
Es war das 100. Länderspiel Kroatiens, das fünfte gegen die Schweiz, und eines, an das sich vor allem die Mannschaft Ottmar Hitzfelds gerne erinnern wird: Sie siegte 4:2 im letzten Test vor der Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft.
Vor allem zwei Erkenntnisse hatte sich Hitzfeld vom letzten Test erhofft, namentlich die Antworten auf die Fragen: Wie wird seine Mannschaft gegen die kroatischen Techniker verteidigen? Und: Wie wird sie kontern?
Nach gut 90 Minuten und einem 4:2 im Backofen von Split durfte der Schweizer Nationaltrainer feststellen: Seine Mannschaft verteidigte mehrheitlich konzentriert, konterte mitunter sehr gut und, nicht unbedeutend, nie in der inzwischen vierjährigen Amtszeit des Deutschen erzielte sie mehr Auswärtstreffer.
Hitzfeld darf jedenfalls guten Gewissens von einer gelungenen Probe fürs erste FIFA-WM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien sprechen - selbst dann, wenn die Partie noch nicht die Intensität eines Wettbewerbsspiels erreichte.
In Führung ging die Schweiz durch Granit Xhaka: Er beförderte den Ball aus sieben Metern unter die Latte, nachdem Stipe Pletikosa einen Schuss von Stephan Lichtsteiner nach vorne abgewehrt hatte (11.). Xhaka gelang somit Historisches - er ist der erste Schweizer, der gegen Kroatien ein Tor erzielt hat.
Der zweite Schweizer Treffer gelang Tranquillo Barnetta, auch er nach einem Abpraller: Xherdan Shaqiri schoss zunächst nur an den rechten Pfosten, doch Barnetta profitierte und schob gegen die Laufrichtung Pletikosas ein (37.).
Zwischendurch (20.) hatte Eduardo mit einem starken Drehschuss ausgeglichen - und damit kleinere Schwächen in der Schweizer Abwehr offengelegt; besonders Ricardo Rodriguez und Steven von Bergen hatten nicht konsequent genug gegen Eduardo und Passgeber Dario Srna eingegriffen.
Doch das Positive überwog bei den Schweizern an diesem Tag: Fünf Minuten nach Wiederanpfiff legte Shaqiri quer in den Strafraum auf Mario Gavranović, der in die kurze Ecke traf. Der Stürmer des FC Zürich war als einer von vier neuen Spielern nach der Pause eingewechselt worden.
Und nachdem Eduardo ein zweites Mal von einer Unachtsamkeit Von Bergens profitiert und zum 2:3 eingenickt hatte (64.), schlug Gavranović ein zweites Mal zu - diesmal mit einem 20-Meter-Schuss. Wäre Teamkollege Admir Mehmedi in der Schlussphase noch etwas treffsicherer gewesen, der Schweizer Sieg wäre noch höher ausgefallen.
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