Geschichte
Dienstag, 19. August 2008Deutschland ist durch den 4:0-Sieg gegen England im Finale der U21-Europameisterschaft in Schweden erst das neunte Land, das sich den Titel holen konnte. Zum ersten Mal bei vier Turnieren war der Titelverteidiger nicht dabei, um die Trophäe erneut zu holen.
Double der Niederlande
Die Niederlande gewannen den Wettbewerb 2006 und verteidigten ihn auf heimischem Boden 2007, doch die nächste Titelverteidigung endete bereits in der Qualifikation - Beleg für den harten Wettbewerb. Mit ihren zwei Siegen hatten sich die Jong Oranje auf eine Ebene mit Spanien, England und der UdSSR gebracht. Alle vier Teams werden jedoch von Italien übertroffen, das den Titel bereits fünfmal gewann. Jugoslawien (1978), Frankreich (1988) und die Tschechische Republik (2002) sind die einzigen anderen Sieger auf U21-Ebene.
Jugoslawien gewinnt
Das erste Finale bei einer UEFA-U21-Europameisterschaft 1978 setzte gleich einmal Maßstäbe für die folgenden Turniere. Mehr als 25.000 Zuschauer strömten ins Pod-Bijelim-Bregom-Stadion in Mostar, um Jugoslawien nach dem 1:0-Hinspielsieg in der DDR zu unterstützen, und sie wurden nicht enttäuscht. Vahid Halilhodžić erzielte in der ersten Halbzeit in einem atemberaubenden Spiel, das 4:4 endete, drei Treffer. Damit krönte sich Jugoslawien zum ersten Titelträger.
Stars von morgen
Der Wettbewerb hat seitdem die Erwartungen voll und ganz erfüllt. Viele europäische Stars von morgen konnten frühzeitig unter Beweis stellen, welches Talent in ihnen steckt. Im Finale 2000 war es der Italiener Andrea Pirlo, der mit einem brillanten Freistoß den Siegtreffer erzielte; zwei Jahre später war Torhüter Petr Čech mit zwei gehaltenen Elfmetern im Finale der Matchwinner für Tschechien gegen Frankreich; bevor sie sich einen Namen in ihren Klubs und Nationalmannschaften machten, kamen die Nachwuchsstars in der U21 groß raus.
Lange Liste
Das Format hat sich über die Jahre verändert, doch der Sinn und Zweck des Wettbewerbs ist immer identisch geblieben: Dem Nachwuchs eine Bühne zu geben, sich für kommende Aufgaben zu empfehlen. Die Liste von späteren Superstars, die bereits in der U21 groß aufspielten, ist lang: Roberto Mancini, Zinédine Zidane, Rudi Völler, Davor Šuker, Luís Figo, Raúl González und Frank Lampard haben beispielsweise alle ihren Teil dazu beigetragen, dass die UEFA-U21-Europameisterschaft so attraktiv ist.
Bulgarien erfolgreich
Die Ursprünge des heutigen Endturniers mit acht Mannschaften gehen zurück bis in die 60er Jahre und der ersten EM für U23-Mannschaften. Im Januar 1967 wurde die Idee geboren, einen "Pokal für U23-Nationalmannschaften" zu etablieren. 17 Verbände nahmen teil, Bulgarien und die DDR mussten nach einer Auslosung das erste Spiel austragen. Am 7. Juni 1967 triumphierte Bulgarien in Stara Zagora mit 3:2 und gewann die erste U23-Europameisterschaft, die dem Format der heutigen Box-Weltmeisterschaften ähnelte. Der Champion musste also seinen Titel gegen verschiedene Herausforderer verteidigen. Nach vier erfolgreichen Titelverteidigungen wurden die Bulgaren dann von den Jugoslawen entthront.
Azzurrini als Titelsammler
1976 wurde die Altersgrenze auf U21 herabgesetzt, da die UEFA meinte, dass die Lücke zwischen U18 und U23 zu groß sei. In Sachen Modus gab es auch Änderungen: Nach Qualifikationsgruppen folgte vom Viertelfinale an eine K.-o.-Runde. Jugoslawien setzte die osteuropäische Dominanz fort und gewann das erste bereits erwähnte Finale in Mostar. In den folgenden Turnieren hinterließen jedoch die Italiener den besten Eindruck. Die Azzurrini holten fünf Mal den U21-Titel und fuhren 2006 als Titelverteidiger nach Portugal, nachdem man zwei Jahre zuvor das Finale vor 20.000 Zuschauern in Bochum mit 3:0 gegen Serbien und Montenegro gewonnen hatte.
Niederlande obenauf
Italien holte sich 1992 den ersten Titel und verteidigte ihn zwei Jahre später erfolgreich, als die Halbfinals sowie das Endspiel in Frankreich zum ersten Mal in einem Turnier ausgespielt wurden. Pierluigi Orlandini erzielte in der Verlängerung für Italien im Finale von Montpellier gegen Portugal den entscheidenden Treffer. 1998 in Rumänien, als Spanien den Triumphzug der Italiener stoppen konnte, wurde die Endrunde auf acht Mannschaften aufgestockt. Doch zwei Jahre später, als in der Endrunde die Gruppenphase eingeführt wurde, stand Italien wieder ganz oben. Das gegenwärtige Format wurde 2002 eingeführt, als die Tschechische Republik in der Schweiz gewann.
Deutscher Triumph
Seit 2007 wird das Turnier in ungeraden Jahren ausgetragen, um nicht mit der UEFA-Europameisterschaft und dem FIFA-Weltpokal zu kollidieren. Die Niederlande holten sich mit einem 4:1-Sieg gegen Serbien auf heimischem Boden den Titel. Zwei Jahre später war jedoch schon in der Qualifikation Endstation, denn die Schweiz war das Team aus dem Wettbewerb. Und so holte Deutschland unter Trainer Horst Hrubesch mit einem 4:0-Rekordsieg gegen England in Malmö den Titel.
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