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Russland überraschend Europameister

Montag, 2. Januar 2006
von Paul Saffer
Die Russinnen sind nach ihrem Finalsieg über Frankreich überglücklichDie Russinnen sind nach ihrem Finalsieg über Frankreich überglücklich (©UEFA)

Der Verlauf einer Junioren-Endrunde ist immer auch ein Fingerzeig in die Zukunft. Also hatten die acht Mannschaften bei der UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen 2005 in Ungarn auch schon ein Turnier im Blick, das erst in diesem Jahr ausgetragen wird.

WM in Russland
Fünf der acht EM-Teilnehmer qualifizierten sich nämlich in Ungarn für die FIFA-U20-Weltmeisterschaft für Frauen 2006. Russland ist als Gastgeber automatisch qualifiziert. Doch aufgrund ihrer fantastischen Leistung während der EM, die mit dem Finalsieg nach Elfmeterschießen über Frankreich ihren Höhepunkt fand, wurden die Russinnen sogar Europameister.

Russischer Triumph
Sie waren - wie die Europameisterinnen aus Spanien 2004 - vor dem Turnier nicht favorisiert. Doch das taktische Geschick der Russinnen sorgte für Siege gegen die höher eingeschätzten Mannschaften aus England, Deutschland und Frankreich. Die Französinnen hatten das Team von Trainer Valentin Grishin zum Auftakt der EM noch mit 4:0 geschlagen. Die Russinnen aber hatten in Stürmerin Elena Danilova mit insgesamt neun Treffern die Top-Torschützin des Turniers in ihren Reihen.

Tragische Heldin
Frankreich ging nach dem dritten Finaleinzug in vier Jahren zuversichtlich in die Partie gegen Russland. Am Ende fehlte ihnen aber nur ein verwandelter Elfmeter zum Triumph. Die fehlerlos haltende Torfrau Sarah Bouhaddi traf beim entscheidenden Elfmeter nur die Latte. Bouhaddi, Elodie Thomis und Louisa Necib waren durch ihre Teilnahme an der UEFA EURO 2005™ schon bekannt. Dazu schafften bei der U19-EM Marie-Laure Delie und Inès Dahou - beide immer noch erst 17 Jahre alt - ihren Durchbruch.

Deutschland enttäuscht
Als amtierende U19-Weltmeisterinnen gingen die Deutschen als Top-Favorit ins Turnier. Daher war es schon sehr enttäuschend für sie, dass sie im Halbfinale an Russland scheiterten. Die riesigen Talente Célia Okoyino Da Mbabi und Simone Laudehr hätten in anderen Ländern schon längst in den A-Nationalmannschaften gespielt. Schon 2004 im Finale gegen Spanien erlebten sie eine ähnliche Enttäuschung, gewannen danach aber den Weltmeister-Titel. Diesen Erfolg könnten sie in diesem Jahr in Russland wiederholen.

Verbesserte Finninnen
Der andere Halbfinalist, Finnland, war mit dem Erreichten mehr als zufrieden. Denn bei ihrer einzigen EM-Endrunden-Teilnahme zuvor - als Gastgeber 2004 - verloren die Skandinavierinnen alle drei Spiele. Nur die Hälfte der Spielerinnen war vor 1986 geboren. Das heißt, Linda Sällström und Co. könnten auch in Zukunft noch gute Turniere spielen. Die Qualifikation für die WM in Russland war da schon ein erster Höhepunkt.

Schweizer Erfolg
Auch die Schweiz ist bei der WM dabei, nachdem sie im Spiel um Platz fünf die Engländerinnen schlugen. Sie sollten für die anstehende Heim-EM also gut gerüstet sein. Der Sieg gegen England kam vor allem aufgrund ihrer Kampfkraft und Einstellung zustande. Dazu fielen unter anderem Vanessa Bürki und Martina Moser mit famosen Leistungen auf.

Britische Rivalinnen
England und Schottland scheiterten jeweils schon in der Gruppenphase an den späteren Finalisten Russland und Frankreich. England schied aber nur denkbar knapp aus, und die Schottinnen qualifizierten sich zusammen mit den späteren Siegerinnen als beste Mannschaft für die Endrunde. Sie gaben bei ihrer ersten EM eine gute Figur ab.

Vorbild Finnland
Die Ungarinnen konnten bei ihrer ersten Endrunden-Teilnahme keinen Punkt holen, haben aber für zukünftige Turniere eine Menge gelernt. Wie schnell man dies in Erfolg ummünzen kann, haben ihnen die Finninnen vorgemacht.

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U19-EM für Frauen