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Charleroi holt den Titel nach Belgien

2004/05 beendete der belgische Klub Action 21 Charleroi die Vorherrschaft der Spanier im UEFA-Futsal-Pokal und holte sich in einem Herzschlag-Finale den Titel.
Charleroi holt den Titel nach Belgien
Der Spiroudôme ist die Heimspielstätte von Action 21 Charleroi ©Action 21 Charleroi

Charleroi holt den Titel nach Belgien

2004/05 beendete der belgische Klub Action 21 Charleroi die Vorherrschaft der Spanier im UEFA-Futsal-Pokal und holte sich in einem Herzschlag-Finale den Titel.

Abgesehen von den spanischen Vereinen war der belgische Klub Action 21 Charleroi mit seinen vielen brasilianischen Spielern der erfolgreichste Klub in den ersten drei Jahren des UEFA-Futsal-Pokals. Der belgische Verein holte den Titel 2004/05 und ist somit der einzige Titelträger, der nicht aus Spanien kommt.

Das Format blieb zwar unverändert, dennoch gab es einen großen Unterschied zu den Vorjahren. Der spanische Klub Playas de Castellón FS, der Gewinner der ersten beiden Auflagen, fehlte zum ersten Mal. In der Saison 2003/04 hatte Boomerang Interviú aus Spanien den Titel geholt. Der Klub aus Madrid, der spanische Konkurrent ElPozo Murcia FS und der zweifache Vizemeister Charleroi marschierten problemlos durch die erste Qualifikationsrunde. Auch die Spieler von Sporting Clube de Portugal, die sich in der heimischen Liga vor dem früheren Europapokalfinalisten SL Benfica die Meisterschaft sicherten, und der russische Vertreter MFK Dinamo Moskva hatten in der ersten Runde keine Probleme.

Bei seiner Turnierpremiere im Vorjahr war Dinamo noch am niederländischen Klub KVV West Stars gescheitert, doch in diesem Jahr erzielten die Russen in der ersten Runde 36 Tore und sicherten sich dadurch das Heimrecht in der zweiten Qualifikationsrunde. Schon früh stellte sich in der Gruppe B heraus, dass es auch dieses Mal ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem russischen und dem spanischen Klub geben würde. Am ersten Spieltag konnte Dinamo den FC Shakhtar Donetsk dank eines Dreierpacks von Cirilio mit 6:2 bezwingen, während Murcia einen 8:0-Sieg gegen den FC Dorozhnik Minsk feierte. In diesem Spiel erzielte Paulo Roberto vier Treffer. Zwei Tage später besiegten die Spanier Shakhtar ebenfalls mit 8:0 und bauten ihre Europapokal-Bilanz auf fünf Siege und 41 Tore aus. Dinamo konnte sich mit 10:6 gegen Minsk durchsetzen und profitierte dabei von einem Hattrick von Joan in der zweiten Halbzeit. Dinamo brauchte nun einen Sieg gegen Murcia, um ins Finale einziehen zu können. Sergei Ivanov brachte die Russen in der elften Minute in Führung, doch Lenisio gelang kurz vor der Halbzeit der Ausgleich. Aber die Russen schlugen kurz nach der Pause zurück und Sergey Malychev und Cirilo sorgten für die erneute Führung. Danach gab Dinamo die Führung nicht mehr ab und feierte am Ende einen 5:4-Erfolg.

Die Spiele der Gruppe A wurden in Charleroi ausgetragen und es waren die Gastgeber, die gemeinsam mit Interviú die Gruppe dominieren konnten. Der Titelverteidiger startete mit einem 3:0-Sieg gegen KMN Svea Lesna Litija, während Charleroi mit einem 7:4-Triumph gegen Sporting in die Gruppe einstieg. Einen Tag später konnte Interviú einen Halbzeitrückstand gegen Sporting noch umbiegen und setzte sich am Ende mit 4:3 durch. Charleroi gewann gegen Lilija mit 3:1 und setzte sich aufgrund der besseren Tordifferenz an die Tabellenspitze. Dadurch reichte den Belgiern im letzten Gruppenspiel gegen Interviú ein Unentschieden, um ins Finale einziehen zu können. In diesem letzten Spiel gingen die Gastgeber in der 32. Spielminute durch Kelson in Führung. Schon fünf Minuten später sorgte Neto für den Ausgleich und eine Minute danach brachte Gabriel den Titelverteidiger in Front. Somit schienen die Spanier auf dem Weg ins Finale zu sein, doch Lúcio Rosa erzielte vor mehr als 6000 Fans den viel umjubelten Ausgleichstreffer und stellte den Finaleinzug der Belgier sicher.

Der Spiroudôme in Belgien war der Schauplatz für das Finalhinspiel. Schon in der Halbzeitpause hatten die belgischen Fans Grund zur Freude, denn Charleroi ging mit einer 4:1-Führung in die Kabine. Zwischen der elften und der zwölften Spielminute überschlugen sich die Ereignisse und aus einem torlosen Unentschieden wurde innerhalb von 120 Sekunden eine 3:1-Führung. In der zweiten Halbzeit gelang den Russen durch Pelé Junior und Konstantin Maevskiy der Anschluss zum 3:4. Somit gingen die Belgier mit einem knappen Heimsieg in das Rückspiel, das eines der dramatischsten Spiele in der Sportgeschichte werden sollte.

Schon nach drei Minuten brachte Ivanov Dinamo in Front und dank der Auswärtstorregel lagen die Russen nun auch insgesamt in Führung. Doch zwei Tore durch Alex stellten das Spiel auf den Kopf und nun war Charleroi auf dem Weg zum Titel. In der zweiten Halbzeit brachten Joan und Olexiy Kudlay Dinamo erneut in Führung, es hieß 3:2 für die Russen. Chaleroi antwortete wieder und glich durch André Vanderlei aus. Zwei Minuten vor dem Ende traf Ivanov für Moskau und erzwang mit dem 4:3 die Verlängerung. Dort gelang den Belgiern der erste Treffer durch Henrique, doch Tore von Joan und Cirilo brachten die Russen mit 6:4 in Front und somit scheinbar auf die Siegerstraße. Aber in den letzten zwei Minuten sorgte zunächst Kelson für den Anschlusstreffer, ehe ein Tor von Eder den belgischen 10:9-Triumph nach Hin- und Rückspiel perfekt machte.

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