Österreich unterliegt Irland

Nach einer verkrampften Leistung musste sich die ÖFB-Auswahl im Wiener Ernst-Happel-Stadion der Republik Irland mit 0:1 geschlagen geben und steht nun mit dem Rücken zur Wand.

Die Qualifikationsträume der österreichischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2018 haben einen neuerlichen Dämpfer bekommen. Daheim unterlag die Elf von Marcel Koller Irland mit 0:1 und konnte wieder nicht an alte Qualitäten anknüpfen. Den einzigen Treffer erzielte James McClean nach einem Konter. 

Wenige Stunden vor dem Anpfiff sah Österreichs Hauptstadt erstmals in diesem Spätherbst Schneeflocken. Gegen Abend hin entwickelte sich das Wetter zu einem nasskalten Graus, bei dem man eigentlich froh sein sollte, wenn man das Haus nicht verlassen muss. 48 500 Fans trotzten den Witterungen aber dennoch, eingeheizt wurde ihnen aber nicht wirklich.

Das Spiel köchelte auf Sparflamme. Die Österreicher, die mit Marcel Sabitzer in der offensiven Zentrale und Alessandro Schöpf am rechten Flügel agierten, kamen nicht wirklich in Schwung, die Iren beschränkten sich zumeist auf Defensivarbeit.

Gegen Ende der ersten Hälfte gab es aber doch noch zwei Highlights. Aleksandar Dragović dribbelte sich in Beckenbauer-Manier tief in die gegnerische Hälfte, über Marko Arnautović wurde Marcel Sabitzer bedient. Der RB-Leipzig-Allrounder setzte seinen Heber aber an die Querlatte.

Auf der anderen Seite fand Robbie Brady mit seiner Flanke Jon Walters, aus wenigen Metern jagte der Stoke-City-Stürmer den Ball aber in den Nachthimmel.

In dieser Tonart ging es nach dem Pausenpfiff weiter. Allerdings nur auf einer Seite. Nach einem Ballverlust von Kevin Wimmer zündete Irland den Turbo, Wes Hoolahan schickte McClean auf die Reise, der ließ sich nicht zweimal bitten und schloss den Bilderbuch-Konter mit einem Schuss durch die Beine von Ramazan Özcan ab (48.).

Davon beflügelt drängte Irland auf den zweiten Treffer. Nach einem Freistoß schraubte sich Walters in die Lüfte und köpfelte ein. Sein Torjubel wurde aber jäh von der erhobenen Fahne unterbrochen. Kurz darauf musste Marcel Sabitzer auch noch auf der Linie klären, von einem rot-weiß-roten Aufbäumen war nicht viel zu sehen.

Marcel Koller brachte Louis Schaub vom SK Rapid Wien. Der stellte sich gleich einmal mit einem Distanzkracher vor, eine Initialzündung war aber auch das nicht.

Die Österreicher hatten mehr von der Partie, durch die verkrampfte Spielweise, die jegliche Leichtigkeit vermissen ließ, schauten aber kaum gefährliche Momente dabei heraus. In den letzten Minuten probierte es die gefrustete Koller-Elf fast nur noch mit hohen Bällen – und hatte damit gegen die irische Abwehr keine Chance.

Die größte Möglichkeit war auch gleichzeitig die letzte. Julian Baumgartlinger donnerte einen Volley aufs Tor, Marc Janko sprang mit einem Hechtkopfball dazwischen, der Ball flog aber am Tor vorbei.

Es blieb beim 0:1 aus österreichischer Sicht. Mit vier Punkten aus vier Spielen sind die Qualifikationschancen für die Weltmeisterschaft 2018 schon jetzt gering. Irland hält bei zehn Zählern.