Stenslands Lob für Berntsen

Dienstag, 8. September 2009
von Paul Saffer aus Helsinki
Norwegen enttäuscht nach dem Aus gegen DeutschlandNorwegen enttäuscht nach dem Aus gegen Deutschland (©Getty Images)Fotos/WallpapersFotos/Wallpapers »

In der Pause noch war das Undenkbare zum Greifen nah: Norwegen führte überraschenderweise verdient mit 1:0 gegen Deutschland, doch der Titelverteidiger schlug im Halbfinale bei der UEFA WOMEN'S EURO 2009™ zurück und gewann in Helsinki mit 3:1. Für die Norwegerinnen war das Erreichen des Halbfinals bereits ein großer Erfolg, aber es wäre durchaus mehr drin gewesen.

Jugend dominiert
Nach zahlreichen Rücktritten nach der geschafften Qualifikation im vergangenen Oktober dominierte die Jugend im Kader von Bjarne Berntsen, und nach einer eher durchwachsenen Gruppenphase in Finnland beeindruckten die Norwegerinnen im Viertelfinale mit einem 3:1-Erfolg gegen die hochgehandelten Schwedinnen. Im Halbfinale zeigten die Norwegerinnen dann, dass die 0:4-Auftaktniederlage gegen Deutschland ein einmaliger Ausrutscher war.

"Immer weiter verbessert"
"Wir haben uns im Laufe des Turniers immer weiter verbessert", erklärte Spielführerin Ingvild Stensland gegenüber uefa.com. "Wir haben im Vorfeld an uns geglaubt und sind mit unserer Leistung sehr zufrieden. Aber es hat heute nicht gelangt, was traurig ist. Aber morgen werden wir glücklich sein, was wir hier erreicht haben."

Doppelschlag
Norwegen ging bereits in der Anfangsphase durch Isabell Herlovsen in Führung, geriet aber nach einem Doppelschlag der Deutschen nach etwa einer Stunde auf die Verliererstraße. "Im ersten Durchgang haben wir sehr gut gespielt, wir waren das bessere Team", sagte Stensland. "Wir haben ein frühes Tor erzielt und Deutschland nicht ins Spiel kommen lassen. Im zweiten Durchgang waren sie dann aber wirklich stark und haben zwei Tore nach Fehlern von uns erzielen können."

Große Talente
Die Niederlage gegen Deutschland ist zugleich auch das Ende der Regentschaft von Trainer Berntsen, der 52-Jährige macht für Eli Landsem Platz. Berntsen führte Norwegen ins Finale der Europameisterschaft 2005 und ins Halbfinale bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2007 sowie jetzt in Finnland. Jedes Mal verlor man gegen Deutschland. Mit zahlreichen großen Talenten wie der erst 18-jährigen Stürmerin Cecilie Pedersen sowie Maren Mjelde und Anneli Giske scheint Norwegen aber auch ohne Berntsen auf einem guten Weg zu sein.

Tränen zum Abschied
"Ich hatte eine richtig gute Mannschaft übernommen, aber im Laufe der Zeit sind viele gute Spielerinnen zurückgetreten", sagte Berntsen. "Jetzt hinterlasse ich eine junge und interessante Mannschaft, die in Zukunft sehr gefährlich werden kann." Stensland hatte zum Abschied noch ein großes Lob für ihren Trainer parat: "Er war ein perfekter Trainer, und es ist schade, heute Abschied zu nehmen, da werden sicherlich auch ein paar Tränen fließen."

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