Nuri Şahin träumt von Russland

Wieder einmal steht für die Türkei ein echtes Finale an. Nur ein Sieg gegen Island lässt dem Team um den Dortmunder Nuri Şahin eine echte Chance auf das Erreichen der WM-Play-offs...

Nuri Sahin bei der auch für ihn glücklosen EURO 2016
Nuri Sahin bei der auch für ihn glücklosen EURO 2016 ©Getty Images

Für die türkische Nationalelf steht am Wochenende mal wieder ein echtes Finale an. Bei einem Heimsieg gegen Island hat das Team um den Dortmunder Nuri Şahin die Play-offs fast schon in der Tasche, bei einer Niederlage wären die Türken dagegen definitiv ausgeschieden. Wir haben uns vor diesem wegweisenden Spiel mit dem BVB-Mittelfeldstar unterhalten.

"In der letzten Qualirunde haben wir auf Island verloren und zu Hause dann in letzter Minute gewonnen und uns so für die EM qualifiziert und das ist vielleicht ein gutes Omen", hofft der Dortmunder auf eine Wiederholung dieses Last-Minute-Wunders, weiß aber auch um die Stärken des Teams, das bei der UEFA EURO 2016 für Furore gesorgt hat. "Das ist eine körperlich eine sehr, sehr starke Mannschaft, die mittlerweile auch mit Topspielern bestückt ist. Sie spielen ein etwas komisches System, aber ich sehe definitiv Chancen für uns."

Sollte es mit einem Dreier gegen die Isländer klappen, fehlt dann "nur" noch ein Sieg bei den schon abgeschlagenen Finnen, aber dieses "nur" steht ganz bewusst in Anführungszeichen…

Zumindest beim BVB läuft es für Nuri Şahin rund
Zumindest beim BVB läuft es für Nuri Şahin rund©Getty Images

"Ja, das wäre dann ein echtes Finale. Wir Türken machen uns ja das Leben gerne schwer und haben eigentlich immer ein Finale und jetzt haben wir noch eines, in dem wir Geschichte schreiben können", so Şahin, der beim BVB bislang eine großartige Saison spielt und zuletzt auch in der Nationalmannschaft gegen Kroatien zu überzeugen wusste.

"Es ist jetzt nicht so, dass die Türkei untergeht, wenn wir das Spiel verlieren, aber für das Fußballland Türkei wäre es schon sehr, sehr wichtig, wenn wir das Spiel gewinnen, damit wir auch unseren jungen Spielern eine Chance geben, sich bei der WM zu beweisen", schielt der 29-Jährige schon ein bisschen in Richtung Russland.

2005 gelang Nuri Şahin bei seinem Länderspiel-Debüt gegen Deutschland ein Tor
2005 gelang Nuri Şahin bei seinem Länderspiel-Debüt gegen Deutschland ein Tor©Getty Images

"Mich erfüllt es mit Stolz, dass wir jetzt beim AS Rom einen Spieler haben. Bei Villarreal haben wir einen jungen Spieler, bei Freiburg spielt ein Nationalspieler. Das muss das Ziel sein. Die Jungs müssen ins Ausland, die Jungs müssen auf hohem Niveau spielen", erklärt Şahin, der ja selbst 2005 mit gerade 17 Jahren der jüngste Debütant in der türkischen Nationalelf war und neben dem BVB-Trikot auch das von Real Madrid und Liverpool getragen hat.

Aber auch für Şahin selbst wäre die WM-Teilnahme ein weiteres Karriere-Highlight: "Wann waren wir das letzte Mal bei der WM dabei?" fragt Şahin und gibt gleich selbst die Antwort: "2002! Das sagt doch schon alles. Ja, es wäre schön, wenn ich sozusagen zum Ende meiner Karriere, auch wenn sich das mit 29 jetzt blöd anhört, endlich eine Weltmeisterschaft spielen kann."