Österreich vor dem Aus

Mit der 0:1-Niederlage in Wales steht Österreichs Nationalteam kurz vor dem Scheitern in der Qualifikation. Das Goldtor für die Waliser erzielte der erst 17-jährige Benjamin Woodburn.

Für das österreichische Nationalteam dürfte der Traum von der Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft 2018 in Russland ausgeträumt sein. Mit einem 0:1 in Wales ist die Chance auf die Qualifikation nur mehr minimalst. Ausgerechnet ein 17-jähriger Team-Debütant dürfte zu Österreichs Sargnagel in Gruppe D geworden sein.

Österreich ließ den Walisern in der Anfangsphase des Spiels viele Freiheiten und auch Platz. Aaron Ramsey sorgte in der neunten Minute mit dem ersten Torschuss für Aufsehen, nachdem er nach einem Stellungsfehler an den Ball kam und sich in den 16er durchschlängelte.

Die Österreicher hatten zwei Minuten später den ersten guten Angriff über die linke Seite, jedoch brachte Marcel Sabitzer aus der Flanke von Marko Arnautović nichts Zählbares zustande.

In der sehr schnell geführten Partie gaben die Österreicher nach gut 15 Minuten immer mehr den Ton an, nachdem in der Anfangsphase das Spiel noch klar den Gastgebern gehörte. Richtig zwingende Torchancen konnten sich die Kicker von Marcel Koller aber vorerst keine erarbeiten. Jedoch gab es eine Reihe an Eckbällen und Halbchancen.

In der 27. Minuten musste der österreichische Teamchef Sebastian Prödl vorgeben, der sich in einem Zweikampf verletzt hatte. Für ihn kam Kevin Danso in der Innenverteidigung zu seinem Debüt in der Nationalelf. Im Spiel war ein wenig die Luft draußen, ehe Wales durch Ramsey für eine kurze Schrecksekunde mit einem Schuss an die Querlatte sorgte, jedoch hatte Schiedsrichter Ovidiu Haţegan bereits wegen eines Stürmerfouls zuvor abgepfiffen.

Quasi im Gegenzug hatte Arnautović die bisher beste Chance der Österreicher. Nach einem schönen Zuspiel von Julian Baumgartlinger schlenzte der England-Legionär den Ball vom Fünfer-Eck aber an Keeper Wayne Hennessey und am Gehäuse vorbei ins Toraus. Sabitzer prüfte gut fünf Minuten und noch einmal zwei Minute vor der Pause den walisischen Keeper, blieb aber in beiden Abschlüssen zu ungenau.

Österreich konnte sich im Lauf der ersten Hälfte mehr vom Spiel sichern und hatte auch die besseren Offensivaktionen. Wales kam nur durch einige Nachlässigkeiten der Gästeabwehr zu einzelnen Möglichkeiten, die aber alle versandeten. So auch bei einem gewaltigen Schnitzer von Heinz Lindner, den Danso in letzter Not klären konnte.

Nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild wie zum Start der Partie. Wales drückte, Österreich ließ vorerst gewähren und hatte ein paar Probleme, wieder ins Spiel zu finden. Elf Minuten nach der Pause musste Lindner das erste Mal wirklich rettend eingreifen und parierte einen Distanzhammer von Gareth Bale.

Die ÖFB-Elf riss aber, wie schon zuvor, das Ruder wieder herum und war, wenn auch nur hauchdünn, die spielbestimmende Mannschaft. Beide Teams hatten Halbchancen, die sich auf beiden Seiten aus der teilweise nachlässigen Defensivarbeit ergaben.

Wales' Trainer Chris Coleman versuchte, mit einem Stürmer-Doppeltausch kurz vor der 70. Minute die Offensive zur stärken. Der 17-jährige Benjamin Woodburn war einer der beiden Eingewechselten und sorgte bei seinem Debüt in der 74. Minute auch gleich für das 1:0 der Waliser. Aleksandar Dragović klärte einen Ball schlecht, ehe Woodburn mit einem Distanzschuss für die Führung sorgte.

Österreich gab sich aber noch nicht geschlagen, auch wenn alle Versuche umsonst blieben. Arnautović fand in der 78. Minute bei einem Schuss aus zehn Metern in Hennessey seinen Meister. Koller brachte mit Michael Gregoritsch und Marc Janko ebenso noch frische Offensivkräfte. Die Mühen der Österreicher und auch des Teamchefs waren aber zu wenig und es blieb beim 0:1. Bale und Hal Robson-Kanu hätten in der Nachspielzeit um ein Haar sogar noch das zweite Tor für die Gastgeber erzielen können.

Nach dem Spiel hingen die rot-weiß-roten Köpfe natürlich tief. "Ich denke, das war es mit der Qualifikation. In der ersten Hälfte haben wir ein sehr gutes Spiel gezeigt. Da muss man zumindest ein Tor schießen. In der zweiten hat Wales mehr Druck gemacht. Vielleicht fehlt der Fokus, die letzte Konsequenz", meinte Koller.

Auch Sabitzer stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: "Wir haben es phasenweise gut gemacht, aber wenn du die Chancen nicht machst, dann verlierst du. Wir hatten zwei, drei gute Möglichkeiten, aber bei einem Auswärtsspiel wird es dann eben ganz schwer."