Fußball in Monaco
Mittwoch, 1. Juli 2009
Didier Deschamps führte den AS Monaco 2004 ins Endspiel der UEFA Champions League (©Getty Images)Monaco hat zwar nur eine Größe von etwa 400 Fußballplätzen, trotzdem konnte das Fürstentum in den letzten Jahren schon einige aufregende Spiele auf hohem europäischem Niveau bewundern.
Große Titel
Der AS Monaco FC wurde 1924 gegründet und stieg kurz nach dem zweiten Weltkrieg in den Profifußball auf. Erstmals waren sie 1953 in Frankreichs erster Liga vertreten und konnten in den frühen Sechzigern die ersten Titel feiern, als die Mannschaft um die französische Legende Michel Hidalgo zwei Meisterschaften holte. Obwohl sie immer in der Lage waren eine starke Mannschaft in der Liga zu stellen und große Trainerpersönlichkeiten wie Lucien Leduc, Gérard Banide, Arsène Wenger, Jean Tigana und Claude Puel hatten, dauerte es bis 2004, als die Monegassen ihr erstes Europapokalfinale erreichen konnten.
Finale
Der frühere französische Mittelfeldspieler Didier Deschamps führte die Rot-Weißen damals als Trainer in das Endspiel der UEFA Champions League in Gelsenkirchen, wo ihr Siegeszug vom FC Porto gestoppt wurde. Trotzdem wurde die Finalteilnahme gebührend gefeiert, denn sie waren nach Stade de Reims Champagne, AS Saint-Etienne und Olympique de Marseille erst der vierte französische Verein, der ein europäisches Finale erreicht hatte. Die Saison 2003/04 hatte noch mehr außergewöhnliche Momente zu bieten. Am 5. November 2003 fand im Stade Louis II das torreichste Spiel in der Geschichte der UEFA Champions League statt. Deschamps' Mannschaft fegte RC Deportivo La Coruña mit 8:3 vom Platz. Allein Stürmer Dado Pršo schoss zwischen der 26. und 49. Minute in Rekordzeit vier Treffer.
Zuschauerrekord
Im Halbfinale schlug Monaco den Chelsea FC mit 3:1. 18.523 Zuschauer sahen das Spiel im heimischen Stadion. Es ist bis heute das bestbesuchteste Spiel im Fürstentum. Zehntausend wollten am 5. Februar 1988 den 2:1 Sieg der Franzosen über Marokko sehen. Das Freundschaftsspiel war der einzige Auftritt der Nationalmannschaft im Stade Louis II. Ein weiterer denkwürdiger Moment für die monegassischen Fans war der Gewinn des französischen Pokals 1960, als die "Asémistes" den AS Saint-Etienne in Colombes, nahe Paris, mit 4:2 besiegten. Prinz Rainier III. übergab die Trophäe dem Kapitän Raymond Kaelbel und entfachte in der sonst so ruhigen Gegend eine regelrechte Euphorie, als Fans die Mannschaft am Flughafen in Nizza empfingen und entlang der Riviera mit einer Parade nach Hause begleiteten.
Legendäres Trikot
Das war der Beginn der ersten goldenen Ära unter Trainer Lucien Leduc. Im folgenden Jahr trugen sie das erste Mal das legendäre diagonal geteilte, rot-weiße Trikot, das von Prinzessin Grace höchstpersönlich kreiert wurde. Außerdem gewannen sie den ersten von insgesamt fünf Meistertiteln. Hidalgo und seine Mannschaftskameraden besiegten Valenciennes FC mit 1:0 und konnten auch in der letzten Runde am 4. Juni 1961 gegen RC Paris gewinnen. Monaco gelang 1978 das Künststück als bisher einziger Verein direkt nach dem Aufstieg französischer Meister zu werden. Auch dank der Tore des argentinischen Stürmers Delio Onnis, der mit seinen 299 Ligatreffern noch immer der beste Torjäger in der Geschichte der französischen Liga ist. Das war der letzte große Erfolg im alten Stade Louis II.
Neues Stadion
Die Entscheidung, das Stadion, welches zwischen dem Mittelmeer und dem Zoo steht, zu modernisieren, wurde in den späten Siebzigern getroffen. Prinz Albert hatte die Ehre, die neue Spielstätte am 23. Januar 1985 zu eröffnen. In diesem Stadion machten Spieler wie Thierry Henry und David Trezeguet ihre ersten Tore. 1987/88, 1996/97 und 1999/00 kamen drei weitere Meisterschaften dazu.
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