Nullnummer mit wenig Tiefgang

Der Klassiker im Wembley endete mit einem leistungsgerechten Remis. Deutschland hatte in der ersten Halbzeit gute Aktionen, England vergab in letzter Sekunde eine Großchance zum Sieg.

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Spielbericht

Der erste Durchgang war durchaus unterhaltsam. Er bot einen Lattenknaller von Leroy Sané (20.), eine spektakuläre Dreifachchance von Timo Werner, Sane und Julian Draxler (23.), sowie eine Glanztat von Englands Keeper Jordan Pickford gegen Werner (39.).

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Auf der Gegenseite blieb Marc-André ter Stegen lange beschäftigungslos, in der 42. Minute hätte er aber fast hinter sich greifen müssen, als ein abgefälschter Schuss von Tammy Abraham nur Zentimeter am Tor vorbei ging. Kurz vor der Pause scheiterte Jamie Vardy freistehend vor dem DFB-Schlussmann.

Vier Minuten nach dem Seitenwechsel durfte sich Ter Stegen gegen Vardy auszeichnen, ansonsten war in der zweiten Halbzeit auch viel Leerlauf. Erst tief in der Nachspielzeit gab es wieder einen Aufreger: Jesse Lingard kam aus fünf Metern zum Abschluss, hämmerte die Kugel aber über das Tor.

Das fiel auf

Löw, der vor dem Spiel "Experimente" angekündigt hatte, entschied sich hinten für eine Dreierkette mit Mats Hummels, Antonio Rüdiger und Matthias Ginter, davor spielten Mesut Özil und İlkay Gündoğan erstmals als Duo im zentralen Mittelfeld. Ganz harmonisch wirkte das Zusammenspiel vor allem im Rückwärtsgang nicht.

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Deutschland hatte genug Chancen, um früh in Führung zu gehen, allerdings war England gegen Ende der ersten Halbzeit das gefährlichere Team. Bei der schwachen Chancenverwertung wurde deutlich, dass auf beiden Seiten effiziente Knipser wie Thomas Müller oder Harry Kane fehlten.

England störte sich nicht groß daran, dass Deutschland lange Ballbesitzphasen hatte. Die von Löw als "eine der besten Umschaltmannschaften" bezeichneten Three Lions warteten auf Fehler und konnten trotz B-Besetzung bei Kontern für Gefahr sorgen.

Debütant Marcel Halstenberg machte seine Sache ordentlich, auch wenn er offensiv wenig Akzente setze. Der Leipziger antizipierte hinten gut und konnte so zwei viel versprechende Angriffe der Engländer unterbinden.

Ansonsten erwies sich Mats Hummels als Fels in der Brandung. Als zentraler Innenverteidiger der Dreierkette klärte er viele Situationen frühzeitig.

Und: Der Schuhvandalist war mal wieder am Werk