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Barcelona auf dem Futsal-Olymp

Der FC Barcelona konnte 2012 seine beeindruckende Titelsammlung mit dem Gewinn des UEFA-Futsal-Pokals erweitern und entzückte zudem die Fans mit seiner Spielweise in Lleidas ausverkauftem Pavelló Barris Nord.
von Paul Saffer
Barcelona auf dem Futsal-Olymp
Barcelonas Spieler und Fans feiern den erstmaligen Titelgewinn ©Sportsfile

Barcelona auf dem Futsal-Olymp

Der FC Barcelona konnte 2012 seine beeindruckende Titelsammlung mit dem Gewinn des UEFA-Futsal-Pokals erweitern und entzückte zudem die Fans mit seiner Spielweise in Lleidas ausverkauftem Pavelló Barris Nord.

Nachdem Torras bereits an Spaniens Triumph bei der UEFA Futsal EURO 2012 maßgeblichen Anteil hatte (er wurde Torschützenkönig des Turniers), schoss er sein Team FC Barcelona schon zwei Monate später zum erstmaligen Gewinn des UEFA-Futsal-Pokals.

Barcelona hatte in seiner ersten Saison auf europäischer Bühne auf dem Weg in die Endrunde alle seine Gegner überrannt. Das Final Four fand dann in Lleida, im Herzen Kataloniens, statt und war somit quasi ein Heimspiel für Barcelona. Im Halbfinale schaltete Barça das berühmte Sporting Clube de Portugal aus, ehe Torras im Finale das entscheidende 3:1 gegen MFK Dinamo Moskva markierte. Kurz zuvor war dem Titelträger von 2007 der Anschlusstreffer gelungen.

Zwar war es die Debütsaison Barcelonas auf internationaler Bühne, doch wollte man die Saison nicht mit dem Sammeln von Erfahrungen verschwenden. Denn Torras, Gabriel und Javi Rodríguez konnten den Pokal bereits schon einmal in die Höhe stemmen. Zudem finden sich viele Spanier und Brasilianer im Kader, die bereits die FIFA-Futsal-Weltmeisterschaft gewinnen konnten. Und natürlich kann auch der Klub, der FC Barcelona, auf zahlreiche Titelgewinne auf europäischem Parkett, nicht zuletzt im Fußball, zurückblicken.

An beiden Endrundentagen war die 5 000 Mann fassende Halle Pavelló Barris Nord bis auf den letzten Platz gefüllt, und die Stimmung war trotz des Ausscheidens der Katalanen im Halbfinale der UEFA Champions League in der selben Woche erstaunlich gut. Trainer Marc Carmona sagte anschließend: "Zuerst hatte ich meine Bedenken, das Final Four hier (in Lleida) stattfinden zu lassen, aber am Freitag waren bei mir bereits alle Zweifel ausgeräumt. Die Stimmung war fantastisch, und die Fans haben maßgeblichen Anteil an unserem Titelgewinn." Mit dem Anpfiff des Endspiels lieferte Barcelona eine grandiose Leistung ab. Bereits nach zwei Minuten sorgte der Spieler des Spiels, Wilde, für den Führungstreffer. Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit schoss Lin dann sogar das 2:0.

Bei Dinamo spielten immer noch etliche Spieler, die den Titel 2007 in Murcia erringen konnten. Trainer Faustino Pérez gewann den Pokal 2002 mit Playas de Castellón FS, als er zum ersten Mal vergeben wurde. 2003 konnte er ihn sogar erfolgreich verteidigen. Auch Rodriguez trug zu diesem Zeitpunkt das Trikot dieses Klubs. Deswegen war es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich die Dinamo-Spieler weder vom Rückstand noch von der überragenden Atmosphäre beeindrucken ließen und mit aller Macht auf den Anschlusstreffer drängten. Drei Minuten vor Schluss gelang dem erfahrenen Haudegen Aleksandr Rakhimov dieser dann auch. Doch dann konnte Torras den Ball nach toller Vorarbeit von Aris zum 3:1 ins leere Tor einschieben, da Dynamo volles Risiko gegangen war und den mitspielenden Torhüter Tatù aufs Feld geschickt hatte.

Trotz der Finalniederlage war es ein gelungenes Comeback von Dinamo auf internationaler Bühne. Obwohl man bis 2009 fünf Mal in Folge unter den letzten vier Teams war, konnte man sich im Anschluss zweimal in Folge nicht qualifizieren. Mit einem Last-Minute-Treffer von Cirilo gegen Iberia Star Tbilis zog man ins Final Four ein. Noch nie zuvor war Iberia, das als einzige Mannschaft in der 11-jährigen Geschichte des UEFA-Futsal-Pokals immer vertreten war, so nah dran am Final Four. Im Halbfinale konnten die Russen dann das italienische Team Marca Futsal mit einem souveränen 3:0 schlagen.

Die Debütanten Marca hatten den Titelverteidiger ASD Città di Montesilvano C/5 in der Eliterunde aus dem Wettbewerb gekegelt. Im Spiel um Platz drei gewannen die Italiener im Penalty-Schießen die Bronzemedaille gegen den Vorjahresfinalisten Sporting, der im Halbfinale gegen Barcelona mit 1:5 verloren hatte. Die Trophäe ging also wieder mal nach Spanien, nachdem Playas den Titel bereits zweimal und Interviú den Pokal gar dreimal gewinnen konnte.

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