Schweiz will Serie ausbauen

Nur noch drei mehrfache Weltmeister stehen in der FIFA-Weltrangliste vor der Schweiz. Was für ein Erfolg für das kleine Land, das der direkten WM-Qualifikation immer näher kommt. Nun geht es gegen Andorra.

Für Vladimir Petković und seine Nati läuft es derzeit wie geschmiert
Für Vladimir Petković und seine Nati läuft es derzeit wie geschmiert ©AFP/Getty Images

Platz vier in der FIFA-Weltrangliste – die Schweiz steht derzeit international so gut da wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Nur die Schwergewichte Brasilien, Deutschland und Argentinien liegen noch vor der Nati, und am Donnerstagabend geht es in der WM-Qualifikation in der Gruppe B in St. Gallen gegen den Fußballzwerg Andorra. Was also soll da schiefgehen?

Wer in sechs Spielen in der Gruppe B sechs Siege geholt hat – unter anderem auch einen Dreier gegen UEFA-Europameister Portugal -, dem muss vor niemandem bange sein. So mancher mag einwenden, dass das Spiel in Andorra im Oktober letzten Jahres ja auch knapp ausgegangen sein, nur 2:1 für die Nationalmannschaft. Das stimmt, aber die Schweiz führte bis in die Nachspielzeit mit 2:0, ehe es noch einen Gegentreffer gab. Das relativiert das "enge" Ergebnis.

Die Schweiz als neue Macht im Weltfußball muss und wird ihrer Favoritenrolle gerecht werden, und sie hat ein Ziel, das zu erreichen einem Märchen gleich käme. Als Gruppensieger nach Russland zur WM zu reisen. Erst Andorra wegputzen, am Sonntag nichts in Lettland anbrennen lassen, am vorletzten Spieltag zu Hause die Magyaren bezwingen. Und dann? Dann würde zum Abschluss dieser Gruppe in Portugal sogar eine 0:1-Niederlage reichen, um vor dem Europameister zu bleiben, weil das Auftaktspiel daheim mit 2:0 gewonnen worden war.

Das sind Aussichten. Längst hat auch der Schweizer Verband erkannt, was sie sich da für einen Fuchs als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld geholt haben. Und so wurde der Vertrag von Vladimir Petkovic bis mindestens 2019 verlängert. SFV-Präsident Peter Gilliéron hat dafür eine einleuchtende Erklärung parat: "Wir wollen weder in der nun folgenden finalen Phase noch nach der WM-Qualifikation Zeit und Energie verschwenden mit Trainerfragen oder gar Spekulationen, sondern die erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre möglichst fokussiert und aufs Sportliche konzentriert weiterführen können."

Und auch der Coach selbst, der seit seinem Amtsantritt 2014 in der Schweiz immer beliebter wurde, freut sich auf weitere Jahre mit seinen Burschen. "Alles, was wir bisher zusammen gemacht haben, war positiv. Als Trainer bist du natürlich abhängig von den Spielern. Wir haben in den letzten drei Jahren physisch, mental, aber auch von den Resultaten her Fortschritte gemacht. Ich sehe noch Potenzial in dieser Mannschaft. Und ich habe immer Spaß bei der Arbeit mit ihnen", sagte er.

Von den Schweizer Fans wurde Petkovic gerade erst zum zweiten Mal in Folge zum Trainer des Jahres gewählt, dem nun der ganz große Coup gelingen soll. Und sollte die Serie von ungeschlagenen Spielen halten – denn seit dem unglücklichen EM-Aus im Achtelfinale gegen Polen gab es keine Niederlage mehr -, dann müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn die WM nicht auf direktem Wege erreicht würde. Im viertletzten Spiel nun wäre aber alles andere als ein Sieg schon eine Sensation. Denn der Vierte der Welt spielt gegen den 129.