Erinnerungen an das Debüt 1956

Donnerstag, 22. Oktober 2009
von Türker Tozar & Paul-Daniel Zaharia
Heute treffen beide Teams im Ali-Sami-Yen-Stadion aufeinanderHeute treffen beide Teams im Ali-Sami-Yen-Stadion aufeinander (©Getty Images)

53 Jahre nachdem beide Mannschaften im direkten Duell ihr jeweiliges Europapokal-Debüt gefeiert hatten, treffen sich Galatasaray AŞ und der FC Dinamo 1948 Bucureşti wieder. 

Dinamo gewinnt
Zu diesem Spiel kam es damals in der Ausscheidungsrunde des Pokals der europäischen Meistervereine 1956/57. Dinamo setzte sich durch. Die Rumänen gewannen am 26. August 1956 in Bukarest mit 3:1 und zogen trotz einer folgenden 1:2-Niederlage in Istanbul in die nächste Runde ein. Beide Vereine gehören mittlerweile zu den Stammgästen im europäischen Wettbewerb. Galatasaray spielte bislang 227 Mal im Europapokal, Dinamo 164 Mal. Vor dem erneuten Aufeinandertreffen kommen in beiden Vereinen alte Erinnerungen wieder hoch.

Doppelpack von Voica
1956 gab es den Klub Dinamo erst ein wenig länger als acht Jahre. Doch in der Mannschaft, die 1955 ihren ersten rumänischen Titel holte, standen bereits sehr gute Spieler wie Vasile Anghel, Ion Nunweiller, Gheorghe Voica, Florian Anghel und Torwart Iuliu Uţu. Gegen Galatasaray erzielte Voica im Hinspiel vor 85.000 Zuschauern in Bukarest zwei Tore. Güngor Okay sorgte für den Treffer der Gäste, während Alexandru Ene zum Endstand traf. 

"Man ließ uns nicht heraus"
Dinamos damaliger Trainer Angelo Niculescu, der Rumänien später zur FIFA-Weltmeisterschaft 1970 führte, erinnert sich: "Wir hatten damals zum Rest von Europa nicht so viel Kontakt wie die Türken. Denn das kommunistische Regime ließ uns nicht heraus. Wir haben uns dennoch so gut wie möglich vorbereitet und schafften eine Überraschung."

Fuchs im Strafraum
"Gheorghe Voica schoss damals zwei wichtige Tore", sagte er heute 88-jährige Niculescu. "Vor dem August 1956 spielte er für eine Mannschaft namens Dinamo VI. Es war eine Feuerwehr-Auswahl. Er war einer der wenigen rumänischen Spieler, die Tore per Volley erzielen konnten. Im Strafraum war er ein Fuchs. So erzielte er auch in Bukarest vor einem fantastischen Publikum seine Tore."

Überzeugender Torwart
Die Hitze von über 36 Grad half Galatasaray, deren Spieler in der Halbzeitpause mit Eis behandelt wurden, auch nicht. Gäste-Torwart Turgay Şeren konnte dennoch auf sich aufmerksam machen. Dumitru Petrescu, der Präsident des Rumänischen Fußballverbandes, soll über den heutigen Präsidenten der türkischen Spielervereinigung, Şeren, gesagt haben: "Ohne ihn hätten sie fünf Tore bekommen."

"Ein wenig Pech"
Galatasarays damaliger Trainer Gündüz Kılıç, der 1980 verstarb, sagte zu dem ersten Spiel: "Offensichtlich war Dinamo besser vorbereitet als wir. Sie haben in der Nähe von Bukarest ein Trainingslager bezogen. Wir dagegen hatten eine beschwerliche Reise nach Rumänien. Sie waren außerdem besser eingespielt. Wir hatten indes auch ein wenig Pech bei unseren Möglichkeiten."

Später Siegtreffer
Galatasaray wollte es am 30. September 1956 in Istanbul gegen Dinamo unbedingt besser machen. Nachdem sie durch ein Tor von Ioan Suru in Rückstand geraten waren, glich Kadri Aytaç noch vor der Pause aus. Metin Oktay gelang kurz vor Schluss per Fallrückzieher sogar noch der Siegtreffer. Dinamo aber kam eine Runde weiter, wo sie gegen PFC CSKA Sofia – damals CDNA Sofia – ausschieden. Das europäische Abenteuer hatte allerdings, wie für Galatasaray's, gerade erst begonnen...

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