Geschichte
Mittwoch, 13. Juli 2005
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1972 wurde das erste, inoffizielle Superpokal-Endspiel ausgetragen. Dabei standen sich der Sieger des Pokals der europäischen Meistervereine, der AFC Ajax, sowie der Europapokalsieger der Pokalsieger 1971/72, Rangers FC, gegenüber.
Großes Interesse
Die Rangers suchten nach einem Weg, um ihren 100. Geburtstag 1973 gebührend zu feiern. Deshalb luden sie Ajax zu zwei Freundschaftsspielen (eines zu Hause, eines in Amsterdam) in der Vorbereitung zur Saison 1972/73 ein. Um etwas Brisanz in diese Begegnungen zu bringen, lobte eine niederländische Zeitung – De Telegraaf – einen Pokal aus, den der Gesamtsieger erhalten sollte.
Goldenes Zeitalter der Niederländer
Der Reporter und spätere Sportchef dieser Zeitung, Anton Witkamp, wird oftmals als Erfinder dieses Turniers bezeichnet. Ajax - und der niederländische Fußball allgemein - erlebte Anfang der 1970er ein goldenes Zeitalter, und deshalb wollte Witkamp der Mannschaft eine weitere Gelegenheit bieten, um ihr Können unter Beweis zu stellen.
"Unsere Ära"
"Das Ziel war, Ajax und Cruyff zu feiern", erinnerte er sich später. "Die Idee entstand in einer Ära des "Totalen Fußballs", unserer Ära. Vier Europapokalsiege in Folge durch Feyenoord und Ajax. Neben all dem Geld und der Ehre konnten sie auch noch von sich behaupten, die Besten zu sein."
Offizieller Antrag
Witkamp und Ajax-Präsident Jaap van Praag wurden schließlich bei UEFA-Präsident Artemio Franchi vorstellig, um einen offiziellen Segen für dieses Turnier zu bekommen. Doch daraus wurde nichts, weil die Rangers zu dieser Zeit wegen Fanausschreitungen für ein Jahr für alle Europapokalspiele gesperrt waren.
Erfolgreiches Ajax
Trotzdem wurden die Spiele ausgetragen. Am 16. Juni 1972 gewann Ajax mit 3:1 in Glasgow, bevor die Niederländer zu Hause mit 3:2 siegten und damit ihre Dominanz eindrucksvoll unter Beweis stellten - und zugleich unterstrichen, dass der Pokal der europäischen Meistervereine die stärkeren Teilnehmer hatte als der Europapokal der Pokalsieger.
Geringe Priorität
1973 gewannen sie mit einem 6:1-Gesamtsieg über den AC Milan den Titel erneut. Diesmal lief das Finale zum ersten Mal unter der Schirmherrschaft der UEFA. Doch die Tatsache, dass die beiden Partien erst im Januar 1974 ausgetragen wurden, stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass dieses Turnier nicht oberste Priorität hatte.
Keine Spiele
1981 wurde der Superpokal nicht ausgetragen, denn Liverpool FC konnte sich mit dem FC Dinamo Tbilisi nicht auf ein geeignetes Datum verständigen. Nach der Heysel-Katastrophe 1985 machte das Turnier ebenfalls eine außerplanmäßige Pause. Juventus durfte nicht gegen den Europapokalsieger der Pokalsieger antreten. Denn Everton FC wurde wie alle anderen englischen Klubs auch für fünf Jahre aus allen Europapokalwettbewerben ausgeschlossen.
Nur noch ein Spiel
Bis 1998 wurde der Superpokal bis auf drei Ausnahmen in Hin- und Rückspiel ausgetragen. 1984 gab es lediglich eine Partie, weil Liverpool nur einen Termin für das Kräftemessen mit Juventus finden konnte. Das Finale 1986 - das kurioserweise erst im Februar 1987 ausgespielt wurde - wurde zum ersten Mal im Rahmen einer großen Galaveranstaltung in Monaco ausgetragen. In dieser Partie konnte sich der FC Steaua Bucuresti gegen den FC Dynamo Kyiv durchsetzen.
Politische Situation
Das Finale 1991 - bei dem Manchester United FC und Meisterpokal-Sieger FK Crvena Zvezda (Roter Stern Belgrad) den Gewinner eigentlich in zwei Spielen hätten ermitteln sollen - wurde auf eine einzige Begegnung im Old Trafford reduziert, denn der Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien ließ kein Rückspiel zu.
Feste Heimat
Seit 1998 hat dieses Endspiel mit Monaco eine feste Heimat gefunden, und seitdem gibt es auch solche Probleme nicht mehr. Seither wird der Sieger dieses Turniers - bei dem seit 2000 der Champions League-Sieger auf den UEFA-Pokal-Sieger trifft - in einer einzigen Begegnung ermittelt.
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