Bundesligaschlager endet remis
Montag, 26. Oktober 2009Der Hamburger SV hat mit einem 3:3 beim FC Schalke 04 den Sprung an die Tabellenspitze der Bundesliga verpasst. Der SV Werder Bremen gewann mit 4:1 beim VfL Bochum, während Hertha BSC Berlin mit einem 0:0 gegen den VfL Wolfsburg die Talfahrt stoppte.
Spielplan und Ergebnisse
Tabelle
Berg mit dem Führungstor
Die erste Möglichkeit für die Hamburger in der ausverkauften Arena AufSchalke hatte Marcus Berg nach einer Flanke von Elia, doch aus fünf Metern köpfte der Schwede die Kugel am Kasten vorbei. Dies sollte er in der 26. Minute besser machen, als er ein kluges Zuspiel von Eljero Elia aufnahm und per Linksschuss aus acht Metern traf. Die Ambitionen der Knappen, mit einem Sieg den HSV hinter sich zu lassen und mit Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen gleichzuziehen, hatten damit einen herben Dämpfer erhalten.
Freistoßkracher
Zwei Minuten später hätte Kevin Kuranyi für den Ausgleich sorgen können, doch mit einem Schrägschuss scheitert er an Schlussmann Frank Rost; er hätte besser auf Jefferson Farfán abspielen sollen. Den nächsten Rückschlag für die Gastgeber gab es in der Schlussminute der ersten Hälfte, da trat Piotr Trochowski aus 32 Metern einen Freistoß, der direkt im Tor landete. Das 2:0 war eine verdiente Pausenführung.
Anschluss durch Kuranyi
Fünf Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als die Mannschaft aus Gelsenkirchen wieder Hoffnung schöpfte. Nach einer Flanke von der rechten Seite von Ranfinha hielt Kuranyi seinen Kopf hin und rammte die Kugel zum Anschluss in die Maschen. Nach einer Stunde fand die Dramatik einen weiteren Höhepunkt. Zunächst zog David Rozehnal gegen Kuranyi die Notbremse und wurde des Feldes verwiesen, nach dem anschließenden Freistoß durften die Schalker Fans jubeln: Rost parierte den Kracher von Marcelo Bordon, hatte dann aber beim Kopfball von Lukas Schmitz keine Chance.
Zweites Tor von Berg
Nun schien alles auf einen Sieg von Schalke hinzudeuten, zumal sie eine halbe Stunde in Überzahl agieren konnten, aber zehn Minuten vor dem Ende schlugen die Hanseaten abermals zu, und wieder durch Berg, der nach einem schönen Solo von Zé Roberto bedient wurde. Doch dies war noch nicht das Ende. In der Schlussminute erzielte auch Kuranyi seinen Doppelpack, als er nach einer Flanke von Heiko Westermann den Kopf hinhielt. In der Nachspielzeit hätte Gerald Asamoah beinahe sogar noch das Siegtor markiert. Doch dieses sensationelle Spiel hatte keinen Verlierer verdient. Der HSV bleibt punktgleich hinter Leverkusen Zweiter, während Schalke – auf Platz vier liegend – weiter zwei Punkte Rückstand hat.
Schnelle Tore, Pfosten, Latte
Auch in Bochum ging er turbulent zur Sache. Schon nach 38 Sekunden – das schnellste Tor der laufenden Saison - gingen die Gastgeber gegen Bremen in Führung, als Shinji Ono einen Steilpass auf Stanislav Šesták spielte, der Tim Wiese keine Chance ließ. Damit verpasste der Keeper um 22 Minuten einen vereinsinternen Rekord, den Oliver Reck mit 641 Minuten ohne Gegentor aufgestellt hatte. Zwei Minuten später beinahe das 2:0, doch der Schlenzer von Mimoun Azaouagh aufs lange Eck landete am Pfosten. Weitere vier Minuten später traf Christian Fuchs mit einer Ecke die Latte. Kurz darauf erzielte Aaron Hunt den Ausgleich (9.). Nach einer Ecke von Mesut Özil verlängerte Claudio Pizarro per Kopf, so dass der Stürmer nur noch den Fuß hinhalten musste.
Führung für Werder
Allmählich bekamen die Gäste aus dem Norden Oberwasser und gingen nach gut einer halben Stunde sogar in Führung, wobei sich diesmal Hunt als Vorbereiter hervortat. Nach einem Doppelpass mit Marko Marion war es der Neuzugang vom VfL Borussia Mönchengladbach, der seinen ersten Pflichtspieltreffer für seinen neuen Verein erzielte. Das Spiel war auf den Kopf gestellt.
Bremen holt auf
Im zweiten Abschnitt kämpfte Bochum um den Ausgleich, aber es waren die Bremer, die erfolgreich waren. Zunächst durch den eingewechselten Tim Borowski (76.), der von Torsten Frings in Szene gesetzt wurde, und schließlich in der Nachspielzeit durch Özil, der per Außenrist ins lange Eck traf. Bremen hat damit den Rückstand auf die Tabellenführung auf einen Zähler verkürzt, während Bochum den vorletzten Platz belegt.
Flotter Beginn
Hertha hat nach acht Niederlagen mit dem 0:0 daheim gegen Wolfsburg den ersten Punkt geholt. Dabei präsentierte sich die Mannschaft von Friedhelm Funkel in stark verbesserter Form. Die Partie begann sehr temperamentvoll, und so hatte die Hertha bereits in der ersten Minute eine Chance, als sich Adrian Ramos auf der rechten Seite durchsetzte und Gojko Kačar bediente, der aus sechs Metern allerdings deutlich verzog. Im Gegenzug spielte Zvjezdan Misimović Stürmer Obafemi Martins an – er stand abermals für Grafite auf den Platz, der einen einwöchigen Brasilien-Urlaub verordnet bekommen hatte -, aber der Nigerianer jagte die Kugel über das Gehäuse.
Drobný hält
Auch danach blieb das Spiel recht flott, zur Halbzeit standen 12:5 Torschüsse auf der Habenseite der Hauptstädter, die die Partie bis dahin weitgehend bestimmt hatten. Acht Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als Stammkeeper Jaroslav Drobný, der in den vergangenen vier Bundesligaspielen verletzt gefehlt hatte und erstmals wieder dabei war, bei einer glasklaren Chance von Edin Džeko das Remis festhielt.
Gerechtes Remis
Auf der anderen Seite zeigte Wolfsburgs Diego Benaglio, dass auch er ein erstklassiger Torhüter ist, als er einen Volley von Kačar entschärfte. Auch Ramos hatte nach einem Freistoß eine gute Chance, doch der Ball ging wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Insgesamt hatten die Wölfe in der zweiten Hälfte zwar mehr vom Spiel, die Partie aber endete mit einem gerechten Unentschieden.
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