Die offizielle Website des europäischen Fußballs

Kairat begeistert und schreibt Geschichte

Kairat Almaty wurde in Tbilisi die erste Mannschaft aus Kasachstan, die einen UEFA-Titel gewann. Dabei musste man den FC Barcelona und MFK Dinamo ausschalten.
von Paul Saffer
aus Tbilisi
Kairat begeistert und schreibt Geschichte
Kairat Almatys Spieler nach dem Endspiel ©Sportsfile

Kairat begeistert und schreibt Geschichte

Kairat Almaty wurde in Tbilisi die erste Mannschaft aus Kasachstan, die einen UEFA-Titel gewann. Dabei musste man den FC Barcelona und MFK Dinamo ausschalten.

Als erste Mannschaft einer Nation einen UEFA-Titel zu gewinnen, sollte bemerkenswert genug sein, doch die Art und Weise, wie Kairat-Almaty den europäischen Futsal-Thron nach Kasachstan holte, machte das Ereignis noch denkwürdiger.

Nie zuvor stand eine Mannschaft aus Kasachstan in einem UEFA-Finale. Nachdem man vier Mal zuvor im Halbfinale des UEFA-Futsal-Pokals gescheitert war, besiegte Kairat Titelverteidiger FC Barcelona 5:4 im Halbfinale und setzte sich im Endspiel mit 4:3 nach 40 Minuten gegen MFK Dinamo, den Titelträger von 2007, durch.

Es war nicht das einzige Stück Geschichte, das neu geschrieben werden musste. Nie zuvor hatte Georgien eine UEFA-Endrunde ausgerichtet, doch nachdem Iberia Star Tbilisi beim zwölften Anlauf erstmals ins Halbfinale kam, war es dann soweit. Iberia ist der einzige Klub, der an jeder Ausgabe des Wettbewerbs teilgenommen hat und hatte vor der Endrunde seinen Trainer und große Teile der Mannschaft ausgewechselt. Das zeigte sich vielleicht beim 2:5-Ausscheiden gegen Dinamo vor 7 200 lauten Fans im Palast des Sports in Tbilisi.

Im zweiten Halbfinale wurde es richtig dramatisch. Torhüter Higuita wurde als zusätzlicher Feldspieler aufgeboten und Kairats Ex-Spieler Cacau – der erst im Februar Trainer wurde – überlistete Barcelona taktisch und brachte dem Titelverteidiger mithilfe eines Hattricks von Fumasa die erste Europapokalniederlage jemals bei.

Cacau beschrieb den Sieg als "historisch", doch im Finale sollte es noch eine Steigerung geben. Dinamo stand zwölf Monate nach der Niederlage gegen Barcelona in Lleida im fünften Endspiel und galt als knapper Favorit. Doch selbst das 1:1 zur Pause war bereits glücklich für den Favoriten, der bald danach nach Treffern von Leo Santana, Fumasa und Higuita gegen Kairat scheinbar hoffnungslos mit 1:4 im Hintertreffen lag.

Das war allerdings erst der Beginn des Dramas: Ein Klärungsversuch von Higuita prallte von Cirilo ins Tor ab und drei Minuten vor dem Ende verkürzte Tatù auf 3:4. Dinamo preschte nun nach vorne und traf zweimal in den letzten Sekunden den Pfosten, bevor Kairat feiern durfte.

"Als ich ankam, war die Moral sehr niedrig", sagte Cacau. "Ich habe mit Betão und Euler gesprochen. Joan spielte in meinen taktischen Plänen ebenfalls eine große Rolle. Joan und Higuita waren der Schlüssel zum Finaleinzug."

Joan, der in der Vergangenheit für Dinamo und Iberia Star auflief, fügte hinzu: "Ich hoffe, dass wir daraus lernen und regelmäßiger Finalist werden. Ich habe mich gefreut als ich hörte, dass die Endrunde in Tbilisi stattfindet, denn ich kenne die Stadt sehr gut. Ich habe hier viele Freunde und von jetzt an werde ich Tbilisi noch mehr lieben, denn hier habe ich den glücklichsten Tag meines Lebens erlebt."

http://de.uefa.com/futsalcup/history/season=2013/index.html#kairat+schreibt+geschichte