Andrea Pirlo war der Star der U21-EM 2000Andrea Pirlo war der Star der U21-EM 2000 (©Getty Images)

Große Bühne für die Stars von morgen

Sonntag, 30. April 2006

Von Michael Harrold

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Das erste Finale der UEFA-U21-Europameisterschaft 1978 setzte die Messlatte für die kommenden Endspiele sehr hoch. Über 25.000 Zuschauer im Pod Bijelim Bregom-Stadion in Mostar hofften, dass Jugoslawien den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel in der ehemaligen DDR verteidigen konnte, und sie wurden nicht enttäuscht. Vahid Halilhodžić erzielte in der ersten Halbzeit einer atemberaubenden Partie, die 4:4 ausging, einen Dreierpack. Die Mannschaft vom Balkan gewann also die erste Auflage der U21-EM im Finale mit insgesamt 5:4.

Auch danach erfüllten die Titelkämpfe die Erwartungen voll und ganz. Denn die besten Nachwuchsspieler des Kontinents zeigten schon bei diesen Gelegenheiten, dass sie einmal auch zu den ganz Großen im europäischen Fußball gehören sollten. Andrea Pirlo mit einem gezirkelten Freistoß-Tor im Endspiel 2000, Petr Čech mit einem klasse gehaltenen Elfmeter, mit dem er zwei Jahre später die Tschechische Republik zum Triumph führte. In diesen Momenten wurden die Stars von morgen geboren, ehe sie sich als Profis in ihren Klubs und Nationalmannschaften einen Namen machten.

Das Format änderte sich mit den Jahren, doch der Sinn und Zweck des Turniers blieb der gleiche: den jungen Spielern wird ein Sprungbrett zur internationalen Profi-Bühne geboten. Die späteren Triumphe der jungen Akteure sind Beweis für den anhaltenden Erfolg des bedeutendsten Nachwuchsturniers Europas. Roberto Mancini, Zinédine Zidane, Rudi Völler, Zvonomir Boban, Luís Figo, Raúl González und Frank Lampard haben alle ihren Beitrag dazu geleistet, dass diese EM-Turniere regelmäßig zu den Höhepunkten eines Fußball-Jahres gehören.

Die Endrunden, die mittlerweile mit acht Teams ausgetragen werden, besitzen weltweite Anerkennung. Sie haben allerdings auch eine enorme Entwicklung hinter sich, seitdem die UEFA ihren Mitgliedsverbänden im Januar 1967 erstmals deren Austragung vorschlug. Das Konzept sah damals einen "Wanderpokal für U23-Nationalmannschaften" vor. 17 Verbände stimmten dem Vorschlag zu. Bulgarien und die ehemalige DDR bestritten das erste Spiel, nachdem sie gegeneinander gelost worden waren. Die Partie wurde in Stara Zagora am 7. Juni 1967 ausgetragen. Bulgarien gewann mit 3:2 und war damit der erste Meister dieses Wettbewerbs. Wie im Boxen mussten sie danach ihren Titel gegen die verschiedensten Herausforderer verteidigen. In den Anfangsjahren dominierten zunächst die Bulgaren und die Jugoslawen. Die Basis für die heutigen Turniere ist damals gelegt worden.

Erst 1976 wurde die Altersgrenze von 23 auf 21 Jahre herabgesetzt. Denn die UEFA sagte, dass der Unterschied zwischen U18- und U23-Niveau zu groß geworden sei. Von nun an wurde aus dem Wanderpokal ein Wettbewerb mit Qualifikationsgruppen und anschließender K.o.-Phase vom Viertelfinale an. Jugoslawien demonstrierte mit dem ersten Finalsieg in Mostar zwar die damalige Überlegenheit der osteuropäischen Staaten, doch mittlerweile ist Italien die erfolgreichste Nation in diesem Wettbewerb. Die kleinen Azzurri gewannen den U21-EM-Titel schon fünf Mal, und sie reisen auch in diesem Jahr als amtierender Meister nach Portugal. Vor zwei Jahren gewannen sie das letzte Finale in Bochum gegen Serbien und Montenegro mit 3:0.

1992 wurden die Italiener zum ersten Mal Europameister. Zwei Jahre später, als erstmals die Halbfinals und das Endspiel am selben Ort ausgetragen wurden, konnten sie in Frankreich ihren Titel erfolgreich verteidigen. Pierluigi Orlandini schoss den Siegtreffer in der Verlängerung des ersten Finals, das in nur einem Spiel entschieden wurde. 1998 in Rumänien wurde die Teilnehmerzahl an der Endrunde auf acht Mannschaften aufgestockt. Damals triumphierte Spanien, doch schon 2000, als die Gruppenphase eingeführt wurde, waren die Italiener wieder die Besten in Europa. Die übrigen Europameister heißen Tschechische Republik, UdSSR, Frankreich und England. Die Ukraine kann also stolz sein, in diesem Jahr zum ersten Mal zu diesem erlauchten Kreis der Endrunden-Teilnehmer zu zählen.

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Wettbewerb

U21-Europameisterschaft