Löw setzt gegen Tschechien auf Offensivpower

"Wir wollen Tschechien über unsere offensive Kraft in den Griff bekommen unabhängig von unserem System", sagte Bundestrainer Joachim Löw vor der Partie am Freitag in Prag.

Das deutsche Team im Training vor der Partie in Prag
Das deutsche Team im Training vor der Partie in Prag ©Getty Images

Sechs Spiele in den European Qualifiers, sechs Siege und fünf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Nordirland – die deutsche Nationalmannschaft hat die Qualifikation für die FIFA-Weltmeisterschaft 2018 bereits dicht vor Augen. Die nächste Hürde auf dem Weg nach Russland befindet sich in Prag, wo der Titelverteidiger am Freitag ab 20.45 Uhr gegen die Tschechische Republik ran muss.

Das Hinspiel im letzten Oktober in Hamburg war eine eindeutige Angelegenheit, trotzdem warnt Mats Hummels vor dem Gegner: "Die Tschechen haben im Hinspiel trotz des 3:0 ein gutes Spiel abgeliefert. Wir mussten uns oft aus schwierigen Situationen befreien. Ich rechne nicht mit einer einfachen Partie. Logischerweise wollen wir das Spiel so angehen, dass wir nicht in größere Nöte geraten. Mit der U 21 habe ich aber schon gegen die Tschechen verloren, deshalb werde ich die Partie nicht überheblich angehen."

Im Kampf um Platz zwei in Gruppe C, der für die Play-offs reichen könnte, stehen die Tschechen richtig unter Druck, haben sie doch als Tabellendritter bereits vier Punkte Rückstand auf die Nordiren. "Sie müssen etwas machen, sie müssen aufholen, sie stehen mit dem Rücken zu Wand und werden versuchen, gegen uns zu punkten", erklärte Bundestrainer Joachim Löw. "Sie haben in den vergangenen 20 Jahren immer gute Turniere gespielt und gute Spieler herausgebracht. Wir haben großen Respekt vor Tschechien."

Nach dem Triumph beim Confed Cup mit einem weitestgehend unerfahrenen Team sind für die Partien gegen Tschechien und Norwegen wieder zahlreiche etablierte Nationalspieler in den deutschen Kader zurückgekehrt. "Beim Confed Cup haben wir sehr viele Erkenntnisse gewinnen können", sagte Löw. "Zum Start der Saison stehen wir, jetzt wo manche von den Weltmeistern zurückgekehrt sind, an einem Punkt, wo nicht alle eingespielt sind. Das ist in ein paar Tagen nicht so einfach zu bewerkstelligen. Wir müssen schauen, dass wir im Oktober und November die weiße Weste behalten."

Auch wenn einige Stammspieler wie Manuel Neuer, Jérôme Boateng und Sami Khedira in Prag fehlen werden, hat Löw die Qual der Wahl und sich noch nicht endgültig festgelegt, wie die Startelf aussehen wird: "Mats Hummels, Toni Kroos, Thomas Müller, Jonas Hector, Joshua Kimmich und Mesut Özil werden spielen. Marc-André ter Stegen wird im Tor beginnen. Timo Werner ist ein Kandidat für die Spitze, aber wir werden noch das Abschlusstraining abwarten."

Die Formation, ob Dreier- oder Viererkette, ließ Löw noch offen, allerdings gab er zu Protokoll: "Das System hat keine Relevanz. Wir sind in der Regel eine Mannschaft, die mehr Ballbesitz hat als der Gegner. Wenn wir das mit hoher Disziplin machen, sind wir eine Mannschaft, die offensiv ein Übergewicht hat. Wir wollen Tschechien über unsere offensive Kraft in den Griff bekommen unabhängig von unserem System."

Oben