So wie Southgate: Von der U21 zum Coach des A-Nationalteams

Gareth Southgate wurde nun als Coach der englischen Nationalmannschaft mit einem festen Vertrag ausgestattet. UEFA stellt ihnen weitere Trainer vor, die ebenfalls den Sprung von der U21 zum Nationalteam geschafft haben.

Gareth Southgate (England)
©Getty Images

Seit 2013 war er Trainer der englischen U21-Nationalmannschaft gewesen, nun wurde er als neuer Coach der Three Lions bestätigt. So wie Gareth Southgate machte es auch Julen Lopetegui in Spanien, der zunächst den Nachwuchs trainiert hatte - U19 (2012) und U21 (2013) - ehe ihm La Roja anvertraut wurde. Hier sind weitere Beispiele für diese Art des Aufstiegs.

Kroatien: Slaven Bilić
(U21 2004-06, A-Team 2006-12)
Für sein erstes Spiel als Trainer der Nationalmannschaft berief Bilić die Nachwuchsspieler Eduardo, Luka Modrić und Vedran Ćorluka. Beim 2:0-Sieg in Livorno gegen Weltmeister Italien schossen Modrić und Eduardo die Tore - ein gutes Omen für den Trainer, der die A-Mannschaft bis 2012 betreute. "Als ich diese drei Spieler berief, dachte jeder, dass ich mutig oder verrückt sei", sagte er 2008 gegenüber UEFA.com. "Aber ich wusste, dass sie gut sein würden. Als U21-Trainer zu arbeiten, hat mir geholfen, weil ich sie habe heranreifen sehen."

Raymond Domenech (France)
Der ehemalige französische Trainer Raymond Domenech©Getty Images

Frankreich: Raymond Domenech
(U21 1993-2004, A-Team 2004-10)
Es war viel diskutiert worden, als er Jacques Santini nach einer enttäuschenden Darbietung bei der UEFA EURO 2004 ablöste, doch Domenechs größter Coup war wohl, dass er es schaffte, Stars wie Zinédine Zidane, Lilian Thuram und Claude Makélélé nach ihrem Rücktritt zu einer Rückkehr zu Les Bleus zu bewegen. Immerhin erreichte er mit diesen Spielern das Finale der FIFA-WM 2006, wo es eine knappe Niederlage gegen Italien gab. Danach lief es nicht mehr gut für ihn, denn sein Team enttäuschte bei der UEFA EURO 2008, um bei der WM 2010 sogar eine Revolte anzuzetteln.

Deutschland: Berti Vogts
(U21 1979-1990, A-Team 1990-98)
Er war der erste Trainer der deutschen U21, die erst 1979 gegründet worden war. Gleichzeitig arbeitete Vogts als Assistent von Franz Beckenbauer (1986-90), ehe er nach dem Rücktritt des "Kaisers" dessen Posten übernahm. Sein größter Erfolg war der Gewinn der EURO '96 mit Deutschland, allerdings hatte er vier Jahre zuvor eine enttäuschende Niederlage im Finale der Europameisterschaft 1992 gegen Außenseiter Dänemark erlitten.

Portugal: Carlos Queiroz
(U21 1989-91, A-Team 1991-93, 2008-10)
Queiroz führte die Goldene Generation (Paulo Sousa, Fernando Couto, João Vieira Pinto, Luís Figo und Rui Costa) auf U16-, U18- und U20-Ebene zu Erfolgen, ehe er die A-Nationalmannschaft übernahm. Nachdem er Assistent von Alex Ferguson bei Manchester United war, hatte der in Moçambique geborene Trainer mehr Erfolg in seiner zweiten Amtszeit, die ihn ins Achtelfinale der WM 2016 führte.

Jakob Kuhn (Switrzerland)
Der ehemalige Nati-Trainer Jakob Kuhn©Getty Images

Schweiz: Jakob Kuhn
(U21 1998-2001, A-Team 2001-08)

Köbi sagte einst: "Ein ständig schreiender Trainer ist wie ein rauschender Bergbach neben dem Ferienhaus. Man hört ihn nur an den ersten Tagen." Ruhig und bedacht formte er Stars wie Tranquillo Barnetta, Valon Behrami, Philippe Senderos, Alexander Frei und Ludovic Magnin und führte sie in die erste Mannschaft, die sich für die UEFA EURO 2004  und die WM 2006 qualifizierte, wo sie das Achtelfinale erreichte. "Was mir viel geholfen hat, war, dass ich viele meiner Spieler schon in der U21 hatte", sagte er.

Türkei: Fatih Terim
(U21 1990-93, A-Team 1993-96, 2005-09, 2013 bis heute)
Er war zeitweise Assistent von Sepp Piontek als Trainer der U21- und der A-Nationalmannschaft, doch nachdem der Deutsche zurückgetreten war, übernahm Fatih Terim "eine Mannschaft mit Kampfes- und Siegeswillen". Für die EURO '96 qualifizierte er sich mit Spielern wie Hakan Şükür, Bülent Korkmaz, Alpay Özalan, Tugay Kerimoğlu, Abdullah Ercan und Arif Erdem, die alle unter ihm in der U21-Auswahl gekickt hatten.