UEFA bei jeder wichtigen Entscheidung im europäischen Fußball auf und abseits des Rasens eine tragende Rolle. Die wichtigsten Persönlichkeiten der UEFA waren zu dieser Zeit Ebbe Schwartz (Dänemark), der am 22. Juni 1954 Präsident wurde, sowie Henri Delaunay (Frankreich), der ab dem offiziellen Gründungstreffen am 15. Juni 1954 bis zum 9. November 1955 als erster Generalsekretär der UEFA fungierte. Ihm folgte sein Sohn Pierre Delaunay nach, zunächst auf Interimsbasis, dann ab dem 8. Juni 1956 in offizieller Funktion.

Der Pokal der europäischen Meistervereine, der wichtigste Klubwettbewerb in Europa, an dem die nationalen Meister teilnehmen durften, wurde im April 1955 aus der Taufe gehoben. Ein neuer europäischer Wettbewerb für Nationalmannschaften, der Europäische Nationenpokal, wurde nach zwei Jahren Aufbauzeit 1958 eingeführt. 1956 übernahm die UEFA von der FIFA auch die Verantwortung für die Ausrichtung des Internationalen Juniorenturniers, ein seit 1948 ausgetragener Wettbewerb.

Diesen ersten Schritten folgten weitere Entwicklungen in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren. Zunächst war das UEFA-Exekutivkomitee das einzige Entscheidungsorgan der UEFA, doch nach und nach wurden verschiedene Kommissionen mit Fachleuten aus dem jeweiligen Bereich geschaffen, die sich um die verschiedenen Aspekte des Fußballs zu kümmern begannen. In dieser Phase waren die wichtigsten Leute der UEFA Präsident Ebbe Schwartz (bis 1962) und sein Nachfolger Gustav Wiederkehr (Schweiz). Außerdem folgte am 1. April 1960 Hans Bangerter (Schweiz) auf Pierre Delaunay (Frankreich) als Generalsekretär – ein Amt, das er fast drei Jahrzehnte ausüben sollte.

Parallel zu den Aktivitäten der UEFA wuchs auch die Anzahl Wettbewerbe. Der UEFA-Pokal der Pokalsieger (der später in Europapokal der Pokalsieger umbenannt wurde) wurde 1960/61 zum ersten Mal ausgetragen. Außerdem wurde 1960 der Europa/Südamerika-Pokal eingeführt, bei dem die Sieger der Landesmeisterpokale beider Kontinente gegeneinander antraten.

Die Aufgabenbereiche der UEFA wuchsen auch in den 1960er-Jahren rapide an. Neben zahlreichen neuen Expertengremien baute die UEFA auch ihre Strukturen aus und befasste sich stets mit möglichen Verbesserungen. So wurden regelmäßige Fortbildungskurse für Trainer und Schiedsrichter eingeführt und Konferenzen mit den Generalsekretären und Präsidenten der Nationalverbände abgehalten. Zu dieser Zeit nahm auch der Einfluss und das Interesse der Medien für den Fußball zu, und Verträge mit Sendeanstalten – vor allem in Bezug auf Übertragungsrechte an Fußballspielen – wurden zu einer bedeutenden Einnahmequelle.

Der Europäische Nationenpokal wurde zur Endrunde 1968 in Europameisterschaft umbenannt. Mehr und mehr rückte auch die Nachwuchsförderung in den Mittelpunkt, so dass ein Wettbewerb für U23-Nationalteams eingeführt wurde.

In den 1970er-Jahren zog der Fußball ein immer größeres Interesse auf sich, so dass die UEFA mit dieser Entwicklung erneut Schritt halten musste. Der Messepokal, 1955 gegründet, wurde 1971 in UEFA-Pokal umbenannt und kam unter die komplette Regie des europäischen Fußballverbands. 1973 wurde der UEFA-Superpokal ins Leben gerufen, wobei der Sieger des Pokals der europäischen Meistervereine auf den Gewinner des Pokals der Pokalsieger traf. Drei Jahre später ersetzte das U21- das U23-Format und 1977 wurde die Anzahl EM-Endrundenteilnehmer im Hinblick auf die Ausgabe 1980 in Italien von vier auf acht Länder erweitert.

Auf administrativer Seite wurden ebenfalls wichtige Entscheidungen getroffen: Für die Stadien wurden Sicherheitsauflagen eingeführt (1976), die Rechtspflegeorgane (Kontroll- und Disziplinarkammer sowie Berufungssenat) wurden vom Rest der UEFA-Administration getrennt, um die Unabhängigkeit dieser Organe zu garantieren (1972); für alle UEFA-Wettbewerbe wurde ein einheitliches Regelwerk eingeführt (1972); außerdem wurden erstmals Fördermittel an Vereine ausgeschüttet, die früh aus einem Klubwettbewerb ausgeschieden waren (1971).

UEFA-Präsident Gustav Wiederkehr verstarb am 7. Juli 1972 unerwartet. Nachfolger wurde am 15. März 1973 der Italiener Artemio Franchi.

Anfang der 80er-Jahre wurde das Internationale Juniorenturnier in verschiedene Formate unterteilt, es gab von nun an Wettbewerbe für U18- und U16-Mannschaften. Auch der Frauenfußball erhielt seine eigene Identität. 1982 wurde die erste Frauen-Europameisterschaft ausgetragen.

Auch abseits des Rasens blieb die UEFA nicht tatenlos. Ein großes Thema war die Verbesserung der Sicherheit bei Fußballspielen, nachdem es 1985 im Heysel-Stadion in Belgien zu einer Tragödie gekommen war. Strikte Sicherheitsvorschriften und die Auflage, dass es bei UEFA-Spielen nur Sitzplätze geben darf, wurden eingeführt. Damit machte die UEFA einen wichtigen Schritt in die Moderne. Es entstanden neue Arenen, in denen man komfortabel und sicher Fußballspiele mitverfolgen kann.

1983 starb Präsident Artemio Franchi bei einem Autounfall und Jacques Georges (Frankreich) übernahm bis 1990 das Präsidentenamt – in einer Periode, in der der Startschuss für dramatische Veränderungen im europäischen Fußball fiel und die UEFA sich an die Herausforderungen der neuen Zeit anpassen musste.

Letzte Aktualisierung: 13.02.17 20.29MEZ