2001/02: Zidane trifft Bayer ins Herz
Mittwoch, 15. Mai 2002Bayer 04 Leverkusen - Real Madrid CF 1:2
Zweiundsiebzig Mannschaften, 197 Spiele über zehn Monate und nur ein Gewinner. Der lange und beschwerliche Weg nach Glasgow kostete seinen Preis. Aber für Real Madrid CF hat es sich in jedem Fall gelohnt. Vicente del Bosques Mannschaft konnte nämlich ihren dritten Titel in der UEFA Champions League einfahren. Zuvor waren sie bereits 1998 und 2000 erfolgreich. Die erste Gruppenphase überstanden sie gemeinsam mit dem AS Roma. In der zweiten Gruppenphase drückten sie dann aufs Tempo und zogen als erste Mannschaft überhaupt ins Viertelfinale ein.
Leverkusen überzeugend
Die Stärke von Bayer 04 Leverkusen wurde im Viertelfinale offensichtlich. Die Mannschaft von Klaus Toppmöller beendete in einer Begegnung mit etlichen Höhepunkten alle Hoffnungen vom Liverpool FC auf den Titel. Die Engländer wähnten sich nach einem 1:0-Sieg in Anfield schon im Halbfinale, bis kurz vor Schluss dem brasilianischen Innenverteidiger Lúcio der Treffer zum 4:2 glückte, Bayer stand im Halbfinale. Ihr nächster Gegner war Manchester United FC, das letztlich aufgrund der Auswärtstreffer ausschied. Nach einem 2:2 in England traf Oliver Neuville beim 1:1 im Rückspiel. Währenddessen besiegte Madrid mit dem Titelverteidiger FC Bayern München seinen Erzrivalen. Im Halbfinale konnten sich die Madrilenen dann in einem hochklassigen Duell gegen den FC Barcelona durchsetzen. Tore von Zinédine Zidane und Steve McManaman sorgten für einen 2:0-Sieg im Camp Nou und brachten die katalanischen Fans zum Schweigen. Im "Spiel des Jahrhunderts", wie es die spanische Presse betitelt hatte, reichte Madrid dann ein 1:1 im Heimspiel, um ins Finale einzuziehen.
Zidanes Traumtor
Zidane machte auch im Hampden Park den Unterschied aus. Nachdem Lúcio die frühe Führung der Madrilenen durch Raúl González ausgeglichen hatte, gelang dem französischen Nationalspieler ein Tor, das alleine einen Pokal verdient hätte. Letztlich bekam es den auch, denn der sensationelle Volley-Treffer aus der 44. Spielminute entschied das Finale, in dem Bayer eigentlich die bessere Mannschaft war. Madrid konnte somit zur Hundertjahrfeier seinen neunten Erfolg in diesem Wettbewerb bejubeln. Leverkusen hingegen musste sich nach der Vizemeisterschaft und dem verlorenen Pokalfinale erneut mit dem zweiten Platz zufrieden geben.
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