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Deutsches Trio voller Zuversicht

Mittwoch, 30. September 2009
von Markus Juchem
Die 17-jährige Torhüterin Anna Felicitas Sarholz könnte heute ihr Champions-League-Debüt feiernDie 17-jährige Torhüterin Anna Felicitas Sarholz könnte heute ihr Champions-League-Debüt feiern (©Getty Images)

Bei UEFA-Frauenpokal-Sieger FCR 2001 Duisburg, Meister 1. FFC Turbine Potsdam und Vizemeister FC Bayern München herrscht vor den heutigen Hinspielen im Sechzehntelfinale der Königsklasse Optimismus.

Titelverteidiger ohne Bresonik, aber mit Holl
Für den Titelverteidiger aus Duisburg begann das neuerliche europäische Abenteuer mit einer Reise nach Belarus. Dort treffen die Duisburgerinnen heute auf den WFC Universitet Vitebsk. Trainerin Martina Voss warnt davor, die Aufgabe auf die leichte Schulter zu nehmen. "Spielerisch sind wir sicher besser, aber Vitebsk wird alles in die Waagschale werfen, um kämpferisch gegenzuhalten. Da müssen wir viel konzentrierter spielen." Trotz der hohen Belastung der vergangenen Saison und der gerade zu Ende gegangenen Europameisterschaft in Finnland ist Toptorjägerin Inka Grings weiter in glänzender Form. Bei den beiden 4:1-Auftaktsiegen in der Bundesliga gegen den Hamburger SV und Aufsteiger Tennis Borussia Berlin erzielte die EM-Torschützenkönigin in den ersten beiden Spielen fünf der acht Tore und sie schob sich somit sofort wieder an die Spitze der nationalen Rangliste. Das Team muss aus familiären Gründen auf Europameisterin Linda Bresonik verzichten, dafür soll die neue Torhüterin Ursula Holl ihr Pflichtspieldebüt geben.

Schröder verlangt Sieg in Finnland
Auch die junge Mannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam, UEFA-Frauenpokal-Sieger 2005, die mit zwei klaren Siegen in die neue Bundesligasaison gestartet ist (3:0 beim 1. FC Saarbrücken, 5:0 gegen den SC Freiburg), will beim finnischen Meister FC Honka Espoo bereits den Grundstein für das Erreichen des Achtelfinales legen. "Wir fahren schon dahin, um zu gewinnen. Wir werden die Finninnen nicht unterschätzen, aber sie gehören nicht zur europäischen Spitze", erklärt Turbine-Trainer Bernd Schröder. Seine Elf, die sich vor der Saison unter anderem mit Europameisterin Fatmire Bajramaj und der zweifachen UEFA U19-Europameisterin Nadine Keßler verstärkt hat, ließ sich auch nicht dadurch verunsichern, dass zum Bundesligaauftakt Torhüterin Desirée Schumann nach einem Zusammenprall durch die zweifache U17-Europameisterin Anna Felicitas Sarholz ersetzt werden musste, die ihre Aufgabe souverän meisterte und auch in Espoo das Tor hüten könnte.

Selbstbewusste Sarholz
Die selbstbewusste 17-Jährige meinte vor dem Duell mit dem dreifachen finnischen Titelträger gegenüber uefa.com: "Ein Einsatz in der Champions League wäre auf jeden Fall ein Traum, aber ich lasse das auf mich zukommen. Wenn Desi [Schumann] wieder hundertprozentig fit ist, ist mir das aber auch recht." Ihrem Team traut sie in dieser Saison einiges zu. "In der Champions League gehört auch immer etwas Losglück dazu, wann man gegen wen spielen muss. Aber ich denke, mit diesem Team hat man schon eine gewisse Verpflichtung, vorne mitzuspielen." In Reihen der Finninnen steht Josefin Hollop, Sarholz‘ ehemalige Zimmerkollegin an der Potsdamer Sportschule, die im Frühsommer mit Turbines B-Jugend Deutscher Meister wurde und bereits drei Einsätze in der finnischen Liga bestritt.

Bayern ohne Zehn in Ungarn
Vizemeister FC Bayern München bekommt es nach dem souverän gewonnenen Qualifikationsturnier in Litauen mit dem ungarischen Meister Viktória FC Szombathely zu tun. Bayern-Trainer Günther Wörle holte über den ungarischen Nationaltrainer Attila Vago, den Vater seiner ehemaligen Spielerin Fanni Vago beim TSV Crailsheim, Informationen über den weitgehend unbekannten Gegner ein. "Szombathely ist technisch versiert, hat allerdings Schwächen in der Athletik. Wir sollten in der Lage sein, das Hinspiel zu gewinnen." Routinier Bianca Rech erwartet ebenfalls eine "lösbare Aufgabe" und freut sich "auf das Erlebnis Champions League". Allerdings muss das Team derzeit auf gleich zehn verletzte Stammspielerinnen verzichten, allen voran Europameisterin Melanie Behringer. Dennoch starteten auch die Münchenerinnen mit zwei Siegen in die neue Saison (3:0 gegen die SG Essen-Schönebeck, 2:1 beim FF USV Jena) und scheinen für das Gastspiel in Ungarn bestens gerüstet zu sein.

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