Kollers letzte Spiele

Österreichs Teamchef Marcel Koller will gegen Serbien und Moldawien trotz des vorzeitigen Scheiterns in der Qualifikation noch einmal volle Punkte holen. Und einen würdevollen Abschied von der ÖFB-Trainerbank feiern.

Marcel Koller geht in die letzten Spiele auf der Österreich-Bank
Marcel Koller geht in die letzten Spiele auf der Österreich-Bank ©AFP/Getty Images

Für Österreichs Nationalteam steht am Freitag gegen Serbien im Wiener Ernst-Happel-Stadion nichts mehr am Spiel. Die Österreicher sind vor dem Länderspiel-Doppel gegen die Serben und am Montag in Moldawien bereits ohne Chance auf die Endrunde 2018. Dennoch wird das Stadion in Wien gut besucht sein, denn die Gäste wollen ihr Ticket für Russland lösen und bringen zahlreiche Zuschauer mit.

Marcel Koller, der am Freitag vor seinem 53. Spiel auf der ÖFB-Trainerbank steht und mit den beiden Gruppenspielen wohl seine Verabschiedungsrunde antreten wird, hat mit der geringen Bedeutung der Duelle kein Problem und sieht auch keine Motivationsprobleme bei seinen Kickern.

"Es ist wichtig, dass wir unsere Ideen auf den Platz bringen und befreit aufspielen", forderte der Schweizer vor seinem womöglich letzten Heimspiel. "Wir müssen als Mannschaft auftreten, jeder muss für den anderen laufen und Räume schließen", so Koller.

Highlights: Serbien - Österreich 3:2
Highlights: Serbien - Österreich 3:2

Auch wenn es nur mehr um die Ehre geht, als Tabellenvierter der Gruppe D will die ÖFB-Elf auch gegen den noch ungeschlagenen Gegner aus Serbien bestehen. "Die Serben haben ein starkes Team und vorne hervorragende Spieler. Sie haben in der ganzen Qualifikation auch Chancen zugelassen, aber das haben alle anderen nicht ausgenützt", meinte Koller.

Für das Aufeinandertreffen mit den Gästen vom Balkan muss der Teamchef gleich eine Vielzahl an Akteuren vorgeben. So fehlen mit David Alaba, Marcel Sabitzer, Martin Harnik und Martin Hinteregger gleich vier Spieler der Startelf verletzungsbedingt.

Den nachnominierten Spielern wie Christoph Knasmüllner, Maximilian Wöber oder Philipp Schobesberger traut Koller allerdings einiges zu: "Wir haben viele Junge dabei, die viel Enthusiasmus und Freude haben und sich präsentieren wollen."

Die Medienberichte und Spekulationen rund um die Zukunft des Teams und der Trainerfrage im ÖFB geht dem Schweizer und auch den Spielern nahe. "Wir können nicht beeinflussen, ob sie Zeitungen lesen oder im Internet herumsurfen", erklärte Koller. "Die Spieler sind aber Profis genug, dass sie fokussiert sind, auf was wichtig ist - und das ist Fußball."

Sollte Österreich aus den beiden Spielen ohne große Punkte hervorgehen, dann droht neben dem schon erlittenen Aus in der Qualifikation, zudem das schlechteste Abschneiden in einer WM-Qualifikationsphase. Den Tiefpunkt erreichte das Team 1994 als sich die Österreicher in ihrer Gruppe mit Platz vier begnügen mussten - auch dem derzeitigen Platz in der Gruppe D. 

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