Laudehr genießt stillen Triumph
Dienstag, 8. September 2009Simone Laudehr genoss sichtlich das Bad in der Menge. In den Katakomben des Helsinki Fußball-Stadions gab sie nach dem 3:1-Erfolg gegen Norwegen im Halbfinale der UEFA WOMEN'S EURO 2009™ bereitwillig den zahlreichen Journalisten Auskunft, und erklärte geduldig, wie es die deutsche Elf geschafft hatte, aus einem 0:1-Rückstand zur Pause am Ende noch einen Sieg zu erzielen.
Tor und Vorlage
Denn sie war es, die mit ihrem Ausgleichstreffer und der Vorlage zum 2:1 dafür gesorgt hatte, dass der Abend in der finnischen Hauptstadt für die deutsche Mannschaft ein versöhnliches Ende nahm. In der 59. Minute war sie zur Stelle, als sie eine perfekt gezirkelte Flanke von Melanie Behringer zum Ausgleich in die Maschen setzte.
Ausgleich als Initialzündung
"Mein 1:1 hat alles umgedreht und es war gut, dass uns das Tor so früh gelungen ist. Wir haben noch mehr gegeben und haben uns weitere Chancen erarbeitet. Norwegen war verblüfft und hat gar nicht mehr richtig reagieren können", freute sich Laudehr im Gespräch mit uefa.com. Denn nur zwei Minuten später bereitete sie das Führungstor der ebenfalls eingewechselten Célia Okoyino da Mbabi vor. "Da wussten wir, jetzt geht es auf ins Finale."
Verkorkste erste Halbzeit
Zuvor war die deutsche Mannschaft in der ersten Halbzeit nach nur zehn Minuten in Rückstand geraten und hätte sich fast das 0:2 eingefangen. "Wir haben nach dem Rückstand noch unkonzentrierter als vorher gespielt, und sind dann auch ein bisschen ins Zittern gekommen", räumte sie ein. Nachdem sich Laudehr vor der EM in einem Testspiel gegen Russland eine Knieverletzung zugezogen und ihren Stammplatz verloren hatte, war die Genugtuung umso größer.
Neue Impulse
"Natürlich versucht man als Einwechselspielerin neue Impulse zu setzen, wenn es bisher im Spiel nicht so gut gelaufen ist", so die Duisburgerin, die mit klugen Pässen in die Tiefe und aggressiver Verteidigung das deutsche Spiel belebte. "Man versucht für die Mannschaft zu gewinnen, und mehr Struktur hinein zu bringen."
Persönliche Auszeichnung
Nach der Partie wurde sie für ihre großartige Leistung gar mit der Auszeichnung zur Carlsberg Spielerin des Spielers gekrönt. "Das hat schon eine besondere Bedeutung für mich, diese persönliche Auszeichnung erhalten zu haben", freute sich Laudehr, die aber schnell bereits den Blick auf den Donnerstag gerichtet hatte, wenn die DFB-Elf im Finale auf England treffen wird.
Noch begehrtere Trophäe
"Sie sind bekannt für schnelles, aggressives Umschalten nach vorne und hinten." Über die Trophäe wollte sie sich deswegen auch nicht so recht freuen. "Ehrlich gesagt, ist das der falsche Pokal, den richtigen halte ich hoffentlich am Donnerstag in den Händen."
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